Michael Lehner, der diesmal als Boxpromoter fungiert und die Probanden für das "18. Böckschießen" in den Ring schickt, verbindet die Produktbeschreibung vom neuesten "Baby" der jungen Braumeisterin gleich mit einer Warnung: "Es ist noch hinterfotziger als letztes Jahr. Schmecken tut's saugut und zischt nei bis in die Füß." Dann leitet er über zum mündlichen Abwatschen der Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. "Oder, wie wir Franken ganz leger sogn: Denen da drobn aana auf's Maul haua."

Da lässt sich "Polit-Rambo" Jürgen Peter nicht lange bitten. Er deutet zwar gleich zu Beginn an, dass er Pausen braucht ("Trinkpausen, wegen der Dehydrierungs-Gefahr"), aber er bringt seine Treffer ab der ersten Runde gezielt an den Mann, beziehungsweise die Frau. Der ominöse "Hundeknochen" war zwar bereits im Vorjahr ein Thema, deswegen aber noch lange nicht gegessen. Und schon gar nicht verdaut.
"Der wird uns noch lange im Magen liegen", hatte "Pinsler" 2011 gelästert.

Da trifft es sich gut, dass die "Hundeknochen-Opfer", die zwei aktuellen CSU-Landtagsabgeordneten und Kandidaten um den künftigen "Hundeknochen"-Wahlkreis, Ludwig Freiherr von Lerchenfeld und Martin Schöffel, zum ersten Mal im Stadl sind. Jürgen Peter bittet sie auf die Bühne, unterzieht sie gleich einem "Stresstest" und überreicht jedem einen Hundeknochen: "Damit sie sich nicht länger streiten müssen."


In die Aldi-Gesamtschule

Dann gibt Peter Einzelheiten des jüngsten Gipfels der Regierungsparteien bekannt: Eltern haben künftig die Wahl, ihre Kinder entweder in die "Aldi-Gesamtschule", das "Benetton-Gymnasium", oder das "Kelloggs-College" zu schicken. Die "real-Schule" gebe es ja schon. Gegen all diese Beschlüsse habe die Opposition heftigen Widerstand angekündigt.

Der nächste, etwas ungleiche Kampf, ist eine Mischung aus Schwergewichts-Kickboxen und Fliegengewichts-Wrestling. Er wird von zwei aufstrebenden Nachwuchskämpfern aus dem Okzident bestritten. Die beiden oberfränkischen Türkenkinder Aishe und Ekrem (Mona-Isabelle und Nicolas Peter) treffen zum vierten Mal im Stadl aufeinander. Sie haben als Waffen Smart- und iPhone gewählt und nehmen mit spitzer Zunge die "Sozialempfänger-Vereinigung" Facebook und die angekündigte Portoerhöhung der Deutschen Post ins Visier. Und sie machen Werbung für ihren "Beschneidungssalon, der am 1. April 2013 "in Edeka altes Markt von Neuen Markt" eröffnet wird.

Werner Reißaus als letzter Puncher hat es jetzt schwer, zumal er - krankheitsbedingt - nur mit "halber Deckung" ohne seinen Partner "Mauser" allein in den Ring steigen muss. Doch der "Franke" geht nicht k. o., sondern bewältigt die Herausforderung mit Bravour. Er erinnert sich an seine erste "Erotikstunde" beim "Dokterles spiel'n" und beklagt, dass die Menschen immer weniger miteinander reden, "obwohl der Franke ja hoch kommunikativ ist, solange man ihn nicht anspricht".


TREB-HW 666 für den "Bräu"

Im Stadl erkennt Reißaus viele Männer in seinem Alter, die meinen, ihr Jagdgebiet ständig erweitern zu müssen, obwohl die Munition immer knapper wird. Der "Ramses vom Chiemgau", der Schwarze Peter und seines Zeichens Nummernschildminister, mache es möglich, dass der "Bräu" künftig mit dem neuen Kfz-Kennzeichen "TREB-HW 666" die Gegend unsicher machen kann.

Baron Lerchenfeld spricht am Ende von einer "heimatverbundenen, geistreichen Veranstaltung", die in der Region offensichtlich nicht zu toppen ist. Alle Protagonisten sind für ihn film- und bühnenreif. Hier schlummere noch viel Qualität und Ideenreichtum. "Der heutige Abend war für meine Frau und für mich ein Hochgenuss oberfränkischen Humors. Wir Politiker lassen uns da auch gerne mal auf die Schippe nehmenk."
Martin Schöffel ("Ein Super-Programm mit vielen Höhepunkten") nennt Trebgast ein Kultur-Highlight für den Landkreis, nicht nur wegen der Naturbühne. "Ich werde nächstes Jahr sicherlich wiederkommen."
Auch Bürgermeister Dieter Schaar ist von den "durchwegs beeindruckenden Beiträgen mit sehr hintergründigem Humor, einem Nockherberg auf fränkisch", begeistert.

Auf sein Neudrossenfelder Projekt angesprochen, vertritt er die Meinung, dass das "Hölzel-Areal der kulturellen Vielfalt in der Region sicher gut tun wird. Er könne sich vorstellen könne, ein Netzwerk für solche Veranstaltungen zu bilden. "Was woanders geht, müsste auch bei uns möglich sein."