Gegen den Beisitzer im AfD-Landesvorstand und Kulmbacher Kreisvorsitzenden der Alternative für Deutschland, Georg Hock aus Wonsees, hat es offenbar innerparteiliche Angriffe gegeben. Von einem Antrag auf ein Amtsenthebungsverfahren vor dem Landesschiedsgericht war in AfD-Kreisen die Rede gewesen.
Auf BR-Nachfrage sagte Georg Hock gestern: "Ja, es gab Intrigen gegen mich. Aber ich darf feststellen: Ich bin keines meiner Ämter enthoben und werde es auch nicht."
Der Wonseeser wollte sich nicht weiter dazu äußern, wer gegen ihn opponiert habe. "Nur so viel: Es gab zwei Versuche, mich loszuwerden. Beide sind gescheitert." Offenbar war es ein Mitglied im bayerischen AfD-Landesvorstand gewesen, das sich über Hocks Verhalten beschwert hatte. Die "Mainpost" in Würzburg hatte aus einem internen Schreiben zitiert, wonach Hock "wiederholt und in vollem Bewusstsein Äußerungen getätigt und Handlungen ausgeführt" habe, die mit seinen Ämtern "nicht vereinbar" seien.
Georg Hock gehört seit Oktober 2015 als Beisitzer zum Landesvorstand, er ist stellvertretender Bezirkschef in Oberfranken und Vorsitzender des Kreisverbands Kulmbach-Lichtenfels. Im Wahlkreis Kulmbach war er 2013 bei der Bundestagswahl für die AfD angetreten.
Er selber sieht sich als "Gallionsfigur der Konservativen", was einigen Anhängern des ehemaligen Parteichefs Bernd Lucke "nicht in den Kram passt". Die Meldung über seinen angeblichen Rausschmiss nannte er rufschädigend und zugleich "peinlich für diejenigen, die schon Vollzug verkündet hatten".


Hohe Hürden bis zum Ausschluss

Landesvorsitzender Petr Bystron bestätigte auf Nachfrage, dass es im Landesverband Vorbehalte gegen Hocks Amtsführung gibt. "Manch einer kritisiert, dass er sich falsch verhalten habe und dafür belangt werden müsse. Um aber ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten, dafür ist ein standardisiertes Verfahren nötig - und das beinhaltet ziemliche Hürden: Der Landesvorstand muss mit Zweidrittelmehrheit darüber entscheiden, erst dann kann der Antrag beim Schiedsgericht gestellt werden."
Bystron sagte, dass ein solches Verfahren nie zur Diskussion gestanden habe. "Die Vorwürfe der Kollegen drehten sich vor allem um Verfahrensfehler, nicht um politische Verfehlungen." Es werde aber überlegt, so der Landesvorsitzende, ob der Wonseeser eine Abmahnung bekommt. "Eine solche kann der Landesvorstand selber aussprechen."