Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, betont Benedikt Pfeiffer. Nach zweieinviertel Jahren hat er das Amt als Spielertrainer beim Kreisligisten TSV Ludwigsstadt am vergangenen Freitag niedergelegt. "Ich bin einvernehmlich und aus freien Stücken zurückgetreten", sagt er. "Ich bin der Meinung, dass bei der Mannschaft jetzt eine andere Ansprache nötig ist. Ich bin zwar kein Typ, der aufgibt, aber im Interesse des Vereins habe ich diese Entscheidung dann getroffen", begründet er.

Diese reifte nach der 1:6-Niederlage beim SCW Obermain am vergangenen Mittwoch. "Das war ein ganz schlechtes und blutleeres Spiel von uns." Diese Auswärtsklatsche war der bisherige Tiefpunkt der Saison. Starteten die Ludwigsstadter noch mit einem Heimsieg gegen den TSV Weißenbrunn folgten nach der Niederlage bei der Spitzenmannschaft SpVgg Lettenreuth fünf Unentschieden in Folge.

"Wir haben bei unseren Auswärtsspielen in Neukenroth, Kleintettau und Theisenort jeweils geführt, waren auch die bessere Mannschaft, aber haben jeweils kurz vor Schluss ein Gegentor bekommen. Jetzt kommt natürlich mehr und mehr die Verunsicherung dazu. Das hat man gegen den SCW Obermain gesehen", erklärt Benedikt Pfeiffer.

Andreas Wohlfahrt springt ein

Nach dem bislang letzten Remis in Theisenort Mitte September holten die Ludwigsstadter aus den folgenden sechs Partien nur einen Sieg, fünf gingen verloren. Auch am Sonntag unter Interimstrainer Andreas Wohlfahrt gab es beim TSV Weißenbrunn eine 1:3-Niederlage.

Dennoch traut Benedikt Pfeiffer, der weiterhin als Spieler beim TSV aktiv bleibt, dem Team den Ligaerhalt zu: "Wir sind im Moment weit weg von der Normalform. Die Klasse haben wir aber nach wie vor. Von alleine wird der Klassenerhalt aber nicht klappen."

Schweres Programm

Auch Vereinsvorsitzender Paul Pfeiffer ist von der Qualität der Mannschaft weiter überzeugt: "Wir müssen einstellungstechnisch zu hundert Prozent wieder hinter der Sache stehen, um bis zum Winter den Fuß in die Tür zu bringen und noch Punkte zu holen."

Die drei noch ausstehenden Begegnungen haben es aber in sich. Die beiden Topteams aus Lettenreuth und Neukenroth gastieren jeweils im Loquitzstadion, dazwischen tritt der TSV zum Kellerduell beim FC Burgkunstadt an. "Wir müssen punkten, unabhängig vom Gegner. Gegen die vermeintlichen Topteams haben wir in dieser Saison relativ gut ausgesehen", lässt Paul Pfeiffer keine Ausreden gelten. Der Vorsitzende macht sich derweil auf die Trainersuche. Bis zur Winterpause soll Fußball-Abteilungsleiter Andreas Wohlfahrt interimsmäßig die Geschicke der Mannschaft leiten. "Wir haben zwei, drei Namen im Hinterkopf", sagt Paul Pfeiffer. Namen möchte er jedoch nicht nennen.

"Ich persönlich fand es sehr schade", bedauert er den Rücktritt von Benedikt Pfeiffer, "aber seine Gründe sind plausibel und logisch - und ich verstehe sie. Ich denke, der Mannschaft geht es ähnlich. Die Gründe sind sicherlich vielfältig. Etwa fehlen der Mannschaft seit Saisonbeginn immer vier, fünf Schlüsselspieler. Das ist in der Breite schlecht aufzufangen. Da kann der Trainer wenig dafür, aber er möchte dem Team jetzt durch seinen Rücktritt einfach einen neuen Impuls geben."