Schon nach seiner vermutlich letzten Tat hatte er ein Geständnis abgelegt: der 20-Jährige, dem die Staatsanwaltschaft Bayreuth vorwirft, 2014 in Thurnau mehrfach Feuer gelegt und dabei einen Sachschaden von fast 200 000 Euro verursacht zu haben. Der Heranwachsende, der bis vor wenigen Jahren selbst in der Wehr aktiv war, muss sich seit dieser Woche vor dem Bayreuther Amtsgericht wegen Brandstiftung verantworten.

Wut auf die Feuerwehr?

Zeugenhinweise und Erkenntnisse der Kulmbacher Polizei hatten im September den Verdacht gegen den jungen Mann erhärtet. Polizisten hatten dessen Wohnung durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Nach seiner Festnahme hat der Mann die Taten gleich eingeräumt. Sein Motiv? Offenbar war es die Wut auf die Thurnauer Wehr, die ihn zum Feuerteufel hat werden lassen. Nachdem er schon 2012 ein Feuer gelegt hatte und in der Folge wegen Brandstiftung verurteilt worden war, hatte der 20-Jährige aus der Wehr austreten müssen.

Auch Pferde werden gerettet

Staatsanwalt Matthias Burkhardt warf dem Thurnauer konkret vor, am 21. Juli kurz nach Mitternacht eine mehrstöckige Scheune in der Badersbergstraße angezündet zu haben. Diese war in Vollbrand geraten. Den Schaden, der am Gebäude und an den dort eingelagerten Heuballen entstanden ist, bezifferte er auf 100 000 Euro. Zwei Pferde und ein Hase konnten laut Burkhardt aus den Flammen gerettet werden. Auch einen Traktor habe man rechtzeitig aus der Scheune holen können.

Schützen haben Glück

Durch die Brand- und Hitzeentwicklung war auch der Putz des angrenzenden Schützenhauses beschädigt worden. Dabei hatte die Schützengesellschaft noch Glück. Denn nur die äußeren, doppelten Fenster barsten. So blieb der Saal selbst vor Funkenflug verschont.

Brandbeschleuniger

Auch für einen Carport-Brand am 14. September in der Bahnhofstraße macht die Staatsanwaltschaft den Angeklagten verantwortlich. Er habe den Carport, der sich direkt neben einem Wohnhaus befand, mit einem Benzin-Ölgemisch als Brandbeschleuniger angezündet, sagte Staatsanwalt Burkhardt. Das Haus stand wegen Renovierungsarbeiten leer. Im Carport lagerte Brennholz. Ein Kühlschrank und zwei Anhänger, die dort standen, wurden beschädigt, auch die Dachbalken des Wohngebäudes brannten an. Hier wird der Sachschaden auf 30 000 Euro beziffert.

Im Carport standen sieben Autos

Schließlich wird dem 20-Jährigen vorgeworfen, am 19. September um 2.45 Uhr am Hegnig in Thurnau eine weitere Brandstiftung verübt zu haben. Diesmal habe der Angeklagte einen Korb mit Holzresten als Brandbeschleuniger benutzt. Der Carport, der Platz für sieben Autos bot, fing vollständig Feuer. Ein dort geparkter BMW wurde an der Front beschädigt, an einem Seat entstand Totalschaden. Am gesamten Fahrzeug wurden laut Staatsanwalt nach der Brandnacht Hitzeschäden ausgemacht.

Der Angeklagte hat geholfen

Die anderen fünf Autos, die dort abgestellt waren, konnten noch rechtzeitig weggefahren werden. Der Angeklagte selbst hat dabei geholfen. Am Carport entstand ein Gesamtschaden von 50 000 Euro.
Richter Alois Meixner setzte die Verhandlung gegen den 20-Jährigen, der vom Bayreuther Rechtsanwalt Wolfgang Schwemmer vertreten wird, nach gut einer Stunde vorläufig aus. Diese wird wohl im April fortgesetzt werden. Dann soll auch ein Gutachter zu Wort kommen.