Können die Anwohner des Ängerlein damit rechnen, dass es in ihrem Wohngebiet bald nicht mehr so laut ist? Ein Schreiben aus dem Rathaus, das einige von ihnen dieser Tage im Briefkasten vorfanden, macht zumindest ein bisschen Hoffnung: Weil die Grenzwerte für die Lärmbelastung entlang der Nordumgehung überschritten werden, denkt das Staatliche Bauamt in Bayreuth nun über eine Ergänzung des Lärmschutzes nach.

Unterstützung durch die Stadt

Eine Zusage der Stadt Kulmbach, die Bepflanzung entlang der Nordumgehung in eigener Regie zu ergänzen und damit für mehr Schutz zu sorgen, steht bereits seit September.

Damit hat eine Bürgerinitiative, die seit dem Sommer in dem Kulmbacher Ortsteil aktiv ist, zumindest einen kleinen Erfolg eingefahren. Wie berichtet, hatte sich eine Reihe von Anwohnern über den zunehmenden Lärm von der Nordumgehung beklagt, der sie insbesondere beim Aufenthalt in ihren zur Flutmulde und zur Straße hin ausgerichteten Gärten und auf den Südbalkonen beeinträchtigt.

Der Wunsch der Anwohner: eine Ergänzung der Bepflanzung und ein Tempolimit auf der Nordumgehung. Im Juli beschäftigte sich der Kulmbacher Stadtrat mit einem entsprechenden Antrag - der abgelehnt wurde. Eine dichtere Bepflanzung sei vorstellbar, nicht aber ein Tempolimit. So äußerten sich mehrere Stadträte.

Die Anwohner des Ängerlein wollten das so nicht akzeptieren. Sie starteten eine Unterschriftenaktion. Mit enormem Erfolg: Mehr als 600 Menschen unterstützten das Anliegen. Bei der Übergabe der Unterschriften im Rathaus im September sicherte Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) zu, dass die Stadt nach Rücksprache mit dem Bauamt in Bayreuth bereit sei, eine Ergänzung der Bepflanzung in eigener Regie vorzunehmen.

Die Stadt leitete die Unterschriften an das Bauamt weiter. Nun liegt eine Antwort von Baudirektor Kurt Schnabel vor. Der weist darauf hin, dass ein Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen nur beim Neubau oder einer wesentlichen Änderung von Straßen bestehe.

Allerdings gebe es auch Mittel für freiwillige Zahlungen an Betroffene, die einer sehr hohen Belastung ausgesetzt sind.

Vom Bundesministerium für Verkehr seien kürzlich die sogenannten Auslösewerte für die Lärmsanierung an Bundesstraßen abgesenkt worden. Eine vom Staatlichen Bauamt durchgeführte Lärmberechnung habe eine Überschreitung der jetzt niedrigeren Auslösewerte ergeben.

Wie Oberbürgermeister Lehmann den Anwohnern im Ängerlein nun mitteilt, will das Bauamt weitere Untersuchung zu einer Ergänzung des Lärmschutzes im betroffenen Bereich durchführen. Hierbei soll insbesondere überprüft werden, mit welchen Maßnahmen sich vor allem die Überschreitungen der Grenzwerte am Tag vermeiden lassen.

Das Staatliche Bauamt Bayreuth habe ihm zugesichert, sich unverzüglich mit ihm in Verbindung zu setzen, sobald Ergebnisse dieser Prüfung vorliegen, schreibt Lehmann. Er werde die Anlieger dann umgehend informieren.