Die finanziellen Verhältnisse für Teuschnitz haben sich weiter gebessert. Erneut erhielt man Stabilisierungshilfe von 100 000 Euro, womit die Stadt als Pilotgemeinde des Programms nunmehr bislang von circa 6,5 Mio. Euro profitierte. "Auch darüber hinaus stellt der Freistaat derzeit für Investitionen und Projekte sehr viel Geld zur Verfügung", würdigte Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) in ihrem Jahresrückblick.

Spielplatz, Festplatz und Kulturwiese wurden nach einjähriger Bauzeit am 12. Mai eingeweiht. Die circa zwei Millionen Euro teure Maßnahme wird mit 80 Prozent über die Städtebauförderung bezuschusst. "Der Spielplatz wird sehr gut angenommen, auch von Familien aus anderen Orten", freute sie sich. Nach langem Anlauf wurde im September mit dem Bauabschnitt II des Umbaus Stadtmitte vom Rathaus bis Pfarrhaus begonnen. Mit den noch anstehenden Maßnahmen werden die Kosten auf circa zwei Millionen Euro geschätzt.

Auf das 6,3 Millionen Euro-Projekt "Schwarzes Kreuz" erhält die Stadt einen Höchstzuschuss von 90 Prozent. Der bauliche Ablauf ist aufgrund der Ensemblelage, Nachbargebäude und baulich-technischer Anforderungen eine große Herausforderung. "Wir hätten uns einen zügigeren Bauablauf gewünscht", bedauerte sie.

Teuschnitz wurde darüber hinaus in das Kommunalinvestitionsprogramm Schule (KIP-S) zuzüglich FAG-Mittel aufgenommen. Die circa 3,5 Millionen Euro teure Maßnahme mit Sanierung des Schulschwimmbades mit neuen Umkleidekabinen, Schwimmbadtechnik, Verlegung der Schwimmaufsicht und Belüftung, dem Abriss der alten Stützmauern und Neuanlegung einer Hangterrasse sowie Neugestaltung des Grundschulpausenhofs läuft seit Sommer 2019. Das Schwimmbad ist bereits entkernt; die Stützmauer wird in neuer, terrassierter Form und mit Schiefer wieder aufgebaut. Es entstehen Pflanzflächen. Der Pausenhof wird neu gepflastert.

Bewegung in den Ortsteilen

Auch in den Ortsteilen tut sich einiges. Der Startschuss zur Dorferneuerung Haßlach fiel Ende 2019. Derzeit läuft die Ausschreibung für ein Planungsbüro zwecks Erarbeitung eines Konzepts, in das die Bürger mit einbezogen werden. In Wickendorf ist die Sanierung Alte Schule im Gange. Im Erdgeschoss entstehen Gemeinschaftsräume für die Vereine und Dorfgemeinschaft, eine Küche sowie ein Lager; im Obergeschoss drei Mietwohnungen. Die Maßnahme ist mit 1,4 Mio. Euro geplant. "Das wird ein Schmuckstück in der Ortsmitte von Wickendorf", zeigte sich Weber sicher. Die ideale Ergänzung ist der Abbruch des Haase-Hauses und Errichtung einer Parkfläche mit Kosten von circa 100 000 Euro.

Der knapp 1 Million Euro teure Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Wickendorf zur Kapelle wurde zügig durchgeführt; hielt aber wegen der Durchquerung der Gashauptleitung des Bayernwerkes eine große Herausforderung parat.

Aufgrund stetiger Nachfrage wurde in Teuschnitz im BA II des Baugebiets in der Petrus-Zweidler-Straße Baurecht für zehn Häuslebauer geschaffen. Als Ergebnis einer Bedarfsermittlung erfährt der Kiga Teuschnitz heuer den Anbau einer Kinderkrippe. Mit der 660 000-Euro-Maßnahme wird Platz für 100 Krippen- und Kindergartenkinder geschaffen.

Hauseigentümer machen mit

"Das kommunale Städtebauförderprogramm ist ein voller Erfolg", freute sich die Bürgermeisterin über bislang 39 erfolgte, davon 26 bewilligte Anträge. 2019 hatten 14 Hauseigentümer das Programm in Anspruch genommen. Durch einen Gesamtzuschuss von 250 000 Euro, davon 50 000 Euro von der Stadt, konnten Investitionen von circa 833 000 Euro generiert werden.

