Die Plassenburg ob Kulmbach ist ein Schatz, für den man viel mehr Familien, Urlauber und Tagestouristen als bisher begeistern sollte. Allerdings nicht, indem man eine Schneise in den Buchwald schlägt und Autos auf einer neuen Trasse zur Burg fahren lässt. Das ist, kurz gesagt, der Standpunkt der Initiative "Liebenswertes Kulmbach".

Dieser Initiative, ein parteifreier Zusammenschluss unterschiedlichster Menschen unter der Federführung von Barbara Biella, hat nun, gerade rechtzeitig vor dem morgigen "Burggipfel" (siehe unten) eine Ideensammlung vorgelegt. Dabei geht es nicht nur um den Weg zur Burg, sondern auch um einen Themenspielplatz, der großen und kleinen Menschen Lust machen soll, sich einmal die "richtige" Burg aus der Nähe anzuschauen. Zusammengearbeitet haben die Initiatoren dabei auch mit Schülerinnen und Schülern des Caspar-Vischer-Gymnasiums und ihrem Lehrer Andreas Schoberth.

Idealer Standort

Ein solcher Themenspielplatz könnte, so heißt es in dem Konzept, die Innenstadt beleben. Im Gegensatz zu den konventionellen Spielplätzen in der Stadt, die sich alle irgendwie ähnelten, orientiere sich ein Themenspielplatz in Anlage und Ausstattung an der Burg. Die von den Schülern gezeichneten Entwürfe sehen Labyrinthe, Burgmauern, Lager, Zelte und Zugbrücken vor - ganz wie auf einer echten Burg. "Besonders für Kinder ist das anziehend und das Interesse an der Burg würde spielerisch geweckt werden", heißt es in dem Gestaltungsvorschlag.

Einen idealen Standpunkt für einen solchen Spielplatz hat sich die Initiative schon ausgeguckt: das ehemalige Kaufplatz-Gelände. "Dieses hätte das Potenzial, zu einem grünen Mittelpunkt Kulmbachs zu werden, auf dem sich Einheimische, Touristen und Studierende begegnen können.... eine Begegnungsstätte.... die auch unsere Innenstadt wieder belebt."

Wenn Kinder und Eltern dann auf dem Spielplatz Lust bekommen, sich die "große Plassenburg" einmal anzuschauen, sollte der Weg dorthin attraktiver als bisher gestaltet werden, heißt es in dem Entwurf weiter. Hierzu brauche es weder eine Standseilbahn noch einen Fahrstuhl oder eine Straße durch den Buchwald. Ein Bus-Zubringer reiche aus: "Schnell und kostengünstig."

Engere Taktung

Die aktuelle Situation erscheint allerdings unbefriedigend. Derzeit fährt die Linie 5 des Stadtbusses im Sommer halbstündlich zur Burg. "Diese Taktung sollte jedoch bedarfsgerechter erfolgen: drei- bis viermal pro Stunde in den Sommermonaten würden bestimmt mehr Besucher auf die Burg locken."

Bislang fehlten an den Bushaltestellen Hinweisschilder auf den Shuttle zur Burg; die Fahrpläne seien unübersichtlich, heißt es weiter. Zudem mangle es an Hinweisschildern, wie man die Burg erreicht. Wenn es nach "Liebenswertes Kulmbach" geht, sollte für die Fahrt zur Burg ohnehin ein separates Verkehrsmittel eingesetzt werden, für das die CVG-Schüler bunte, fantasievolle Entwürfe gezeichnet haben: eine Wegebahn, wie sie zum Beispiel auch als Veste-Express in Coburg oder als Schlossbahn in Wernigerode im Einsatz ist. Vorrecherchen hätten ergeben, dass eine Regensburger Firma in der Lage ist, eine solche Bahn zu bauen, die auch den steilen Anstieg zur Plassenburg meistert.

Festungsanlagen erlebbar

Drittes wesentliches Element in dem Konzept ist schließlich ein "Erlebnispfad" zur Burg. Eine ansprechende Gestaltung könnte den langen, steilen Anstieg interessanter machen. Im Mittelpunkt der Überlegungen der Initiative steht der Fußweg zur Burg. Der verläuft zunächst parallel zur Fahrstraße, knickt dann ab, zieht sich in Serpentinen bis zum Parkplatz unterhalb des Rondels und dann südlich der Burg entlang, wo er etwa in Höhe des früheren Reitgeländes auf den Weg zum Buchwald mündet.

Diesen Erlebnispfad könnte man mit kleineren, burgbezogenen Spielmöglichkeiten und kindergerechten Informationstafeln zur Burggeschichte aufwerten. Auf diesem Weg würden die gewaltige Größe der Plassenburg und der sie umgebenden Festungsanlagen auf besondere Weise erlebbar. "Außerdem eröffnet sich im serpentinenartigen Aufstieg manch anderer Blick sowohl auf die Burgmauern als auch auf unsere liebenswerte Stadt." Barbara Biella und ihre Mitstreiter sind zuversichtlich: "Durch schrittweises Umsetzen dieser Ideen wäre es möglich, Kulmbach und die Plassenburg für die Zukunft aufzuwerten."