Wenn ich mir ein Butterbrot schmiere, geht das so: Ich nehme eine nicht zu dünne und nicht zu kleine Scheibe Bauernbrot mit röscher, dunkelbrauner Kruste. Gerne darf auch Gewürz drauf sein. Darauf kommt großzügig Butter. Kann man durch die Butter noch die Krume des Brotes sehen, ist es zu wenig! Nun noch etwas Salz dazu, vielleicht eine Handvoll Schnittlauchröllchen oder ein paar Radieschen....

Ist Ihnen jetzt auch das Wasser im Mund zusammengelaufen? Werden womöglich Kindheitserinnerungen wach an die Oma, die sich den großen Brotlaib vor die Brust klemmte und riesige Scheiben abschnitt, die sie dann mit Butter bestrich? Dann werden Sie verstehen, warum man einmal im Jahr das Butterbrot besonders würdigt. Immer am letzten Freitag im September ist "Tag des Butterbrotes".

Ersonnen hat den Tag im Jahr 1999 die Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA). Die CMA gibt es seit 2009 nicht mehr. Der "Tag des Butterbrots" besteht weiter, wird in Deutschland vor allem als Werbeinstrument genutzt. Schade eigentlich. Ist es so ein feines Butterbrot denn nicht wert, einmal im Jahr besonders gewürdigt zu werden?

Was aber macht ein gutes Butterbrot aus? Wir haben einen gefragt, der es wissen muss. Sebastian Groß, den "Grünwehrbeck". Seine Antwort ist eindeutig: "Ein Landbrot, nicht zu dünn geschnitten. Butter drauf, auch nicht zu dünn. Und ein bisschen Salz", erklärt er uns - und merkt an, dass der Genuss für ihn schon lange vorher beginnt: Wenn er in den frühen Morgenstunden in seiner Backstube mit der Arbeit beginnt und den frischen Sauerteig riecht, wächst bereits die Vorfreude auf den späteren Genuss.

Norbert Heimbeck, Geschäftsführer Genussregion Oberfranken, hegt eine Leidenschaft für Gutes und Selbstgekochtes, für das er keinen Aufwand scheut. Aber er weiß auch den ganz schichten Genuss eines Butterbrotes zu schätzen. "Die einfachsten Gerichte sind oft die schwierigsten", sagt er. "Da kommt es nämlich ganz besonders auf erstklassige Zutaten an."

Übertragen aufs Butterbrot heißt das für Heimbeck: Ein rustikales Brot mit einem langsam und sorgsam geführten Sauerteig, knusprige Kruste, fluffige Krume, weiche Butter ("richtige Butter, keine Margarine"), so viel, dass man sie auch deutlich schmeckt, und vielleicht noch eine scharfe Zutat wie Schnittlauch oder auch ein wenig Salz.

Auch eine Frau, der Milch und Butter am Herzen liegen, weil sie selbst Chefin über einen Stall voller Milchkühe ist, hat eine Leidenschaft fürs Butterbrot. Beate Opel, Kreisbäuerin aus Neufang bei Wirsberg, zögert nicht lange, als wir sie fragen, was ein gutes Butterbrot denn ausmacht: "Ein gutes, klassisches Landbrot sollte es sein", sagt sie. Die Butter sollte nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen, sondern schon streichfähig sein. "Aber sie darf ruhig etwas dicker aufs Brot." Ein bisschen Schnittlauch oder ein paar Zwiebelwürfel drauf, vielleicht auch einen Weißen Käs' dazu - mehr braucht es für Beate Opel zum perfekten Genuss nicht.

Von Milch und Butter verstehen auch Christine und Thomas Weigel etwas. In ihrem Hofladen in Rohr verkaufen sie Käse und Quark. Ein gutes Butterbrot? "Wichtig ist ein gut gebackenes Brot, das auch nach Brot schmeckt", sagt Christine Weigel. Die Butter sollte eine schöne Farbe haben, fein säuerlich schmecken. Mehr braucht sie nicht - auch nicht Salz oder Schnittlauch.

"Auf ein gutes Butterbrot muss nichts drauf außer gute Butter, gerne auch etwas dicker", sagt auch ihr Mann Thomas, der sein Butterbrot gerne mit Salz ist. Aber auch meint, dass ein bisschen Käse aus eigener Produktion nicht schaden kann. Der "Altdrossenfelder" zum Beispiel, fein in ganz dünne Scheiben gehobelt. "Nur so viel, dass man die Butter noch schmeckt."