Der Schwarze Steg scheint den Kronachern wirklich am Herzen zu liegen, wenn man sich die Klickzahlen in unserem Internet-Portal und auf unserer Facebook-Seite zum Stadtratsbericht anschaut. Kronacher Stadträte hatten bei der Sitzung am Montagabend betont, dass es sich beim Schwarzen Steg um eine wichtige Querverbindung in der Stadt handelt.

Die Mehrheit des Gremiums befürwortete schließlich eine Übergangslösung: Der marode und deshalb seit Monaten gesperrte Steg wird mit Hilfe von Doppel-T-Trägern und mit einem Kostenaufwand von 40 000 Euro für die nächsten fünf bis sechs Jahre fit gemacht. Bis dahin hat man sicherlich Klarheit, ob die Bahn die alte Stahlbrücke am LGS-Gelände an die Stadt verkauft.


Die Bahn braucht Zeit für die Entscheidung

Die Bahn braucht wegen der Entscheidungsfindung in einer komplexen Konzernstruktur so viel Zeit. Und außerdem hat das Eisenbahnbundesamt noch ein Wörtchen mitzureden. Sinnvoll nutzen kann die Bahn die gut zwei Dutzend Jahre alte Stahlbrücke nicht mehr, denn wenige Meter danach enden die Gleise. Die führten einst bis Höfles. Wegen des Güterverkehrs auf der Schiene bis Höfles wurde die Bahnbrücke damals erneuert. Kurz danach fuhr keine Lok mehr drüber.

Wolfgang Günther nannte das 3. Quartal 2016 als möglichen Entscheidungstermin, ob die Bahn die Brücke und weiteres Gelände Richtung Bahnhof verkauft, damit die Stadt Kronach einen durchgängigen Radweg von der Industriestraße bis zum Bahnhof anbieten kann. Aus Richtung Südbrücke nutzen auch schon viele Radfahrer und Spaziergänger die Wege im LGS-Gelände.


Beim Bau wurde gepfuscht

Der Schwarze Steg ist seit Monaten gesperrt, weil die Holzkonstruktion marode geworden ist. Normalerweise hält so ein Holzbauwerk, auch wenn es nicht überdacht und deshalb der Witterung ausgesetzt ist, viel länger als der ganz in Weiß gehaltene so genannte Schwarze Steg. Doch die Firma, die den Steg einst errichtet hat, hat gepfuscht, das Holz nicht ordentlich imprägniert. Haftbar machen kann man die Pfuscher leider nicht, weil das Unternehmen in die Insolvenz geraten ist.

Wolfgang Günther sprach bei der Stadtratssitzung an, dass es in Kronach für Fußgänger und Radfahrer sehr viele Möglichkeiten der Flussquerung gibt. Vom Eisernen Steg bis zur Bahnhofsbrücke sind es 200 Meter, von dort bis zum Schwarzen Steg ebenfalls. Die Bahnbrücke ist ähnlich nah am Schwarzen Steg. Auch vom Eisernen Steg bis zur Klosterbrücke und von dort bis zur Nordbrücke sind die Distanzen ähnlich gering. Deshalb wollte er die Erneuerung des Schwarzen Stegs zurückstellen, was abgelehnt wurde.