Dass die Gemeinde kein klassisches Räumfahrzeug, zum Beispiel einen Unimog, anschafft, habe durchaus seinen Sinn, betont Vieth. "In Wonsees gibt es unheimlich viel Wald, mehr als 170 Hektar. Da fällt das ganze Jahr über viel Arbeit an, und man kommt einfach nur mit einem Bulldog richtig durch."

Neben dem Winterdienst wird der Traktor schließlich auch zur Durchforstung und für Aufräumarbeiten nach Windbruch genutzt. Auch für Transportzwecke wird er eingesetzt. "Eben alles, wofür man einen Bulldog so braucht", erklärt Vieth.

Bei der Einweisung durch Heinz Kirschner von der Firma Landtechnik Nicklas passen die drei Wonseeser Gemeindearbeiter genau auf. Schließlich ist bei so einem neuen Traktor einiges zu beachten. Vor allem das regelmäßige Ölen sollte nicht vergessen werden, damit der neue Traktor auch möglichst lange so tadellos bleibt. Aber die Drei kennen sich schnell aus.
Rolf Vieth darf als Erster Probe sitzen.

Und? Wie fühlt es sich an? "Gut! Ich komme aus der Landwirtschaft, an einen neuen Traktor kann ich mich immer gewöhnen", sagt Vieth und lacht.

Anschaffung nicht unumstritten

Der Kauf der neuen Maschine war im Gemeinderat nicht völlig unumstritten. Schließlich ist es eine ziemliche Investition. Doch Bürgermeister Günther Pfändner beruhigt. "Die Firma Nicklas hat den alten, kaputten Traktor für 10 000 Euro in Zahlung genommen. Den Rest konnten wir bar bezahlen. Das soll uns erst mal einer nachmachen."

Sollte am Ende des Jahres Geld fehlen, so hat die Sparkasse bereits ein zinsgünstiges Darlehen für die neue Maschine zugesagt. Der alte Traktor war dermaßen reparaturanfällig, dass Bürgermeister Günther Pfändner, die Gemeindearbeiter und schließlich auch der Gemeinderat Bedenken hatten, dass er zu oft ausfallen könnte und dass schließlich auch die Reparaturkosten unbezahlbar würden. "Wir wollen den Winterdienst weiterhin als Gemeinde selbst schultern," betont Bürgermeister Pfändner. "Dann können wir bestimmen, wann was geräumt wird. Wir wollen uns nicht von anderen abhängig machen."

Bedenken gegen externen Dienst

Bisher ist die Gemeinde damit ja auch gut gefahren. Denn schließlich gibt es viele Wege, die von Hand geräumt werden müssen. "Wer weiß, ob das von extern auch so ordentlich gemacht würde, wie man sich das im Rathaus wünscht", gibt Pfändner zu bedenken.

Diese Probleme anderer Kommunen wird es in Wonsees auch dank des neuen Traktors weiterhin nicht geben.