Dicke Flocken verwandeln die Landschaft und die privaten Gärten in ein Winterwunderland. Selbst die dürren Gräser, kahlen Zweige und verdorrten Blütenstände des Vorjahrs wirken wie verzaubert unter der weißen Pracht. Wer denkt jetzt an Gartenarbeit?

Fast jeder Hobbygärtner! Denn während Frau Holle die Betten aufschüttelt, gibt es schon allerlei zu tun. Das meiste davon ist Kopfarbeit, die sich auch gemütlich auf dem Sofa erledigen lässt. Aber sie sollte gemacht werden, damit 2022 ein gutes Jahr wird.

Einen schönen Garten wünscht sich jeder, der ein wenig Grün zur Verfügung hat. Dabei sind die Gärten allerdings so verschieden wie ihre Besitzer und deren Ansprüche. Gute Planung ist wichtig, damit man Freude am grünen Wohnzimmer hat, sagt eine, die es wissen muss. Anna Lena Neubig ist seit Juli 2021 Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Kulmbach. Die gelernte Landschaftsgärtnerin weiß, dass gründliche Vorbereitung viel Frust erspart und die Grundlage dafür schafft, dass ein Garten zum individuellen Traumgarten wird.

Schritt für Schritt zum idealen Garten

Auf dem Weg zu diesem Ziel begleitet die Bayerische Rundschau ihre Leserinnen und Leser in diesem Jahr mit einer neuen Garten-Serie - mit Ideen und Anleitungen für schönere, fruchtbarere, gemütlichere und dabei naturnah gestaltete Gärten. Viele gartenbegeisterte Menschen im Landkreis haben ihren Traum schon verwirklicht und werden ihre Tipps und Erfolgsrezepte mit Neueinsteigern teilen. Mit Fachleuten erarbeiten wir Schritt-für-Schritt-Anleitungen, mit denen jeder Boden gesünder und jede Pflanze widerstandsfähiger wird. Wir beschäftigen uns mit Nützlingen und Permakultur, geben Tipps, wie man ohne chemische Hilfsmittel Schädlinge von Blumen, Gemüse und Obst fernhält. Raum geben wir auch dem Trendthema Selbstversorgung: Nur ein bisschen Salat, Gemüse und Obst, oder soll es das ganze Programm sein - mit Hühnern und mehr? Wir zeigen, was man dafür braucht und wie viel Arbeit das Ganze macht.

Wer nutzt das grüne Wohnzimmer?

Letzteres ist nämlich ein nicht zu unterschätzender Aspekt bei allen Plänen, sagt auch Anna Lena Neubig. Zwei grundlegende Dinge sollte man sich bei der Neuanlage oder Umgestaltung des Gartens überlegen: "Die erste Frage ist: Was will ich von meinem Garten? Verbringe ich dort alleine ab und zu ein paar ruhige Stunden, oder ist er in der warmen Jahreszeit der familiäre Mittelpunkt, mit Spielflächen für die Kinder und einem großen Gemüsegarten? Und nicht zuletzt: Wieviel Zeit kann und will ich für die Pflege investieren?"

Wer weiß, was er möchte, muss dann noch sehen, ob sich das Gewünschte umsetzen lässt: "Eine wichtige Rolle für die Gartengestaltung spielen die Größe und Lage des Grundstücks. Eine Kirschlorbeerhecke in einer sehr kalten Gegend ist keine gute Idee. Ein Gemüsegarten braucht Sonne, zum Sitzen möchte man vielleicht am liebsten einen geschützten Platz und einen Baum, der im Sommer Schatten spendet."

Für Häuslebauer, die noch am Anfang ihres Wohntraums stehen, hat die Fachfrau einen guten Rat: "Wem ein schöner Garten wichtig ist, der sollte bei der Finanzierung zehn bis 15 Prozent des Hauspreises für die Gartengestaltung einkalkulieren." Schon beim Bau könne man sich grobe Strukturen anlegen lassen, zum Beispiel für Wege oder Terrassen am Hang.

"Danach lohnt es sich, im ersten Jahr einmal das Grundstück zu beobachten: Wo scheint nachmittags die Sonne, wo ist ein schattiges Plätzchen? Wo möchte ich mein Gemüse anbauen? Grüne Sachen lassen sich noch einmal umpflanzen, wenn man etwas verändern möchte, aber bei gebauten Strukturen machen Umplanungen viel Arbeit und können unnötig teuer werden."

Für alle, die schon einen Schritt weiter sind, geht es in diesem Jahr um alles, was den Garten schöner, ertragreicher und auch ökologisch wertvoller macht. Unsere Gärten sollen nicht nur gut aussehen, sondern dort können auch reichlich Gemüse, Kräuter und Obst wachsen. "Ein Garten, in dem es nichts zu ernten gibt, ist nur das halbe Vergnügen", predigt unser Gartenexperte Jupp Schröder, allen Gartenbesitzern. Er appelliert an Hobbygärtner, bei ihrem Tun immer auch das biologische Gleichgewicht im Auge zu behalten. Wie das geht und warum es Freude macht, auf diese Weise zu gärtnern? Auch das wird ein großes Thema sein.

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2022 möchten wir in der Rundschau gerne viele schöne Gärten unserer Leser und beispielhafte grüne Projekte vorstellen. Möchten Sie uns Ihr grünes Paradies zeigen? Dann freuen wir uns über Ihren Anruf (09221/949-283) oder Ihre Mail an d.besand@infranken.de

Unser Tipp im Januar

Saatgut-Check Spätestens jetzt ist es an der Zeit, die Saatgut-Vorräte zu kontrollieren. Was und wie oft möchten Sie dieses Jahr säen und ernten? Reichen die vorhandenen Samen noch aus? Um diese Zeit ist die Auswahl im Handel groß.

Keimtest Ist übrig gebliebenes Saatgut noch keimfähig? Ein Test gibt Sicherheit: Nehmen Sie einen kleinen Teller, legen Sie ein feuchtes Küchenpapier darauf und streuen Sie etwa 50 Samen auf die Unterlage. Den Teller mit Klarsichtfolie abdecken und bei zirka 20 Grad auf die Fensterbank stellen. Das Papier muss immer feucht sein. Keimt weniger als die Hälfte der Samen: weg damit und frisches Saatgut kaufen!

Sortenwahl Es lohnt sich, im Handel nach regionalen und historischen Sorten zu suchen, die an unser Klima angepasst und wenig anfällig für Krankheiten sind. Samenfeste Sorten lassen sich leicht vermehren. Das spart viel Geld.

Mehr Tipps für Gartenfans, Blumenliebhaber, Selbermacher, Tüftler und Selbstversorger finden Sie regelmäßig auf unserer Facebook-Seite "Die Traumgarten AG".