Wenn Sie nach der treuesten Begleiterin der holden Weiblichkeit gefragt würden, könnten Sie sicher sofort antworten: Richtig, die Handtasche.

Ebenso wie andere Ausstattungsgegenstände der Dame von Welt ist sie modischer Veränderungen unterworfen. Jeder kennt sicher das Vorurteil, wonach Frauen in ihren Handtaschen nichts finden. Auch wenn das gar nicht wahr sein mag, hat man doch schon Szenen miterlebt, in denen eine vergebliche Suche mit einer abgelaufenen Fahrkarte von vor drei Monaten beginnt, sich über vier Haarspangen und der lange vermissten Quittung aus dem Jahr 2011 erstreckt, schließlich in einen unübersehbaren Berg von Gegenständen mündet, den unsereins nicht einmal in einem Reisekoffer unterbringen würde, und dem Ausruf: "Mist, ich kann's einfach nicht finden". Beängstigend allerdings wird diese Thematik, wenn die Handtaschen wachsen.
Dies jedenfalls scheint aktuelle Mode zu sein.

Saß ich doch neulich in einem Kulmbacher Lokal, als mich eine Kollegin bat, ihr doch ihre Handtasche zu reichen. Auf meine höfliche Frage, welche der beiden Taschen denn ihre sei, schaute sie mich abschätzend an und erwiderte, dort stünde nur eine. Bei genauer Nachschau musste ich ihr recht geben, war ich doch angesichts des enormen Ausmaßes von zwei Taschen ausgegangen. Zumindest eines hat mich dann aber doch erleichtert. Die Kollegin war nur im Aufbruch begriffen. Und wollte nicht etwa beginnen, in dieser Handtasche etwas zu suchen.