Eines hat Michael Wiesinger schon besser drauf als sein Vorgänger Jens Keller: Er sprüht vor Motivation. Während sich der geschasste Trainer in den vergangenen Wochen mehr und mehr in leeren Phrasen und Lethargie verlor, zeigte der ehemalige Club-Profi bei seiner Vorstellung Emotionen. Sogar ungewöhnlich viele für seine Verhältnisse.

Aber reicht das, um den Club vor dem Abgrund zu retten? Ein Trainer kann in neun Tagen nur wenig bewirken. Aber er kann motivieren! Und das Wichtigste: Wiesinger muss suchen. Er muss die Spieler im Kader finden, die verstehen, was für den Verein auf dem Spiel steht. Und er muss seine Energie auf diese Spieler übertragen. Deshalb war es die richtige Entscheidung, in dieser ernsten Situation auf zwei Identifikationsfiguren zu setzen, die den Verein in- und auswendig kennen, ihn verkörpern, ihn leben.

Das Duo Wiesinger/Mintal entfacht Hoffnung bei vielen Fans. Auch wenn diese den Weg in die 3. Liga mitgehen würden - statt nach Hamburg und Hannover dann eben nach Verl und Meppen fahren würden - einen Abstieg würde der 1. FC Nürnberg nur schwer verkraften. Deshalb ist der Klassenerhalt Pflicht! Dieser liegt nun in den Händen eines Coaches, der reifer und selbstsicherer wirkt als noch bei seinem ersten Auftritt als Profitrainer am Valznerweiher im Jahr 2013. Wenn er es schafft, aus den durchaus vielversprechenden Spielern im Club-Kader zumindest für 180 Minuten eine Mannschaft zu formen, wird sich diese in der Relegation durchsetzen. Sonst wird es düster in Nürnberg.