Einige Tage lang haben Spieler und Funktionäre des SV Friesen gebührend die Meisterschaft in der Bezirksliga Ost gefeiert. Doch mittlerweile steht längst die neue Saison in der Landesliga im Fokus. "Wir hoffen, dass wir in der Nordwest-Staffel eingeteilt werden. Da gäbe es einige interessante Derbys", sagt Vorsitzender Alexander Graf.
In dieser Liga spielen künftig auch der VfL Frohnlach, der TSV Sonnefeld als Meister der Bezirksliga West und weiterhin der FC Lichtenfels. Der FC Coburg kämpft dagegen noch um den Klassenerhalt. Ob es mit der Landesliga Nordwest klappt, hängt aber wohl auch davon ab, welche Mannschaften in der Relegation den Klassenerhalt schaffen und welche aus den Bezirksligen aufsteigen.
Noch nicht viel Neues gibt es in personeller Hinsicht zu vermelden. Den SV Friesen verlassen bekanntlich Kapitän Dominik Zwosta, der Spielertrainer beim SC Steinbach wird, und Torhüter Manuel Fröba. Möglicherweise kommt auch Dominik Woitschitzke hinzu. Außerdem hat Torhüter-Urgestein Siegfried Kirschbauer angekündigt, nun endgültig aufhören zu wollen. Alexander Graf: "Ich hoffe, dass wir ihn als Torwart-Trainer gewinnen können. Dann könnte er sich im Falle eines Falles zumindest mal auf die Bank setzen." Auf den zuverlässigen Routinier möchte der Vorsitzende nur sehr ungern verzichten.


Bisher drei Zugänge

Drei Zugänge stehen bislang fest. Dies sind Marcel Lindner, der bislang in Niedersachsen aktiv war und nach drei Jahren wieder zum SV Friesen zurückkehrt. Außerdem konnten Philipp Schubert (VfL Frohnlach) und Tim Lindner von den A-Junioren der SpVgg Bayern Hof als Torwart verpflichtet werden. Weitere Zugänge sind noch offen und hängen zum Teil auch vom Ausgang der Relegation ab. Nicht zum SV kommen wird dagegen Lukas Wäcker, der sich entgegen einer Meldung auf der Vereinshomepage entschieden hat, beim TSV Ludwigsstadt zu bleiben.
Auch auf der Trainerposition gibt es bekanntlich eine Veränderung, denn Peter Reichel wechselt zum Bezirksliga-Aufsteiger SpVgg Lettenreuth. Sein Nachfolger wird Armin Eck, der bislang den ATS Kulmbach trainiert hat.
"Wir hätten es gerne gesehen, wenn Peter Reichel geblieben wäre. Er hat hervorragende Arbeit geleistet", lobt Alexander Graf den scheidenden Übungsleiter. Dass unter dessen Regie der erhoffte Wiederaufstieg gelungen ist, war nämlich alles andere als selbstverständlich. "Nach dem Abstieg war kein Selbstvertrauen da, und wir sind nur schwer in die Saison gekommen. Aber nach einigen Spieltagen haben wir uns dann gefangen; dann ist die Saison richtig für uns losgegangen", blickt der Vorsitzende zurück.
Ein Knackpunkt war das Spiel beim BSC Saas Bayreuth. Wenn das nämlich verloren gegangen wäre, dann wäre der Rückstand von elf auf 14 Punkte angewachsen. So waren die Friesener mit 2:1 erfolgreich, und danach zeigten auch die bis dahin nahezu unschlagbaren Bayreuther plötzlich Schwächen.
Die Friesener konnten den Rückstand bis zur Winterpause sukzessive verkürzen, doch dann geriet das Unternehmen Wiederaufstieg doch noch in große Gefahr. Innerhalb weniger Wochen zogen sich nämlich Nikolai Altwasser, der kurz nach Saisonbeginn aus Hof zum SV Friesen gestoßen war, Christian Brandt, seinerzeit Führender in der Torschützenliste, und Kevin Roger Kreuzbandverletzungen hinzu. Graf: "Das war natürlich ein Schock für den gesamten Verein. Wie es Peter Reichel danach verstanden hat, die Mannschaft umzustellen und die jungen Spieler einzubauen, zeigt, dass er ein wirklich guter Trainer ist."
Positiv hat sich natürlich ausgewirkt, dass für die letzten sieben Spiele Niklas Wiebach verpflichtet werden konnte. Der ehemalige Akteur von Union Berlin war nach neunmonatiger Pause sofort spielberechtigt und erwies sich gerade in den entscheidenden "englischen Wochen" als große Verstärkung. Graf: "Aber nicht nur er hat mitgeholfen. Das hat das gesamte Umfeld von der Physiotherapeutin bis zu Spielleiter Detlef Dawel getan. Das hat alles gepasst. Die Harmonie war wirklich hervorragend."


Imponierende Heimbilanz

Dass die Friesener ihren Kontrahenten noch abfangen konnten, lag vor allem an der Heimstärke. Nur gegen die SpVgg Oberkotzau gab es ein Unentschieden. Alle andere 14 Heimspiele wurden gewonnen, auch nach Rückständen wie im Spitzenspiel gegen den BSC Saas Bayreuth. "Das war natürlich ein besonderes Highlight", blickt Alexander Graf auf den 10. Mai zurück. Über 1000 Zuschauer waren damals ins Frankenwaldstadion gekommen und wurden Zeuge, wie die Friesener in der Nachspielzeit noch zum 2:1-Sieg kamen und damit die lange Zeit führenden Bayreuther an der Tabellenspitze ablösten. "Da haben wir auch richtig gut Fußball gespielt", freut sich Alexander Graf.
Torschütze des Siegtreffers war Nils Firnschild, der nicht nur mit der Mannschaft auf Platz 1 steht, sondern auch in der Torschützenliste vorne liegt, allerdings zusammen mit Mario Masching vom TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf. Beide erzielten je 17 Treffer. Es folgt Christopher Wohlfart vom VfB Kulmbach (15) vor Christian Brandt (Friesen) und Hannes Sommerer (je 13). Die nächst besten Friesener Torschützen waren Andreas Baier (12), David Daumann (10) und Nikolai Altwasser (8).
Auf Brandt und Kevin Roger werden die Friesener noch längere Zeit verzichten müssen. Bei Nikolai Altwasser stehen dagegen die Chancen gut, dass er im Laufe des Sommers das Training wieder aufnehmen kann.