Schön sehen sie aus. Geradezu reizend in ihrem üppigen Grün und den schönen Blütenfarben. Aber Vorsicht! Mutter Natur bringt allerlei Pflanzen hervor, die zwar hübsch anzusehen, aber giftig sind. Und einige sehen essbaren Pflanzen sogar zum Verwechseln ähnlich.

Viele der zumeist sehr attraktiven Pflanzen werden dabei oft als Zierpflanzen im Garten eingesetzt. Aber egal, wo etwas wächst, eines sollte immer bedacht werden: Es gibt leider keine generellen Erkennungsmerkmale dafür, dass eine Pflanze giftig ist. Hier ein paar Beispiele:

Ursprünglich aus dem Süden Europas stammt ein kleiner Baum oder auch Strauch, der aufgrund seiner dekorativen gelben Blütentrauben bereits seit Jahrhunderten als Zierpflanze in Gärten kultiviert und Parks wird.

So schön und lieblich der Goldregen sich macht, für kleine Kinder ist er eine große Gefahr. Denn der Goldregen bildet seine Früchte in Schoten aus, die Erbsen und Bohnen ähneln. Spielende Kinder halten die Kerne deshalb für essbar - und vergiften sich. In allen Pflanzenteilen enthalten ist beim Goldregen das stark giftige Alkaloid Cytisin. Den Schierling kennen viele nur dem Namen nach, durch den Schierlingsbecher des Philosophen Sokrates. Auch wenn die Pflanze eigentlich unangenehm nach Mäuseharn riecht, ihre kleinen weißen Blüten, die in sogenannten Dolden zusammenstehen, wirken bei Spaziergängen durch die Felder, am Straßenrand oder auf Brachflächen her in unseren Breiten ziemlich vertraut. Tatsächlich ist der Schierling eine der giftigsten Pflanzen. Umso pikanter, wie sehr er manch anderem Wildkraut wie Wilder Möhre, Wiesenkerbel oder Schafgarbe ähnelt. Was die Verwechslungsgefahr angeht, ist der Schierling keine Ausnahme. Bestes Beispiel: der aktuell in feuchten, schattigen Wäldern zu findende Bärlauch. Er ist im Gegenteil nicht giftig, sondern sehr schmackhaft und beliebt. Aber eben leicht zu verwechseln. Seine Blätter ähneln denen des Maiglöckchens und der Herbstzeitlose. Und dort, wo Bärlauch wächst, können dazwischen auf kalkhaltigem Untergrund auch einige Maiglöckchen gedeihen.Und diese enthalten Saponine und weitere Giftstoffe. Und wie vermeidet man eine Verwechslung? Der typische Knoblauchgeruch beim Zerreiben der Blätter weise dem Feinschmecker der Weg, sagen manche. Aber Vorsicht! Wenn man am Bärlauch reibt, hängt sehr schnell, der Knoblauchgeruch an den Fingern. Und dann riecht schnell auch ein Maiglöckchenblatt scheinbar nach Knoblauch. Um ein Vielfaches gefährlicher ist der Blaue Eisenhut. Er gilt mit seinem Alkaloid Aconitin als die tödlichste Pflanze in Europa. Die Blüten wachsen in Trauben oder Rispen und blühen von Juli bis September. Durch ihre Form, die einem Ritterhelm ähnelt, hat die Pflanze ihren Namen. Und sie findet sich wegen ihrer schmückenden Wirkung in vielen Ziergärten. Das Problem: Es reicht der bloße Kontakt. Alle Pflanzenteile enthalten toxische Alkaloide welche bereits mit den Schleimhäuten aufgenommen werden können. Also auch ohne Verzehr oder Berührung mit einer Verletzung.

Egal, ob Holz, Rinde, Nadeln oder Samen. Sie alle enthalten bei der Eibe toxische Verbindungen . Der häufig gepflanzte Zierbaum kann so äußerst schädigend auf die Verdauungsorgane, das Nervensystem und die Leber sowie die Herzmuskulatur wirken. Mit ihren Alkaloiden Taxin I und II sowie dem cyanogenen Glykosid Taxicatin ist sie vor allem eine der für Haustiere gefährlichsten Giftpflanzen. Aber auch beim Menschen kann das Kauen von Nadeln tödlich sein.Bereits einzelne zerkaute Nadeln führen zu Übelkeit, Schwindelgefühl und Koliken. Zu den häufigsten Heckenpflanzen zählt der Lebensbaum, der oft nach seinem botanischen Namen Thuja genannt wird und zu den Zypressen zählt. Was vielen Hobby-Gärtnern nicht bewusst ist: Beim Pflegen und vor allem beim Schneiden der Thuja-Hecke tritt Pflanzensaft aus, der auf der bloßen Haut starke Hautreaktionen hervorrufen kann. In schlimmeren Fällen und bei Verzehr verursachen seine Giftstoffe außerdem Erbrechen, Durchfall oder sogar Nierenschäden. Giftig am Lebensbaum ist die Mischung aus Thujonen und Campher, die im ätherischen Öl enthalten ist. Schon kleine Mengen der ätherischen Öle wirken reizend auf eine Vielzahl von Organismen.

Gerade Kinder stecken sich im Garten gerne einmal Pflanzen in den Mund, um zu probieren. Doch wenn diese dann giftig ist, kann es gefährlich werden.

Vergiftet - was nun?

Die Kräuterexpertin Carola Hebentanz rät dazu, Kindern deutlich zu machen, was sie an Pflanzen im Garten essen können und was nicht. "Ich habe meinen Kindern erklärt, dass es Früchte für Menschen und welche für Tiere gibt", sagt Hebentanz. Und wenn es trotzdem mal passiert, dass Kinder unverträgliche Pflanzen oder Teile davon in den Mund stecken, dann gibt es ein paar Dinge zu beachten.

"Wenn unbekannte oder giftige pflanzliche Stoffe zu sich genommen wurden, sollte man die Giftnotrufzentrale anrufen", rät Hebentanz. Das gilt auch für Erwachsene. Wichtig ist es dann, dass man der Giftnotrufzentrale (Telefonnummer 089/1 92 40) bestmöglichst beschreiben kann, was es für eine Pflanze ist. Kinder spucken Teile, die ihnen nicht schmecken, meistens wieder aus - diese Teile in eine Tüte packen, um beschreiben zu können, was es ist. Auch die Blätter der Pflanze können bei der Bestimmung helfen, sagt Carola Hebentanz.

Wenn die Beschreibung erfolgreich war, können die Mitarbeiter der Notrufzentrale sagen, welche Symptome die jeweilige Vergiftung hervorruft. Das ist von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich und richtet sich nach den Inhaltsstoffen. Treten Symptome auf oder herrscht Unsicherheit, sollte man sofort in die Notaufnahme fahren. Dabei die Tüte mit Pflanzmaterial oder Ausgespuktem zu Analysezwecken mitnehmen.

"Es macht immer Sinn, die Pflanzen zu kennen, die im eigenen Garten wachsen", sagt Hebentanz. Die Gefahr einer Vergiftung lässt sich so minimieren. Wenn es trotzdem dazu kommt, dann sollte nicht erst gegoogelt werden, welche Pflanze es sein und was man tun könnte, sondern direkt die Notrufzentrale angerufen werden.

Der heimische Garten ist nicht die größte Gefahr bei Vergiftungen. Viel häufiger sind Vergiftungen beim Sammeln von Kräutern durch Unachtsamkeit und aufgrund von Unwissenheit möglich - aktuell gerade durch die Bärlauch-Saison.