Schon lange bevor Hans-Joachim Hösch Bürgermeister in Kupferberg geworden ist, hatte er den Spiegelteich in Kupferberg gepachtet. In Eigenregie hat er einen kleinen Naturlehrpfad mit Schaukästen, Informationsmaterialien und einem kleinen Abenteuerbereich entlang des Sees installiert. Jetzt führt Dominik Mösch (26) aus Trebgast das, was der so plötzlich an einer unheilbaren Krankheit verstorbene Bürgermeister aus Kupferberg aufgebaut hat, in seinem Sinne weiter. "Das habe ich versprochen. Ich werde dieses Andenken an Hans-Joachim Hösch in Ehren halten", erklärt Mösch.

Schon seit 2011 hatte Dominik Mösch gemeinsam mit Hans-Joachim Hösch den Spiegelteich gepachtet, jetzt hat er ihn alleine von der Feuerwehr übernommen. Der Spiegelteich gehört zu den Besitztümern der katholischen Pfründepachtstelle in Regensburg.


Gemeinsames Hobby

"Fische waren unser gemeinsames Hobby", sagt Mösch. Und so denkt er immer, wenn er am Spiegelteich ist, an den verstorbenen Bürgermeister zurück. "Der Spiegelteich und der Naturlehrpfad waren das Lebenswerk von Hans-Joachim Hösch - natürlich werde ich alles weiterführen, so wie er es sich gewünscht hat", erklärt der Trebgaster.

Jetzt im Frühling steht besonders viel Arbeit an. Einen Teil des Bootssteges hat Dominik Mösch schon erneuert, der hintere Bereich muss noch renoviert werden. Außerdem möchte er die Ochsenköpfe, die an den Bäumen hängen, säubern und von Moos und Grünspan befreien. "Im Tipi hat ein Marder gewütet, aber das bringe ich auch wieder in Ordnung." Dominik Mösch ist begeisterter Fischer, aber vor allem auch Pädagoge an der Montessori-Schule in Mitwitz. "Vielleicht kann ich diesen Naturlehrpfad auch einmal meinen Schülern zeigen", hofft Mösch.


Es gibt viel zu tun

Dominik Mösch hat allerdings noch mehr Arbeit, die am Spiegelteich auf ihn wartet. Er möchte die Schaukästen nach den Wintermonaten säubern und neu einrichten. "Die Ausstellungsstücke stammen alle aus Privatbesitz, sonst hätte man die präparierten Tiere gar nicht beschaffen können. Ich würde die Schaukästen gerne noch ausbauen. Wenn jemand ein präpariertes Tier hat, kann er sich gerne mit mir in Verbindung setzen", sagt Mösch und hofft auch weiterhin auf Unterstützung. Und auch die Informationsplakate müssen in regelmäßigen Abständen erneuert werden.

Am Spiegelteich gibt es außerdem einen Kletterturm, einen Balancestamm, viele Utensilien in Wild-West-Manier. Und um alles möchte sich Mösch kümmern. "Auch in Zukunft wird das Betreten des Steges und das Nutzen des Bootes verboten sein. Der hintere Bereich dient als Ruhezone für die Fische", erklärt Mösch. Gegen Besucher hat auch der neue Pächter des Spiegelteiches nichts einzuwenden. "Schauen ist jederzeit erlaubt, nur Angeln ist verboten", sagt Mösch klipp und klar. In der Vergangenheit gab es allerdings immer wieder größere Fisch-Schwunde.

Insgesamt ist der Spiegelteich 1,4 Hektar groß. Groß genug, um einiges verschwinden zu lassen. "Wir haben einmal im See zwei Pistolen und 500 Schuss Munition gefunden und an die Polizei übergeben. Die Munition war sogar noch scharf, die Waffen hätte man wieder schussbereit machen können"; erinnert sich Mösch.

Bürgermeister Alfred Kolenda ist froh, dass sich mit dem neuen Pächter ein ausgewiesener Fachmann für das Fischereiwesen gefunden hat. "Der Spiegelteich ist ein schönes Eck, viele Kupferberger, aber auch andere Leute nutzen den Teich, um sich zu erholen", sagt Kolenda. Der neue Kupferberger Bürgermeister sichert auch dem neuen Pächter die Unterstützung der Gemeinde zu. "Unsere Gemeindearbeiter können auch mal beim Grasmähen helfen", so Kolenda. Und natürlich hofft der Bürgermeister, dass die Schaukästen noch lange halten werden. "Denn wenn die mal nicht mehr intakt sind, wird es sicher schwierig, neue Schaukästen zu beschaffen - einfach aus Kostengründen."