Mit großen Erwartungen war er nach Spanien gereist, um sich mit den besten Ultraläufern der Welt zu messen. Zwar verpasste er seine ins Auge gefasste Zeit, aber letztlich konnte Alexander Dautel mit seinem Abschneiden doch sehr zufrieden sein.
118 Männer und 68 Frauen waren bei der 29. Weltmeisterschaft über 100 Kilometer am Start. Nur 86 Männer und 47 Frauen erreichten das Ziel. Sie mussten eine 10-Kilometer-Runde in Los Alcazares bei Murcia zehnmal durchlaufen, wobei es jeweils zwei persönliche Verpflegungsstationen pro Runde gab. Im Gegensatz zur Deutschen Meisterschaft vor einigen Wochen tat sich der 28-Jährige bei der WM sehr schwer. "Ich war nach dem Lauf körperlich und mental total erschöpft", blickt er zurück. "Ich hatte ein paar Schwierigkeiten mit der Strecke und mit meiner Flüssigkeitsaufnahme und dadurch ein ziemlich schweres Rennen."


Wesentlich länger angefühlt

Nach seiner Leistung vom August in Leipzig (7:16:58 Stunden) hatte er sich eine Endzeit von 7:10 bis 7:15 Stunden vorgenommen. Aber bis etwa Kilometer 70 fehlten immer ein paar Sekunden pro Kilometer. "Das war mental recht anstrengend, und dadurch hat sich der Lauf dieses Mal wesentlich länger angefühlt als bei der Deutschen Meisterschaft."
Dann kam ein Unwetter mit Regen auf. Durch die Abkühlung lief es bei Alexander Dautel auf einmal wieder besser, und er konnte beschleunigen. "Leider waren ab Kilometer 81 meine Oberschenkel zu, so dass ich mein Tempo reduzieren musste, um nicht zu riskieren, dass ich stehen bleiben muss."


Zunächst total enttäuscht

Schließlich galt es nur noch, irgendwie unter 7:30 Stunden ins Ziel zu kommen, also zumindest sein Minimalziel zu erreichen. Mit einer Zeit von 7:26:11 Stunden blieb er letztlich deutlich unter dieser Marke, war zunächst jedoch total enttäuscht. Diese Enttäuschung hielt aber nicht allzu lange an. "Objektiv gesehen ist das Ergebnis absolut in Ordnung. Viele Läufer hatten noch größere Probleme als ich. Dadurch ist meine Platzierung sogar besser als erwartet."
Immerhin lief er auf Platz 42 in der Einzelwertung, nachdem er vor der Weltmeisterschaft "nur" Platz 65 bei den Bestzeiten über 100 Kilometer belegt hatte. Sieger wurde der Japaner Hideaki Yamauchi in 6:18:22 Stunden vor dem Südafrikaner Bongmusa Mthembu (6:24:06) und dem US-Amerikaner Patrick Reagan (6:35:23). Bester Deutscher war Andre Collet, der mit einer Zeit von 6:44:54 Stunden Platz 13 belegte. Die weiteren Ergebnisse der deutschen Läufer: 22. Karsten Fischer (6:54:52), 48. Michael Sommer (7:33:20), 58. Carsten Stegner (7:41:40). Florian Neuschwander stieg bei Kilometer 75 aus.
Als drittbester Deutscher kam Alexander Dautel außerdem in die Teamwertung mit den drei schnellsten Läufern jeder Nation. Mit der deutschen Mannschaft belegte er in 21:05:57 Stunden Platz 6 hinter den Südafrikanern (19:51:40), Japan, den USA, Norwegen und Australien, aber noch vor den stark eingeschätzten Spaniern, Franzosen und Italienern.