"Einfach Abschneiden bringt nichts, sonst treibt er schnell wieder aus", sagt Engelbert Singhartinger von der Unteren Naturschutzbehörde am Kronacher Landratsamt. Der Experte spricht über den Riesenbärenklau, der derzeit vor allem entlang der Steinach, aber auch an Rodach oder Haßlach, förmlich aus dem Boden schießt und vor dem sich die Menschen aufgrund seiner Giftigkeit in Acht nehmen sollten.


Eine Blüte - 10 000 Samen

"Eine Blüte hat 10 000 Samen", sagt Singhartinger über die sich rasant vermehrende Pflanze, die bis zu 3,5 Meter groß wird und zu schweren Verbrennungen führen kann.

Auch Wörlsdorf und Hassenberg haben 2017 den Riesenbärenklau bekämpft

Phototoxisch nennt sich der Fachbegriff, der beim Riesenbärenklau Anwendung findet. Phototoxie bezeichnet eine chemische Reaktion, bei der grundsätzlich nicht oder nur gering giftige Pflanzenstoffe in Verbindung mit Lichtzufuhr und insbesondere Sonneneinstrahlung in giftige Substanzen umgewandelt werden. "Photo" steht dabei für Licht, "toxisch" für giftig.

Bei einer phototoxischen Reaktion handelt es sich also nicht um eine Allergie, sondern um ein von der betroffenen Person vollkommen unabhängiges Zusammenspiel aus Pflanzenwirkstoffen und UV-Strahlung. Nachts hingegen ist der Riesenbärenklau wesentlich ungefährlicher.


Schmerzhafte Verbrennungen

Wer jedoch an einem heißen Sommertag mit der Giftpflanze in Berührung kommt, riskiert fiese Verbrennungen. Deshalb sollte man es unbedingt unterlassen, Riesenbärenklau ohne Schutzmaßnahmen abzubrechen oder abzuschneiden. Manchmal genügt schon allein der Kontakt zu den Blättern oder das Vorbeistreifen an Blütendolden, um Verbrennungen hervorzurufen.

Die Haut schlägt dann nicht selten schmerzende Blasen, rötet und entzündet sich. Der direkte Kontakt mit dem Pflanzensaft kann sogar Verbrennungen ersten und zweiten Grades auslösen. Zwar verheilen die Wunden in der Regel wieder. Womöglich hinterlassen sie aber hässliche Narben.

Zu den ersten Symptomen zählen brennende und juckende Hautrötungen. Später zeigen sich an den betroffenen Stellen entzündliche Hautreaktionen, die mit Rötungen und Hautbläschen einhergehen und in den ersten drei Tagen schlimmer werden. Die Bläschen und Rötungen können dabei solche Ausmaße annehmen, dass sie Verbrennungen dritten Grades ähneln.

Diese Beschwerden gehen weiterhin mit Juckreiz und vor allem brennenden Schmerzen einher, welche einige Tage extrem anhalten und die Betroffenen noch eine bis vier Wochen lang belasten können.

Warum es in Mitwitz und entlang der Steinach mehr Schafe, Ziegen und Rinder geben müsste und weshalb der Kampf gegen den Riesenbärenklau verloren ist, lesen Sieim infrankenPlus-Artikel.