Kontroverse Diskussionen um mehrere Probleme, wie Marktplatz-Neugestaltung im Zuge der Städtebauförderung in Rothenkirchen, Schimmelpilzbildung im katholischen Kindergarten Pressig und um die Dorferneuerung in Friedersdorf, bestimmten die jüngste Sitzung des Marktgemeinderates am Montag im Rathaus. Zeitweise wurde die Nichtöffentlichkeit hergestellt und die Sitzung für eine halbe Stunde unterbrochen.

Immer mehr Zweifel kommen über die Leistungen von Architekten auf. Hier hat sich im Gremium ein regelrechtes Misstrauen entwickelt, nachdem man seit Jahren immer wieder mit Nachbesserungen in den Kalkulationen, mit Fehlern in der Planung oder Bauausführung bei verschiedenen Gebäuden zu kämpfen hat.

Neueste Beispiele sind der Kindergarten, der erst vor zehn bis zwölf Jahren generalsaniert wurde und die Neugestaltung des Marktplatzes, bei der gravierende Kalkulationsfehler und immer wieder neue Mehrkosten die Räte überrascht.

Durchbruch bei Dorferneuerung

Es wurde nun auch so etwas wie der Durchbruch in der Fortführung der Dorferneuerung Friedersdorf erreicht. Zwar kam es vor der Genehmigung einer Vereinbarung über den Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses mit der Teilnehmergemeinschaft erneut zu Diskussionen.

Weil es um Grundstücksangelegenheiten ging, die laut Bürgermeister Hans Pietz in trockenen Tüchern sind, aber die CSU-Fraktion nähere Informationen haben wollte, stellte der Bürgermeister kurzerhand die Nichtöffentlichkeit her und ließ die Zuhörer den Raum verlassen.

"Schlüsselmaßnahme"

Nach etwa halbstündiger Unterbrechung ließ der Bürgermeister über diese "Schlüsselmaßnahme" abstimmen, ohne die die Dorferneuerung nicht in die Gänge käme und diese sonst als leicht gescheitert betrachtet werden könnte. Mit 12:4 Stimmen stimmte das Gremium dem Abschluss der Vereinbarung zwischen dem Markt Pressig und der Teilnehmergemeinschaft Friedersdorf zum Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses in Friedersdorf durch den Markt Pressig unter Kostenbeteiligung der Teilnehmergemeinschaft zu.

"Somit liegen alle Voraussetzungen vor, dass das geplante Gemeinschafts- und Feuerwehrhaus realisiert werden kann", sagte Bürgermeister Pietz.

Das Gremium sprach sich einstimmig für die Beteiligung mit 50 Prozent an den geschätzten Gesamtkosten von rund 406.000 Euro an den Sanierungsarbeiten für den katholischen Kindergarten Pressig aus. Kämmerer Heinrich Grebner informierte über Gutachten von Bauphysiker, Bauchemiker und Architekten, dass im Kindergarten Schimmelpilzbildung bestehe.

Diese Schimmelpilzkontamination sei auch latent für Kinder gefährdend, gehe aus den Gutachten hervor. Eigentümer und Träger des Kindergartens ist zwar die katholische Kirche, aber die Marktgemeinde wolle ihrer Verantwortung für die Kinder in der Gemeinde selbstverständlich nachkommen, so der Tenor aus dem Gremium.

Dennoch wurde Unverständnis geäußert, dass zehn bis zwölf Jahre nach einer Generalsanierung solche gravierenden Mängel auftreten. Unverhohlen sprach man von Baupfusch und bedauerte, wieder einmal wegen Zeitdruck nicht der Sache auf den Grund gehen zu können.

Die Kinder und das Personal müssten ohnehin durch eine Auslagerung, voraussichtlich in Container, genug mitmachen und da wollten die Räte die Sache nicht noch verzögen. Aufgrund des Beschlusses wird noch ein Gespräch mit dem Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg geführt und es könnte so schnell wie möglich während der Ferien die Maßnahme beginnen.

Es müsse wahrscheinlich mit einer Auslagerung von vier bis sechs Monaten gerechnet werden, informierte der Kämmerer.

Obwohl es auch beim Ausbau der Badstraße im Bereich Marktplatz in der Diskussion unterschiedliche Meinungen gab - einige Räte hätten gerne andere Straßen dringender saniert gesehen - wurde letztlich auch hier einstimmig befürwortet, aufgrund erheblicher Städtebaufördermittel den Ausbau der Badstraße bis Brücke Landleitenbach zu favorisieren und Mittel dafür im Haushalt 2015 einzustellen.

Entscheidend dafür ist eine zur Verfügungsstellung von Fördergeldern sowie die Möglichkeit sder Bereitstellung der Mittel im Haushalt 2015 des Marktes Pressig.