Es war kein Schwächeanfall, als sich Traudl Tröger-Franz gegen den Stützbalken im Saal der "Kommunbräu" presste. Es waren die Nerven. Aber: Alles nur gespielt beim "Musikalischen Spaß" im Jahreskonzert der Akkordeonfreunde Kulmbach am Samstagabend.

Darin kamen die Musiker nämlich mit dem Mischmasch aus verschiedenen Musikstücken vom Hundertsten ins Tausendste und wieder zurück. Von Aida bis Schnadahüpferl. Die Dirgentin versuchte ihr Bestes. Umsonst. Schließlich lief sie entnervt weg. Und das Publikum war begeistert.

Buntes Programm

Bunt gemischt blieb dennoch das Programm des Konzerts. Hatte man sich vor einem Jahr mit dem Dampfer auf Weltreise begeben, so blieb man in diesem Jahr weitgehend in der Nähe. Hatte aber noch ein paar Erinnerungen an Südamerika parat: Zum Beispiel ein Medley aus Stücken von Herp Alpert, die seinerzeit um die Welt gingen. Und eine Beguine aus der Karibik.

Zudem gab es Südeuropäisches wie den Ur-Paso-Doble "Espania Cani" und die Samba "Quando Quando", die weiland Peter Alexander oder Caterina Valente einfach nach Italien verfrachteten.

Schwerpunkt des Konzertprogramms war diesmal aber bodenständige Musik wie die "Amsel-Polka", ein Waltenburger Schottisch und Böhmisches von Slavko Avsenik, das erstaunlicherweise auf Akkordeon genauso eingehend und fast schon heimelig klingt wie das Original mit Blasinstrumenten.

Und selbst beim "Trompeten-Echo" hatte wohl niemand die Trompete vermisst. Elf Akkordeons machen genauso viel her wie eine ganze Blaskapelle. Klingen vielleicht sogar wärmer und gleichzeitig mächtiger, selbst wenn man auf Lautsprecher verzichtet hätte.

Das Orchester um Vorsitzende Karin Penning mit Schlagzeuger Marius Köber von der Untersteinacher Blasmusik zeigte abermals, was es kann und dass es etwas kann. Und was Spielfreude bedeutet. Dabei muss man nicht unbedingt showmässig lächeln, was Karl Heinrich Backert, der Moderator des Abends, richtig anmerkte. Denn "das musikalische Lächeln kommt aus dem Herzen".