Trampeln, bis der Gipfel kommt - so lautet das Motto einer illustren Truppe von sechs Radsportbegeisterten aus Kulmbach, die eine Woche lang die Gegend um Bled in Slowenien unter die Pedale genommen hat. Bei den täglichen Ausfahrten mit den Rennrädern gehören Berge, Pässe und Höhenmeter immer dazu. Auch wenn das Wetter - mit Wind, Regen und Schnee - meistens nicht mitspielt, ist das Slowenien-Sextett begeistert. "Die Tour war sehr gelungen. Empfehlenswert ist die Gegend um Bled allemal, mit oder ohne Rad", betont Boxtrainer Willy "Wacker" Kastner.

Lockere Fahrergemeinschaft

Er und seine Kollegen von der Trampel-Truppe - Reinhard "Ebo" Eber, Günther "Mecki" Geuther, Jürgen "Hulzi" Holzmann, Dietmar "Didi" Grampp und Konrad "Konny" Witzgall - verstehen sich als lockere Gemeinschaft, die unter der Flagge der ATS-Radrennsportabteilung fährt. "Wir sind insgesamt zirka 20 Leute und machen regelmäßig samstags gemeinsame Ausfahrten zwischen 80 und 150 Kilometern. Wir tun etwas für die eigene Fitness," erklärt Kastner, "und unsere Hoffnung ist es, auch Jüngere für den Radrennsport beim ATS zu begeistern."

In Slowenien fahren die Kulmbacher zum Teil zusammen mit Kastners "Kollegen" von der Reifenfirma Sava, die 1400 Mitarbeiter hat. "Ich vertreibe deren Produkte für den Offset-Druck in ganz Deutschland", so der Kulmbacher. Vom Quartier in Bled - Kastner: "In unserer Privatpension bei Mateja Salberger war alles vom Feinsten" - starten die Radrennfahrer zu ausgesuchten Touren mit unterschiedlichen Distanzen und etlichen Höhenmetern.

"Nach der langen Anreise von Kulmbach ist der Prolog mit 51 Kilometern und 405 Höhenmetern am Nachmittag gerade richtig zum Einrollen gewesen", meint Günther Geuther. Hier haben die Kulmbacher noch Sonne, die sich an den anderen Tagen nicht blicken lässt.

Vier Grad und Schlaglöcher

So haben es die Oberfranken bei ihrer Zwei-Seen-Tour nach Wochein (Bohinj) und zum Biathlon-Stadion von Pokljuka nicht nur mit langen kraftzehrenden Anstieg zu tun, sondern auch mit winterlichen vier Grad und löcherigen Straßen. "Die 92 Kilometer mit 1200 Höhenmetern waren nicht ohne", betont Reinhard Eber.

Mit 129 Kilometern und 1664 Höhenmetern ist die Fahrt zum Seebergsattel die längste Etappe der Slowenien-Tour. Die starken Fallwinde bescheren den Kulmbachern aber eine abenteuerliche Abfahrt hinab nach Preddvor, und spärliche Wegbeschilderung erschwert die strapaziöse Tour zusätzlich.

Gefährliche Angelegenheit

Auf der Fahrt nach Kranjska Gora - Kastner: "50 Kilometer gegen den Wind" - teilt sich die Gruppe: Während Kastner, Geuther und Eber die Qualität der Pizza in dem Wintersportzentrum testen, strampeln Grampp, Witzgall und Holzmann weiter nach Planica und zum Vrsic-Pass (100 Kilometer und 1140 Höhenmeter). "Die steilen und gepflasterten Kurven waren rauf wie runter eine gefährliche Angelegenheit", berichtet Ex-Marathonläufer Grampp.

Aufgrund des schlechten Wetters findet am Schlusstag ein Alternativprogramm statt: Fünf Mann wandern durch die Vintgar-Klamm und besichtigen die alte Stadt Radovlica. Einzig Dietmar, der "Außerirdische", ignoriert Regen und Wind. Nach 130,5 Kilometern erzählt er von einer interessanten Tour, von Schnee und gesperrten Pässen. Er kommt rechtzeitig zurück zum Abschlussabend mit den "Oberkrainern", die sich bei Willy und seinen Rennradfreunden auf musikalische Weise für die Kulmbacher Bierprobe bedanken. Kastner: "Sie waren auch nicht abgeneigt, Kulmbach einen Besuch abzustatten."