Überfüllte Züge sorgten im vergangenen Schuljahr für Negativschlagzeilen. Eltern waren fest entschlossen, diese Zustände nicht mehr hinzunehmen. Es wurde eine Facebook-Gruppe"Schülerverkehr mit der Bahn im Landkreis Kronach" gegründet, um auf die Situation in den Schülerzügen aus dem nördlichen Landkreis aufmerksam zu machen. Am Dienstag startet das neue Schuljahr. Rund 800 Schüler aus dem Landkreis-Norden werden dann täglich mit der Bahn zu einer der weiterführenden Schulen nach Kronach befördert. Es wurde zwar keine optimale Lösung gefunden, aber immerhin wurden einige Verbesserungen für den Schülerverkehr erreicht.

Wie Peter Biedermann vom Sachgebiet Verkehrswesen, Straßen- und Wegerecht auf Anfrage erklärte, werden ab dem neuen Schuljahr, jeweils am
Freitagmittag, Sicherheitsdienste der Deutschen Bahn am Bahnsteig in Kronach präsent sein. Um diese Zeit ist der Bahnsteig überfüllt, da an diesem Tag kein Nachmittagsunterricht an den Schulen stattfindet. Durch die Anwesenheit der Sicherheitsdienste sollen die Gefahrensituationen, die mitunter durch Rangeln und Schubsen verursacht werden, minimiert werden.

Weiterhin soll ab dem neuen Winterfahrplan, der Mitte Dezember greift, der Schülerzug, der von Lichtenfels kommend um 13.07 Uhr von Kronach aus in den Norden fährt, bereits sechs Minuten vorher einfahren. Davon versprechen sich die zuständigen Stellen, dass die Schüler nach und nach einsteigen können und somit das Drängeln am Bahnsteig entschärft wird, wie Peter Biedermann erklärt.

Zwei Sicherheitsdienste, mehr Zeit beim Einsteigen

Hans-Jürgen Wolf von der DB Regio bestätigt, dass diese Verbesserungen eintreffen werden. Er spricht von zwei Sicherheitsdiensten, die ab nächsten Freitagmittag am Bahnsteig sein werden. Zudem wies er darauf hin, dass ab dem neuen Winterfahrplan der Zug, der um 13.07 Uhr nach Ludwigsstadt fährt, nicht nur am Freitag, sondern täglich um 13.01 Uhr in Kronach einfahren wird. Die Schüler werden somit beim Einsteigen mehr Zeit haben.

Ob allerdings an den fahrenden Fünfteiler am Freitag ein - wie im Juli angedacht war - zusätzlicher Dreiteiler angehängt wird, damit die Fahrgäste mehr Platz haben, darüber können weder Angela Nusser von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft noch Hans-Jürgen Wolf Auskunft geben. Beide forderten unsere Zeitung auf, sich mit dem jeweils anderen Part in Verbindung zu setzen. "Es wird zurzeit noch verhandelt", so Wolf. Wie lange diese Gespräche noch dauern werden und von welchen Faktoren die Entscheidung pro oder contra Dreiteiler abhängt, darauf gibt es zurzeit keine Antworten.

Nicht nur die Eltern sind gespannt, wie sich die Situation im Schülerverkehr im kommenden Schuljahr entwickeln wird, sondern auch MdL Jürgen Baumgärtner (CSU). Nach wie vor stehe er zu seinem Wahlversprechen, dass - falls er in den Landtag gewählt werde - notfalls eine Million Euro in die Hand genommen werde, um die Schülerbeförderung zu verbessern, so der Abgeordnete. Verantwortlich hierfür sei das Landratsamt, da gebe es nichts zu rütteln, so der Landtagsabgeordnete. Die Personen dort müssten dementsprechend agieren.

Liste erstellt

Baumgärtner erinnert daran, dass die CSU-Fraktion eine Liste erstellt habe, in der das Landratsamt zum Handeln für eine Verbesserung der Situation aufgefordert werde. In diesem Zusammenhang spricht er von der Einrichtung eines Beschwerdemanagements mit Start ab dem neuen Schuljahr. Die Ziele seien, eine Überprüfung dahingehend vorzunehmen, ob es denn nicht möglich ist, den Schülerverkehr im Radius von zehn Kilometern um die Kreisstadt auf Busse zu verlagern, sowie bei der DB Regio auf eine Änderung des Fahrplans hinzuwirken. Dieser solle den Schülern unter anderem die Erreichbarkeit der Züge nach der fünften und siebten Stunde ermöglichen. Sollte es sich nach einigen Wochen erweisen, dass die Schülerbeförderung nach wie vor unbefriedigend ist, werde die CSU-Fraktion eine Sondersitzung des Kreistags beantragen.

Und was die eine Million Euro betrifft: Jürgen Baumgärtner ist zuversichtlich, dass er für diese Summe - falls es notwendig wird - im Kreistag auch die Zustimmung erhalten würde. "Die CSU hat die Mehrheit, und die anderen Fraktionen werden sich überlegen müssen, was ihnen die Schüler wert sind!"