Auf seinen Anwesen in Wilhelmsthal stehen drei Käfer, glänzend, blitzblank geputzt. Man merkt, Walter Preuß ist stolz auf seine Raritäten. An den teilweise 40 Jahre alten Fahrzeugen ist erkennbar, Walter Preuß hat ein gutes Händchen für das Schrauben und Basteln. Unzählige Stunden, oft am Feierabend oder an den Wochenenden, investierte Walter Preuß in diese rund Fahrzeuge, um sie in unermüdlicher Kleinarbeit von Grund auf zu sanieren.

In seiner Garage steht derzeit ein weiterer Käfer, allerdings völlig verschlissen. "Den will ich als nächstes herrichten." Begeisterung ist seiner Stimme zu entnehmen, wenn er von der robusten Technik des Käfers spricht. "In unseren Tagen", so meint er, "sind alle Autos vollgestopft mit Elektronik bis unter die Haube. Die Fahrzeuge sind verbrauchs- und abgasarm.
Beim VW Käfer ist es anders: Da gibt es noch keine Elektronik, sämtliche Vorgänge erfolgen mechanisch. Mit seinem Fahrgestell und Oberbau ist er relativ einfach strukturiert. Und außerdem: Ein VW-Käfer ist einfach etwas Besonderes".

Immer mehr dazugelernt

Im Alter von 19 Jahren hat Walter Preuß seinen ersten Käfer gefahren. Und seitdem hat ihn die Leidenschaft für den Volkswagen gepackt. "Damals hatte ich wenig Geld und als die Kupplung nicht funktionierte, habe ich sie selbst gewechselt." So ging es weiter, wenig Zeit später hat sich der heute 61-Jährige an Kotflügel und Bremsen gewagt und dabei festgestellt, "so schwierig ist das alles gar nicht".

Anfang der 90er-Jahre sei er dann in der Lage gewesen, einen VW Käfer komplett auseinanderzunehmen und wieder zusammenzubauen. Längst kennt er sich nun aus mit neuen Motoren, Schaltung, Kupplung, Pedalen und Innenverkleidung.

Seine restaurierten Autos habe er für wenig hundert Mark gekauft, erzählt Walter Preuß. Mittlerweile sei es schwerer geworden, an solche Fahrzeuge heranzukommen. Meist werden diese von den "Käferfreunden" per Zufall entdeckt. Die Kosten für eine Restaurierung beziffert er auf rund 10.000 Euro, ohne Motor.

Ausgleich zum Arbeitsalltag

Preuß richtet Käfer auch für seine Clubfreunde her, Geld will er nicht dafür - nur die Materialkosten. Für den selbstständigen Orthopädiemeister ist die Sanierung eines VW Käfer mit Ausgleich zum Arbeitsalltag.

Es bereitet ihm Freude, zu sehen, wie aus einem auseinandergenommenen Fahrzeug wieder ein Schmuckstück wird. Dabei legt er Wert aufs Detail. "Es muss schließlich alles passen". Schraubenköpfe schützt er gegen Rost und lackiert sie ebenso wie den Unterboden. Jede Leiste muss am richtigen Platz sitzen.

Wie viel Geld und Zeit Walter Preuß in sein Hobby investiert hat, kann er nicht genau sagen. "Darauf kommt es auch nicht an." Vielmehr kommt es auf das Gefühl an, wenn er im Sommer mit seinen Schmuckstücken durch den Frankenwald oder in die Berge fährt. Für Kfz-Versicherung zahle er lediglich 40 Euro, meint er. Und der Verbrauch ist mit rund zehn Litern auf 100 Kilometern moderat.

Nun freut er sich auf das Jubiläumstreffen, das vom 11. bis 13. Juli in der Effeltermühle stattfindet. Am Samstag und Sonntag haben somit die Käfer-Liebhaber die Möglichkeit, sich eine Vielzahl dieser mittlerweile zur Rarität gewordenen Fahrzeuge zu begutachten.