Am Mittwochabend gab er bekannt, dass Anselstetter bei der Kommunalwahl 2020 noch einmal als Bürgermeisterkandidat der SPD antreten werde. Er folge damit einem Wunsch des SPD-Ortsvereins. "Ich sehe es als große Ehre, mich dem Wählervotum erneut stellen zu dürfen."

Anselstetter ist seit 1978 ehrenamtlicher Bürgermeister der Marktgemeinde Wirsberg und vollendet in wenigen Tagen sein 73. Lebensjahr.

"Ich war zutiefst beeindruckt"

1969 trat er dem SPD-Ortsverein Wirsberg bei, 1972 wurde er erstmals in den Gemeinderat gewählt. Dass er wenig später für das Bürgermeisteramt kandidierte, "kam völlig überraschend", weil Heinrich Hückmann wegen beruflicher Beanspruchung 1978 nicht antrat. "Ich war zutiefst beeindruckt, als mir die Wirsberger mit 31 Jahren bereits im ersten Wahlgang das Vertrauen schenkten."

Dass aus diesem Vertrauensbeweis mehrere Amtsperioden werden würden, ahnte Hermann Anselstetter damals nicht, und darauf spekulierte er auch nicht: "Ich bin ein kommunalpolitischer Arbeiter, der seine Verantwortung täglich mit ganzer Kraft wahrnimmt und erst kurz vor der nächsten Wahl über eine erneute Kandidatur nachdenkt. Dass mir diese kommunale Führungsaufgabe nun schon sieben Amtsperioden lang anvertraut wurde und ich inzwischen der jüngste dienstälteste Bürgermeister Bayerns bin, erfüllt mich mit Dankbarkeit und Demut." Ihm sei die Energie geschenkt, jede Herausforderung anzunehmen und in zielführender Teamarbeit das Beste herauszuholen.

Teamspirit als Basis für den Erfolg

Der Sport habe ihm viel gegeben. "Ob als Leistungsturner, Handballer oder Fußballer, Kameradschaft und Teamspirit bildeten immer die Basis für gemeinsame Erfolge."

Als Sprinter hasste Anselstetter die Langstrecken. Doch eines Tages erwachte seine Freude an Marathon und Triathlon: "Stundenlang und kilometerweit allein bei sich selbst zu sein und immer das Ziel im Auge zu haben, das schafft Ausdauer, Geduld und mentale Stärke." Im Laufe der Jahre sei ihm bewusst geworden, dass erfolgreiche Kommunalpolitik im Idealfall ein beständiges, jahrelanges Bohren dicker Bretter ist.

Offen für Neues

Wie Anselstetter weiter erklärte, stelle er sich nach wie vor gerne in den Dienst seiner Heimatgemeinde. Als "Ganztagsbürgermeister für alle" sei er bereit, "unserer Ortsgemeinschaft auch in Zukunft meinen Erfahrungsschatz, meine Offenheit für Neues, meine Kompetenz, meine Lösungsbereitschaft und mein engagiertes Handeln zur Verfügung zu stellen".

In einer lebendigen Gemeinde gebe es keinen Stillstand, sondern immer wieder viel zu tun. Sieben Tage in der Woche stehe er den Bürgern als Ansprechpartner auf Augenhöhe zur Verfügung. "Ich brauche kein Vorzimmer, meine Tür steht jedem Bürger offen. Ich helfe, wo ich nur helfen kann."

Freude bei der SPD

Die Entscheidung Anselstetters rief beim SPD-Ortsverein und der SPD-Fraktion im Marktgemeinderat große Erleichterung hervor. Fraktionssprecher Jörg Treutler: "Wir können froh sein, dass er sich noch einmal zur Wahl stellt, denn sein kommunalpolitisches Wissen und sein Verhandlungsgeschick sind eigentlich unersetzbar." Ortsvorsitzender Gottfried Luthardt sieht es ähnlich: "Unsere Gemeinde ist auf einem guten Weg und schaut immer nach vorne."Rei.