Ihr schauspielerisches Talent stellten die Schüler der Grundschule Stockheim am Dienstag in Zusammenarbeit mit der "Kinderoper Papageno" unter Beweis. Die Kinderoper gastierte schon im vergangenen Jahr in Stockheim und begeisterte die Grundschüler. Auch diesmal verstanden es Tanja Eisl und Gregor Braun mit Wiener Charme, die Kinder im Frankenwald für ihr musikalisches Theater zu Höchstleistungen zu stimulieren. Als Bühne und Opernhaus wurde die Turnhalle in Reitsch kurzerhand umgestellt. Einige der kleinen Schauspieler aus den Klassen 3a und 4a, konnten sich einige Tage in ihre Texte einlesen, mehr Vorbereitung gab es aber nicht.

Zwei Profis aus Wien

Am Tag der Uraufführung vom musikalischen Märchen von "Peter und der Wolf" war Spontaneität in der Szenengestaltung gefragt und wurde auch autodidaktisch von den kurzfristig ausgesuchten Darstellern umgesetzt. Aber nicht, dass sich die anderen Zuschauer der weiteren Klassen ausruhen und nur zuschauen durften, irgendwie verstanden es die beiden Profis aus Wien, alle Kinder in den verschiedenen Szenen mit einzubeziehen. Und der Sinn des Schauspiels war ja auch, ein Lerneffekt. Nicht nur, dass die Schüler lernten, was denn alles für ein Theater gebraucht wird, sondern sie lernten auch wie ein Theaterstück entsteht und was der Unterschied zwischen Komödie, Operette, Musical und Oper ist.
Und weil eben das spezielle bei einer Oper auch die Musik ausmacht, werden zur Rollenuntermalung verschiedene Instrumente eingesetzt. Die Kinder durften zunächst anhand eines gezeigten Modells raten um welches Instrument es sich handelt, danach wurden die Instrumente ihren Figuren zugeführt. Die Querflöte für Vögel, die Oboe für die Ente, Klarinette für Katze, Fagott für den Großvater, Hörner für den Wolf, Pauken für die Jäger und Geige für Peter. Und dann ging das Spiel los. Der Wolf hat die Ente gefressen. Doch damit nicht genug, gierig schleicht er um den Baum herum auf den der Vogel vor der Katze und die Katze vor dem Wolf geflüchtet sind. Peter beobachtet dies und bleibt nicht tatenlos. Er will dem Vogel und der Katze aus der Klemme helfen. Dabei wurde der spezifische Klang der einzelnen Instrumente an bestimmte emotionale Eigenschaften gebunden und damit charakteristische Züge erhalten. Und dies ist toll gelungen. Schon nach wenigen Tönen wussten die Stockheimer Schüler sowohl den Klang des Instrumentes zu erkennen als auch die Rollenstimme für die das Instrument eingesetzt wird. Eine ebenso großartige Idee, wie lehrreich und vor allem forderte dies die Aufmerksamkeit der Kinder. Diese waren mit Begeisterung dabei und setzten ihre Rollen mit Gestik und Mimik wie auch nach vorgegebener Choreografie und Bühnenbild fantastisch um. Die Zuschauer zeigten sich fasziniert und gingen begeistert mit.

Mehrfach besetzt

Die Schüler-Darsteller und ihre Rollen, jede Rolle wurde zwei- oder mehrfach besetzt: Peter wurde gespielt von Anna Biesenecker und Jakob Wachter. Der Wolf, Jamie Martin. Die Ente, Hans Fillweber. Vogel, Ronja Gerstner, Lina Detsch. Katze, Linn Beranek, Felina Bauer. Großvater, Elias Renk, Annika Büsch. Jäger, Cemal Uyan, Jonas Gößwein, Zoé Schreiber.