Im Zuge der Hochwasserfreilegung Purbach wird es ab dem heutigen Montag in der Hofer Straße zu erheblichen Verkehrseinschränkungen kommen. "Wegen der Kanal- und Straßenbauarbeiten wird die Hofer Straße von und einschließlich der Einmündung der Caspar-Fischer-Straße bis in Höhe der ehemaligen Gaststätte "Zur Schmiede" voraussichtlich bis Ende des Jahres voll gesperrt", verkündete Ingo Wolfgramm, stellvertretender Leiter der Planungs- und Bauabteilung der Stadt Kulmbach, in einer Pressekonferenz am Freitagvormittag. Die Umleitung erfolge über die Blaicher Straße, die Friedrich-Ebert-Straße und die Ketteler Straße.

Die Testphase

Diesen Anlass nutzt die Stadt Kulmbach zugleich, um eine Änderung der Verkehrsführung im Stadtteil Blaich vorzunehmen. Auf Anregung der drei Stadträte Frank Wilzok, Jörg Kunstmann (beide CSU) und Hans Werther (SPD), die selbst in der Blaich wohnen, soll eine Testphase gestartet werden (wir berichteten).

Gegen Lärm und Durchgangsverkehr

"Es fließt viel Durchgangsverkehr durch die Blaich, und es ist dringend notwendig, den Lärm zu reduzieren und die Straßen für alle Beteiligten sicherer zu machen", erklärte Zweiter Bürgermeister Frank Wilzok. Das "Stop and Go" im Ängerlein sei inzwischen eine Zumutung, die Friedrich-Ebert-Straße sei durch die vielen parkenden Autos ohnehin schon eine Einbahnstraße. "Und das ist auch unser Lösungsvorschlag: Eine Einbahnstraßenregelung."

Konkret lautet der Vorschlag der drei Stadträte wie folgt: Ab dem 3. Mai soll die Hermann-Limmer-Straße in ihrer gesamten Länge als Einbahnstraße in Richtung Blaicher Straße geführt werden. Das Ängerlein von der Einmündung Friedrich-Ebert-Straße bis zum Pörbitscher Weg soll ebenfalls eine Einbahnstraße werden. In dem Konzept ist weiterhin vorgesehen, die Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Ängerlein und die Kettelerstraße in Richtung Friedrich-Ebert-Straße in Einbahnstraßen umzuwandeln. Diese zusätzliche Änderung der Verkehrsführung soll jedoch erst nach Beendigung der Umleitung durch die Friedrich-Ebert-Straße erfolgen. "Wir wollen bis zu diesem Zeitpunkt erste Erfahrungen sammeln und sind auch offen für Anregungen", sagte Frank Wilzok. Auf jeden Fall müsse etwas getan werden.

Angst vor Rotphase?

"Viele, die in der Albert-Ruckdeschel-Straße einkaufen, meiden aus Richtung Untersteinach kommend den Schwedensteg, weil sie Angst vor einer Rotphase haben", meinte Stadtrat Hans Werther. Er habe beispielsweise im Ängerlein schon erlebt, dass es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Autofahrern gekommen sei. "Dass die versetzten Parkbuchten beibehalten werden, halte ich jedoch für wichtig, denn das Ängerlein soll keine Rennstrecke werden."

"Auf verträgliche Weise"

Durch das Einbahnsystem werde der Verkehrsfluss gefördert - bei gleichzeitiger Verkehrsberuhigung. Jörg Kunstmann betonte, dass es eine 100-prozentige Lösung, die alle Belange und Wünsche mit einbeziehe, nicht geben könne. "Wir müssen die Mobilität auf verträgliche Weise aufrechterhalten."

Es gelte, den goldenen Mittelweg zu finden. Man wolle den Bürgern der Blaich hier einen Vorschlag unterbreiten, an dem noch gefeilt werden könne. Konstruktive Anregungen und Ideen können die Bürger direkt an Sebastian Maiser im Ordnungsamt, telefonisch unter 09221/940-356 oder per E-Mail an sebastian.maiser@stadt-kulmbach.de richten.

Um Geduld wird gebeten

"Wir bitten jedenfalls die Bevölkerung um etwas Geduld, bis sich die neue Verkehrsführung etwas eingespielt hat", sagte Ingo Wolfgramm, das könne durchaus zwei Wochen dauern. Verkehrs- und Hinweisschilder sollen den Bürgern die Orientierung erleichtern.

Oberbürgermeister Ingo Lehmann begrüßte die Initiative. Er hofft, so den Verkehr für die Anwohner in der Blaich fließender und damit sicherer zu machen. Und vielleicht, so die Hoffnung der Initiatoren, wird durch die neue Verkehrsführung so mancher, der die Blaich nur als Durchfahrtstrecke nutzt, dazu gebracht, doch vermehrt den Weg über die Stadtumgehung zu nutzen.