Beim 75. Jubiläum der Wasserwacht-Ortsgruppe Kulmbach am Oberauhof stand einer ganz besonders im Mittelpunkt: Seit 55 Jahren ist Gerhard Spindler im Dienst der Wasserwacht – beigetreten ist er bereits mit 15 Jahren. "Ich ging als Jugendlicher gerne ins Schwimmbad und hatte Spaß am Wassersport", erzählt der 70-Jährige. Am vergangenen Freitag gab er seinen Vorstandsposten der Kulmbacher Ortsgruppe an Raimund Arth ab.

42 Jahre lang Schwimmmeister

Bereits mit 18 Jahren wurde Gerhard Spindler zum stellvertretenden Jugendleiter ernannt. Mit 19 Jahren stieg der eigentlich gelernte Schlosser auch hauptberuflich um. "42 Jahre lang bis zum Jahr 2011 war ich Schwimmmeister im Freibad und im Hallenbad", sagt er und erinnert sich gerne an diese Jahre.

Doch auch bei der Wasserwacht stieg er in der Rangleiter nach oben, bekleidete 20 Jahre lang das Amt des Vorsitzenden der Kreiswasserwacht und war 18 Jahre lang Vorsitzender der Ortsgruppe Kulmbach. "Ich habe schon das 20. Jubiläum mitgemacht und erinnere mich auch an das große 40-jährige Jubiläum in der alten Sandlerhalle – oder an die 60- und 70-jährige Jubiläumsfeier im Freibad."

Fest mit Zeltbetrieb und Bootstaufe

Der Höhepunkt war für ihn jedoch die Feier zum 50-jährigen Bestehen der Ortsgruppe. "Am Oberauhof wurde ein 4-tägiges Fest mit Zeltbetrieb, Bootstaufe und toller Musik abgehalten." Das war am vergangenen Samstag coronabedingt in diesem Umfang freilich nicht möglich. Dennoch konnten die anwesenden Mitglieder den verdienten Ehrenamtler in einem kleineren Rahmen entsprechend würdigen. Oberbürgermeister (OB) Ingo Lehmann (SPD), Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) und Bezirkstagspräsident Henry Schramm (CSU) lobten das Engagement der Wasserwacht im Allgemeinen und das von Gerhard Spindler im Besonderen. "Die Geschichte der Wasserwacht Kulmbach ist eine Erfolgsgeschichte", sagte OB Lehmann.

Und in der Tat haben die Mitglieder der Ortsgruppe Kulmbach vieles erlebt und bewirkt, durchliefen Höhen und Tiefen. "Im Zeitraum von 1995 bis 2005 befand sich die Ortsgruppe durch umfangreiche Ausbildungsmaßnahmen und Mitgliederwerbung auf dem Höhepunkt ihrer langjährigen Geschichte", berichtete Gerhard Spindler.

Mitgliederschwund nach 2005

Allerdings verringerte sich in den darauffolgenden Jahren die Zahl der Jungmitglieder und Aktiven stetig, so dass der Ortsgruppe nur noch vier Jugendliche und zehn Aktive zur Verfügung standen. "Deswegen wurde 2013 eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen und eine neue Vorstandschaft gewählt." Die bestand fortan aus den beiden alten Hasen Gerhard Spindler und Walter Feyer. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, die Wasserwacht-Ortsgruppe Kulmbach gemeinsam mit den "alten Mitgliedern" wieder auf Kurs zu bringen.

Die Jugendarbeit wurde wieder forciert und die Kameradschaftspflege hochgehalten. "Das ist sehr wichtig in einer Ortsgruppe", sagt Spindler. Auch Lehrgänge zum Erwerb des Deutschen Rettungsschwimmabzeichens wurden verstärkt angeboten. Zudem gab es Infoveranstaltungen in Schulen und im Rahmen des Ferienpasses.

23 Personen im aktiven Dienst

Heute sieht es in der Ortsgruppe wieder wesentlich besser aus als um 2013. Im Augenblick stehen ihr für den aktiven Dienst unter anderem fünf aktive Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst, drei aktive Wasserretter, zehn Aktive mit Rettungsschwimmabzeichen in Silber und fünf Aktive mit abgeschlossener Sanitätsdienstausbildung zur Verfügung. Insgesamt sind aktuell 23 Personen im aktiven Dienst tätig. Hinzu kommen 16 Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren mit einer entsprechenden Ausbildung.