Die Haltung von Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) ist seit langem klar: "Ich kann mir eine Zufahrt zur Plassenburg durch den Buchwald nicht vorstellen."

Dies bekräftigte Lehmann gestern auf Anfrage der Bayerischen Rundschau erneut: "Das wäre ein zu großer Eingriff in die Natur."

Nur eine realisierbare Variante

Damit hat sich bereits das zweite Oberhaupt einer Gemeinde klar positioniert. Wie berichtet, hatte auch die Bürgermeisterin der Gemeinde Ködnitz, Anita Sack (FW) in der jüngsten Gemeinderatssitzung Plänen für eine Straße durch den Buchwald eine Absage erteilt.

In jener Gemeinderatssitzung hatte der Präsident der Bayerischen Verwaltung staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Bernd Schreiber, den Zwischenstand eines Gutachtens präsentiert, das Möglichkeiten der besseren Erschließung der Plassenburg aufzeigen und bewerten soll. Schreiber zufolge habe man verschiedene Varianten geprüft. Allerdings sei einzig eine Straße vom Ködnitzer Ortsteil Leithen durch den Buchwald bis zur Plassenburg als realisierbar eingestuft worden. Schreiber hatte deutlich gemacht, dass die Schlösserverwaltung nun definitiv auf diese Variante setzt und andere Möglichkeiten nicht weiter verfolgen werde, sollten die beteiligten Kommunen - die Stadt Kulmbach und die Gemeinde Ködnitz - dem nicht zustimmen.

Wie Ingo Lehmann gegenüber der BR sagte, hat Schreiber dies in einem persönlichen, alles in allem sehr konstruktiven Gespräch mit ihm noch einmal bekräftigt. "Er hat mir gesagt, dass es nach eingehender Prüfung nur diese eine Möglichkeit gibt." Überzeugt zeigte sich Lehmann davon, dass die Zufahrt zur Plassenburg nicht das entscheidende Problem sei. "Nur wegen einer besseren Erschließung gehen ja nicht mehr Leute rauf."

Burg attraktiver machen

Vielmehr gelte es, die Plassenburg insgesamt attraktiver zu machen. Lehmann erinnerte in dem Zusammenhang an Mittelaltermärkte oder die Theatervorstellungen der "Buschklopfer", die es vor Jahren einmal auf der Plassenburg gegeben habe.

Trotz aller Vorbehalte gegenüber den Plänen der Schlösserverwaltung wolle er sich weiteren Gesprächen nicht verschließen, so Lehmann. Den Vorschlag der "Freunde der Plassenburg", einen "Burggipfel" zu veranstalten, bezeichnete er als "charmante Idee", die jedoch frühestens Anfang kommenden Jahres umgesetzt werden sollte.

Die Vorgeschichte

Die Vorgeschichte Anfang der neunziger Jahre wird in Kulmbach über den Bau einer Standseilbahn diskutiert. Nach heftigen Protesten aus der Bevölkerung wird das Projekt nicht weiterverfolgt.

Parkverbot 1995 wird das Parken im Kasernenhof auf der Plasenburg verboten. Als Grund wird vor allem die Sorge angeführt, dass Pkw im Ernstfall Rettungsfahrzeuge blockieren könnten.

Parken im Winter Im November 2015 wird das Parken im Kasernenhof während des Winterhalbjahres wieder erlaubt - zunächst probeweise, dann auf Dauer.

Parken auf dem Reitgelände Ein Parkplatz auf dem ehemaligen Reitgelände hinter der Plassenburg soll bis zu 200 Autos aufnehmen. Ungeklärt ist freilich die Frage der Zufahrt. Der damalige Heimatminister und heutige Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigt ein Gutachten an, das verschiedene Möglichkeiten der Erschließung prüfen soll.

Konkrete Pläne Das Gutachten lässt auf sich warten. Allerdings scheint bei der Schlösserverwaltung die Entscheidung schon festzustehen. In der Sitzung des Ködnitzer Gemeinderates im Oktober spricht der Präsident der Behörde, Bernd Schreiber, von einer Straße durch den Buchwald als einzige umsetzbare Möglichkeit unter einer Reihe von Varianten.gey