"Riesenbärenklau breitet sich unheimlich schnell aus. In diesem Jahr sind wir eigentlich fast schon zu spät dran, weil die Pflanzen bereits relativ groß sind", sagt Martin Sünkel, während er mit seinem Spaten in den Boden unter eine schön anzusehende, grüne Pflanze sticht. Der Zweite Vorsitzende der Angelgemeinschaft Wörlsdorf trennt auf diese Weise einen Großteil der Wurzel vom Rest eines Riesenbärenklaus ab. Der Teil, der sich über der Erde befindet, wird anschließend verkehrt herum wieder auf die Erde gelegt, in der Hoffnung, dass die Pflanze kaputtgeht. Die Wurzeln einzeln auszugraben wäre unmöglich, denn die Knollen können einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern haben und tief unter der Erde liegen.

Riesenbärenklau ist eine Pflanze die ursprünglich aus dem Kaukasus stammt und allein durch menschliches Zutun nach Europa gekommen ist. Die Knolle ist jedoch mehrjährig, wenn sie also nicht bekämpft wird, treibt eine Knolle mehrere Jahre hintereinander aus. "Riesenbärenklau ist hochgiftig. Wenn der Saft der Pflanze auf die Haut kommt, führt das umgehend zu Rötungen und einer schmerzhaften Blasenbildung. Für Menschen und Tiere ist die Pflanze eine Gefahr. Auch einheimische Pflanzen leiden unter der Ausbreitung des Riesenbärenklaus", erklärt Martin Sünkel. Die Pflanze gebe es zwar schon wesentlich länger in der Region, in den letzten Jahren habe ihre Verbreitung überhandgenommen. "Jede Pflanze produziert unzählige Samen, die dann durch den Wind oder anliegende Flüsse verbreitet werden. Wenn es in den letzten Wochen warm gewesen wäre, wäre heute bereits alles zu spät gewesen", berichtet Martin Sünkel.


Schutzkleidung von oben bis unten

Um sich angemessen vor dem Saft zu schützen, haben Martin Sünkel und die anderen Helfer sich entsprechend eingekleidet. Jeder ist heute mit Gummistiefeln, langer Kleidung, Handschuhen und sogar einer Schutzbrille ausgestattet. "Wir müssen sichergehen, dass wir keinen direkten Hautkontakt zur Pflanze haben. Außerdem ist es wichtig, die Augen zu schützen. Die verwendeten Handschuhe werden nach dem Arbeitseinsatz umgehend entsorgt und unser Werkzeug muss mit Spiritus gereinigt werden. Selbst die Lappen, mit welchen die Spaten gereinigt wurden, werden verbrannt", erklärt der Elektriker.

Um die Anzahl der neuen Pflanzen im nächsten Jahr möglichst gering zu halten, wird die Angelgemeinschaft Wörlsdorf im Herbst versuchen, die Blüten, an welchen sich die Samen befinden, vom Rest der Pflanze abzuschneiden. "Die Dolden müssen dann in Säcke verpackt im Restmüll entsorgt werden. Jedoch ist der Riesenbärenklau bis dahin so groß, dass es teilweise schwer wird, überhaupt an die Dolden zu kommen", erzählt Martin Sünkel.

In der Kennzeichnung der entsprechenden Stellen mit Gefahrenhinweisen sieht Martin Sünkel nur wenig Sinn: "Es ist unmöglich, flächendeckend Warnschilder aufzustellen, da sich die Pflanze nahezu am ganzen Flussufer der Steinach ausgebreitet hat. Und selbst wenn, würden Kinder oder Tiere die Schilder nicht beachten."
Nach drei Stunden beenden Martin Sünkel und acht weitere Helfer ihren Arbeitseinsatz. Um dem Riesenbärenklau restlos den Garaus zu machen, bräuchten er und die anderen Mitglieder der Angelgemeinschaft Wörlsdorf wohl noch mehrere Tage.

Die zuständige Behörde wäre das Wasserwirtschaftsamt Kronach, teilweise wurde von dieser Seite aus schon mit chemischen Mitteln gegen die Pflanze vorgegangen. "Die Frage ist, warum derzeit vom Amt nichts mehr unternommen wird", wundert sich Martin Sünkel.