Der Babyboom am Klinikum Kulmbach hält an. Im vergangenen Jahr erblickten dort 786 Kinder das Licht der Welt - 404 Mädchen und 382 Jungen. Die Zahl der Entbindungen bleibt damit hoch. "Im Jahr 2020 hatten wir mit 801 Babys die höchste Geburtenzahl seit 1997. Diese Zahl konnte im Jahr 2021 annähernd wieder erreicht werden, worüber wir uns sehr freuen", sagt Klinikum-Geschäftsführerin Brigitte Angermann.

Nicht alle Babys, die am Kulmbacher Klinikum zur Welt kommen, beziehungsweise deren Eltern stammen freilich aus dem Landkreis Kulmbach. Viele werdende Mütter und Väter wählen ihre Geburtsklinik bewusst und unabhängig vom Wohnort aus. 428 der im vergangenen Jahr am Klinikum geborenen Babys sind "echte" Kulmbacher. Attraktiv ist die Entbindungsstation des Klinikums vor allem für Eltern aus den Nachbarlandkreisen. 174 neue Erdenbürger aus Bayreuth und 108 aus Hof haben als Geburtsort Kulmbach im Stammbuch stehen.

Väter konnten immer dabei sein

Ein Grund für die Beliebtheit bei auswärtigen Eltern könnte sein, dass man auch in Pandemiezeiten versucht hat, die Geburt und den Aufenthalt im Klinikum so normal wie möglich zu gestalten. "Werdende Väter konnten auch während der gesamten Pandemie bei der Geburt dabei sein und im Familienzimmer mit übernachten", erklärt Brigitte Angermann. Lediglich die Anmeldung zur Geburt habe zeitweise nur online stattfinden können, und auch Kreißsaalführungen seien nicht im gewohnten Maße möglich.

Nicht im Klinikum geboren

Umgekehrt haben auch nicht alle schwangeren Kulmbacherinnen ihr Kind im örtlichen Klinikum zur Welt gebracht. 588 Geburten insgesamt wurden im vergangenen Jahr in der Stadt und den Gemeinden des Landkreises Kulmbach gemeldet. Das heißt: 160 neue Landkreisbewohner haben in anderen Kreißsälen, Geburtshäusern oder auch Zuhause das Licht der Welt erblickt.

Doch wie sieht nun die Verteilung der Geburtenzahlen im Landkreis im Detail aus? Die Bayerische Rundschau hat von der Stadt Kulmbach und den Gemeinden die Daten angefordert und ausgewertet. Die meisten Geburten in absoluten Zahlen, nämlich 210, wurden naturgemäß in der großen Kreisstadt Kulmbach gemeldet; gefolgt von der größten Gemeinde des Landkreises, der Marktgemeinde Mainleus, mit 84 Geburten. Auf stolze 33 Geburten bringt es die drittgrößte Gemeinde Neudrossenfeld, die damit das an Einwohnerzahlen stärkere Thurnau abhängt, das um 29 neue Erdenbürger gewachsen ist. Auch Himmelkron und Stadtsteinach tauschen die Plätze. Das kleinere Stadtsteinach bringt es auf 28 Geburten, während im größeren Himmelkron 21 Babys gemeldet wurden.

Nur zwei Babys in Guttenberg

Am wenigsten Nachwuchs in absoluten Zahlen, nämlich zwei Babys, gab es - das ist ebenfalls keine Überraschung - in Guttenberg, der kleinsten Gemeinde im Landkreis. Die zweitkleinste Gemeinde im Landkreis, Grafengehaig, hat drei Geburten zu vermelden, Rugendorf als drittkleinste Gemeinde sechs neue Erdenbürger, Wonsees und Harsdorf jeweils sieben.

Soweit die absoluten Zahlen. Aussagekräftiger ist aber die Geburtenquote, die man erhält, wenn man die Größe der Gemeinde ins Verhältnis zur Anzahl der Geburten setzt. Und dann kristallisiert sich ein eindeutiger Spitzenreiter heraus.

Liegt es am Storch auf dem Schuldach?

Die mit Abstand gebärfreudigste Gemeinde im Landkreis ist Mainleus. Ob das wohl am Storch liegt, der auf dem Schulgebäude sein Quartier bezogen hat? Bürgermeister Robert Bosch (CSU), der sich natürlich sehr über diese Zahlen freut, mag das - mit einem Augenzwinkern - nicht ganz ausschließen. Für ihn liegen die (weiteren) Gründe auf der Hand. "In Mainleus wurde in den vergangenen Jahren viel Wohnraum geschaffen, der natürlich gerne von jungen Familien in Anspruch genommen wird", sagt er. Dazu komme ein umfassendes Angebot an Kinderbetreuung, das ebenso kontinuierlich ausgebaut worden sei.

Für junge Familien anscheinend ähnlich attraktiv sind die Gemeinden Wirsberg, Trebgast, Kupferberg, Stadtsteinach und Neudrossenfeld, die in Sachen Geburtenquote auf Rang zwei bis sechs folgen. Vor allem Stadtsteinach hatte 2021 einen wahren Babyboom zu verzeichnen und konnte die Geburtszahlen von 12 Babys 2020 auf 28 im vergangenen Jahr mehr als verdoppeln.

Schlusslicht bei der Geburtenquote ist dagegen Grafengehaig, das seine Zahlen von 2020 im vergangenen Jahr noch einmal halbiert hat. Nur unwesentlich besser stehen Guttenberg, Kasendorf, Marktleugast, Wonsees und Himmelkron da, wo ebenfalls deutlich weniger Kinder zur Welt kamen als im Landkreis-Durchschnitt.

Einen Geburtenüberschuss (also mehr Babys als Sterbefälle) hatten im Landkreis Kulmbach nur drei Gemeinden zu verzeichnen: Mainleus (+ 32), Trebgast (+ 6) und Ludwigschorgast (+ 2). Gleich viele Geburten wie Sterbefälle registrierten Kupferberg (10) und Guttenberg (2). Die restlichen Städte und Gemeinden hatten mehr Todesfälle als Geburten zu vermelden.

Das sind die beliebtesten Vornamen

Das sind die beliebtesten Vornamen für die Kinder, die im Standesamt Kulmbach gemeldet wurden (sie wurden im Klinikum Kulmbach und damit in der Stadt geboren, können aber auch aus anderen Landkreisen und Städten stammen):

Mädchen

1. Emilia (11)

2. Lina (10)

3. Emma (9)

4. Amelie, Lena, Leni, Leonie (je acht Mal vergeben)

5. Ida, Lia, Sophie (je sieben Mal)

Jungen

1. Paul (11)

2. Noah (10)

3. Luca (8)

4. Ben, Elias, Felix, Julian, Leo, Luis, Max (je sieben Mal vergeben)

5. Fabian, Liam, Henry, Theo (je sechs Mal vergeben)

Für manche Eltern darf es gern etwas ausgefallener sein. Sie haben sich zum Beispiel für diese exotische Namen entschieden:

Mädchen

Linddi, Lumi, Jonna, Melodie, Rasta, Runa, Keona, Theofilia, Artemis, Wolke

Jungen

Barnabas, Caspar, Elino, Fero, Kjell, Morayo, Sky, Watan, Fero, Ragnar