"Freundschaft kennt kein Alter" - wenn es dieses Sprichwort nicht schon geben würde, müsste man es angesichts der vielen am Montag neu geschlossenen Freundschaften glatt erfinden. Um ihnen eine Freude zu bereiten, besuchten die Kinder der Offenen Ganztagesschule der Grund- und Mittelschule Windheim die Heimbewohner des Ludwigsstadter BRK-Seniorenhauses. Generationsübergreifend wurde dabei einen ganzen Nachmittag lang getanzt, gespielt und viel gelacht.

Obwohl zwischen den "Kumpels" mehrere Jahrzehnte lagen, war das Eis sofort gebrochen. Dafür sorgte gleich am Anfang ein lustiges Kennenlernspiel. Im Wechsel gaben dabei die Jungen und Mädchen und die Senioren reihum einen Ball weiter, wobei sie sich jeweils kurz mit Namen, Alter, Hobbys usw. vorstellten.

Für die Kinder war es interessant zu hören, wie es teilweise Senioren aus anderen Teilen Deutschlands in den Landkreis Kronach beziehungsweise ins BRK-Seniorenhaus Ludwigsstadt verschlagen hat. Einige sind Heimatvertriebene, bei anderen leben die Angehörigen hier. Natürlich sind auch echte "Ludschter" dabei. Sehr staunten die Kinder auch über das Alter der Heimbewohner, die teilweise schon das 90. Lebensjahr weit überschritten haben.

Für den Besuch hatten die Kinder einen fetzigen Zumba-Tanz einstudiert, zu dem ihr "etwas älteres" Publikum eifrig mitklatschte und mitwippte. Dass sie noch längst nicht "zum alten Eisen" gehören und ebenfalls noch bemerkenswert fit sind, zeigten die Heimbewohner bei einem ganz auf sie zugeschnittenen Lied: Während sie sich an einem Seil festhielten, machten sie im Rhythmus der Musik einige Gymnastikübungen und luden ihre sichtlich beeindruckten jungen Gäste zum Mitmachen ein.

Mitmachen war auch bei den folgenden Spielen angesagt, bei denen Jung und Alt mit Feuereifer dabei waren. Beim altbekannten Dosenspiel vom Jahrmarkt spielten zunächst die Kinder gegen die Senioren. Es endete unentschieden. Wunderschöne Bilder ergaben sich, als beim Sandsack-Zielwerfen die Mannschaften untereinander gemischt wurden. In fröhlich-lustiger Runde feuerten sich die jahrgangsmäßig bunt gemischten Gruppen im guten Miteinander gegenseitig an. Ziel des Spieles war es, einen Sandsack in ein Loch zu werfen und dabei möglichst viele Punkte einzuheimsen.

Glückstrahlende Gesichter

Die glückstrahlenden Gesichter, leuchtenden Augen und auch Dankesworte der Heimbewohner ließen keinen Zweifel daran, wie gut ihnen diese Abwechslung vom Heimalltag gefiel. Mit ihnen freute sich Heimleiter Peter Schulz, der bei der Gaudi mittendrin war. Seiner Meinung nach erhielten die Kinder für ihren Einsatz viel zurück: Dankbarkeit und das schöne Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben. Gleichzeitig könnten sie vielleicht vorhandene Vorbehalte gegenüber Altenheimen ablegen. Der Dank von Schulz galt allen teilnehmenden Kindern ebenso wie der Koordinatorin der OGTS Windheim, Annett Schlegel, die für die Organisation des tollen Nachmittags verantwortlich zeichnete.

"Es handelt sich um eine Win-win-Situation", betonte die MGH-Mitarbeiterin im Netzwerk "Lebensqualität für Generationen" (LQG) des BRK-Kreisverbandes Kronach. Die Jungen und Mädchen entwickelten durch den Umgang mit den älteren Menschen Kompetenzen wie Selbstwertgefühl, Disziplin, Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Empathie, Toleranz sowie Wertschätzung. Sie würden erfahren, wie man Freude, Hilfe und Unterstützung schenken kann. Sie erlebten aber vielleicht auch Leid, Krankheit und Einschränkungen. Zur Erinnerung an den wunderschönen Nachmittag, der allen viel Spaß machte, gab es noch ein gemeinsames Gruppenfoto. Ihren neuen Freunden fiel der Abschied sichtlich schwer, als die Jungen und Mädchen wieder von den Kleinbussen des Seniorenhauses, mit denen sie eingangs auch abgeholt worden waren, zurückgebracht wurden.

Da es beiden Seiten so gut gefallen hat, soll im Sommer eine spontane ähnliche Aktion stattfinden. Die Vorfreude auf die zweite Auflage von "Spiel und Spaß mit Jung und Alt" ist bereits jetzt riesengroß.