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Kulmbach
Fußball

Armin Eck: Wie ein hauptberuflicher Fußballtrainer mit der Corona-Krise umgeht

Mit Sport verdient Armin Eck seinen Lebensunterhalt, doch in der Corona-Krise kann er seinen Beruf nur bedingt ausüben. Langweilig wird dem Trainer aber nicht.
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Statt an der Seitenlinie beim Nordwest-Landesligisten SV Friesen arbeitet Trainer Armin Eck derzeit vermehrt im Homeoffice.  Foto: Archiv/ Heinrich Weiß
Statt an der Seitenlinie beim Nordwest-Landesligisten SV Friesen arbeitet Trainer Armin Eck derzeit vermehrt im Homeoffice. Foto: Archiv/ Heinrich Weiß

Für die meisten Menschen ist es ein Hobby, andere verdienen mit dem Fußball ihren Lebensunterhalt. Und genau diese trifft es hart, wenn die Fußballwelt auf allen Ebenen pausiert und Veranstaltungen untersagt sind. So auch Armin Eck, dessen Beruf eng mit dem Sport verbunden ist. Der 55-Jährige Ex-Profi aus Kulmbach betreibt eine Fußballschule. Zudem trainiert er den Nordwest-Landesligisten SV Friesen und unterrichtet an seinem ehemaligen Gymnasium zwei Fußballklassen.

"Aktuell steht alles still. Die Anmeldungen zu unseren Camps bleiben aus, die Kosten gehen aber weiter. Natürlich trifft uns die Corona-Krise", beschreibt Eck die Lage seiner "Armin Eck Fußballschule", die er seit 2005 zusammen mit Claudio Eismann, dem Trainer des FSV Bayreuth, betreibt.

Bis zu 140 Kinder in Camps

In Kulmbach, Bamberg und Kronach bieten die beiden ein wöchentliches Fördertraining für durchschnittlich jeweils etwa 15 Talente im Alter von fünf bis15 Jahren an - zusätzlich zum Vereinstraining. Dazu gibt es deutschlandweite dreitätige Fußballcamps. Diese finden hauptsächlich in den Schulferien und an Wochenenden in der spielfreien Zeit statt. Zwischen 35 und 40 solcher Veranstaltungen kommen übers Jahr zusammen. Die Teilnehmerzahl bewege sich von 20 bis 140 Kindern pro Camp.

Eines der größten hätte in den Osterferien in Hochdahl bei Düsseldorf stattfinden sollen. Davor ein weiteres in Langengeisling bei Erding. Beide musste Eck absagen, für beide gibt es aber bereits Ersatztermine. "Ich bin nicht so eingestellt, dass man alles cancelled sondern peu a peu vorgeht", sagt Eck. Er hofft natürlich, dass sich die Lage bald entspannt. Schließlich müssen die laufenden Kosten gedeckt werden. Autos, Bürokosten, Steuern, zählt der Coach auf. Aber auch für die Ausrüstung musste er in Vorleistung gehen. Die Spieler erhalten in den Camps Trikots und Trainingsanzüge. Diese hat er für die ganze Saison bereits gekauft.

Keine Online-Alternative

"Man sorgt sich schon, weil man nicht weiß, wie lange diese Situation dauern wird und wie die Leute dann reagieren ", sagt Eck. "Wenn es in absehbarer Zeit weitergeht, werden die Camps wieder angenommen werden. Dann ist jeder froh, wenn es so etwas gibt. Wenn sie aber das ganze Jahr ausfallen, wird es schon dramatisch." Alternativen sieht er für seine Camps nicht. "Wir können schlecht im Garten Dribbelparcours aufbauen, die ich dann bewältige und den Kindern ein Video davon zuschicke. Ich glaube, das funktioniert bei uns nicht."

Die Ungewissheit beschäftigt auch die Teilnehmer der Trainings. Derzeit führen Eck und Eismann viele Telefonate, beantworten viele Fragen. Auch organisatorisch sei viel zu tun. Die Trikots bedrucken die beiden selbst und sie kümmern sich weiter um neue Termine. "Wir wollen gewappnet sein für den Zeitpunkt, an dem es weitergehen kann."

Ecks Engagement am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium Kulmbach pausiert ebenfalls. Für zwei Fußballklassen gibt er wöchentlich zwei Stunden Unterricht an der Stützpunktschule für Fußball. "Wie es weitergeht, darüber haben wir noch nicht gesprochen. Wir wollen erst mal abwarten, wie sich das Ganze entwickelt."

Abwarten muss der Coach auch, wie es mit dem Ligabetrieb weitergeht. In der Landesliga Nordwest spielte der SV Friesen eine gute Saison. Nach 21 Partien steht die Eck-Elf auf Platz 8 und hat sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsrelegationsränge. Auch wenn der Ball derzeit nicht rollt, gibt es im Verein einiges zu tun. "Ich mache derzeit vieles von zu Hause aus, bin ständig mit den Spielern in Kontakt und führe Gespräche für die kommende Saison." Seinen Spielern hat er individuelle Wochenpläne verordnet: mit Laufeinheiten, Stabilisations- und Koordinationsübungen. "Ich habe ihnen gewisse Vorgaben gemacht, um die Grundkondition aufrechtzuerhalten. Wenn ich diese habe, kann ich in recht kurzer Zeit wieder in den Spielmodus kommen."

Zwei Wochen blieben dafür Zeit: Der Bayerische Fußballverband will über eine eventuellen Wiederaufnahme des Spielbetriebs so weit im Voraus informieren. Für Eck ist das kein Problem. "Wenn die Spieler körperlich auf einem guten Level sind, sollten zwei Wochen intensives Training mit Ball reichen. Mental sind eh alle heiß."

Doch auch abseits des Fußballgeschehens kümmert sich der Ex-Profi: Nachdem seine Mutter Mitte März verstorben ist, nutzt er die Zeit nun, um täglich bei seinem Vater zu sein und ihm in dieser schwierigen privaten Situation beiseitezustehen.