In Wonsees und Umgebung kennen sie die meisten Menschen, zumindest ihre Gaststätte: Alfred und Isolde Erlmann aus Schirradorf haben viele Jahre lang das Dorfwirtshaus in Schirradorf geführt. Heute hat Sohn Hans die Geschäfte und auch die dazugehörige Landwirtschaft übernommen. Doch lange Zeit war die Wirtschaft für das Ehepaar der Lebensmittelpunkt. Beide haben nun ihren 50. Hochzeitstag gefeiert.

"Wir hatten Höhen und Tiefen, wie jedes andere Paar auch", so Isolde Erlmann. Zum Beispiel wäre sie gerne einmal in den Urlaub gefahren. "Mit der Wirtschaft ist an so etwas aber nicht zu denken." Dafür hatten sie auf dem Hof andere schöne und einschneidende Erlebnisse.

Als wäre es gestern gewesen

So erinnern sich beide noch gut daran, wie das alte Haus abgerissen wurde und sie ihr schöneres, größeres Heim bezogen. Auch an ihre Hochzeit können sich beide noch erinnern, als wäre es erst gestern gewesen. "Mein Kleid war von der Schneiderin genäht, nicht einfach von der Stange, wie man das heute oft hat", sagt Isolde Erlmann. Die Hochzeit fand an einem Ostermontag statt. "Sonntag waren schon zwei Trauungen, und Karsamstag ist damals nicht getraut worden," weiß ihr Mann Alfred noch genau.

Auch er kann sich noch gut an seinen Anzug, sein weißes Hemd und an den Schneider erinnern, der beides angefertigt hat. Vor der Hochzeit kannten sich die Erlmanns schon einige Jahre.

Wie war es, als sie sich das erste Mal gesehen haben? "In Großenhül gab es damals den Tanzsaal Brendel, da sind Leute aus der ganzen Umgebung hingegangen", erzählt der 75-Jährige, der dort seine Isolde getroffen hat. Sie war aus Felkendorf gemeinsam mit Nachbarn damals regelmäßig nach Großenhül gekommen. "Alfred hat Escorial getrunken", sagt sie und lacht. "Daran erinnere ich mich noch genau. Das ist ein starker grüner Kräuterschnaps."

Damals, so die Gastwirtin, seien im Tanzsaal immer mal wieder kleinere Kapellen aufgetreten und spielten Klassiker wie die "rauschenden Birken". Mit 21 und 25 Jahren heirateten beide, zogen in Alfreds Elternhaus nach Schirradorf und übernahmen Schritt für Schritt das Ruder.

Das ganze Dorf gratulierte

Zur Goldenen Hochzeit kam fast das ganze Dorf. Beide sind überzeugt, dass ihre Liebe noch lange frisch bleibt. "Man darf nicht so viel über alles nachdenken - einfach weitermachen", so Alfred Erlmann. Und seine Frau ergänzt: "Es muss jeder mal nachgeben." Das ist den beiden in 50 Jahren offenbar gut gelungen.