In ihrem Ausblick auf 2020 verwies Weber auf Umbau/Sanierung der Hauptstraße 12 mit einer Investition von 1,5 Millionen Euro, den BA II der Gemeindeverbindungsstraße Wickendorf und die Schaffung eines Tourismus-Info-Zentrums in der Hauptstraße 23. Es muss ein Pächter für das "Schwarze Kreuz" gesucht und die Ausstattung der Gastwirtschaft festgelegt werden. Fertiggestellt werden sollen die Stützmauern der Schule, der BA II der Stadtmitte, die Gartenstraße und Weidenstraße, die Alte Schule Wickendorf und der Parkplatz neben dem Feuerwehrhaus.

Dem Dank der Bürgermeisterin schlossen sich Stefan Raab und Karin Bayer an, die namens der CSU/FWG- bzw. SPD-Fraktion das gute Miteinander ebenso herausstellten wie Susanne Daum namens der Rappoltengrüner Bevölkerung. Die Bürgermeisterin habe, so Raab, das Gesicht der Stadt so positiv verändert wie niemand zuvor.

Teuschnitz würdigt besondere Leistungen

Im Anschluss an die Stadtrats-Sitzung am Freitagabend erfolgten Ehrungen für Gemeindebürger, die sich in verschiedenen Bereichen besonders hervorgetan hatten. Einmal mehr freute man sich über hervorragende Leistungen von Schul- und Ausbildungs-Absolventen. Miriam Rebhan meisterte ihr Abitur am Kaspar-Zeuß-Gymnasium mit einem Notendurchschnitt von 1,5. An der Sitzung konnte sie nicht teilnehmen, weil sie sich derzeit auf Travel&Work-Tour durch Neuseeland befindet. Frederic Pauli schloss seine fünfjährige Ausbildung zum Erzieher ab und erwarb damit auch die Fachhochschulreife mit einem Notendurchschnitt von 1,86.

Musikalische Erfolge errangen der Rappoltengrüner Maximilian Daum als auch Johanna und Helena Hebentanz sowie Michelle Suffa aus Wickendorf mit der Ablegung verschiedener Leistungsabzeichen des Nordbayerischen Musikbundes.

Der "Bibliothek im Alten Torhaus" Teuschnitz wurde das "goldene Bücherei-Siegel" verliehen. Dabei galt es, insgesamt 15 Mindestanforderungen des Büchereifachverbands St. Michaelsbund hinsichtlich Ausstattung und Leistungsumfang zu erfüllen.

Auch erfolgreichen Sportlern konnte die Bürgermeisterin gratulieren. Der DLRG-Stützpunkt ist nach wie vor eines der sportlichen Aushängeschilder von Teuschnitz. Bei den bayerischen Meisterschaften in Parsberg erzielte der Stützpunkt Teuschnitz erneut herausragende Ergebnisse. Bayerische Meister wurden Gabriele Grüdl (AK 40) und die Mannschaft AK 170 mit Barbara Neubauer, Silvia Jakob, Beate Agten, Karin Sesselmann und Gabriele Grüdl. Die Vizemeisterschaft errangen Christian Graf (AK 17/18), Silvia Jakob (AK 40), Barbara Neubauer (AK 60), Rainer Tautz (AK 50), die Mannschaft AK 200 mit Rainer Tautz, Frank Jakob und Jochen Schülein, die Mannschaft AK 17/18 mit Benedikt Böhm, Jakob Grüdl, Maximilian Daum und Christian Graf sowie die Mannschaft AK 12 mit Samira Stingl, Zeysan Obaz und Lena Hönig. Dritte Plätze erreichten Mona Greser (AK 13/14) sowie Eva Dressel und Luisa Jakob (AK offen über 18 Jahre).

Herausragende Erfolge konnte die TSV-Tischtennisabteilung verzeichnen. In der Bezirksoberliga der Mädchen holte die Mannschaft mit Leonie Raab, Judith Scherbel und Michelle Suffa souverän den Meistertitel.

Das Männerballett Teuschnitz DAN "Die Anzichn Normoln" ist das Aushängeschild der Stadt beim Fasching und erreichte mit Trainerin Anja Fleischmann 2017 den 1. Platz beim Grand Prix der tollkühnen Männer in Oberasbach. 2017, 2018 und 2019 waren sie Oberfränkischer Meister sowie 2019 jeweils Oberpfälzer Meister und Deutsche Vizemeister/Ü35 im Männerballett.