Ihren Ärger über das viele Laub im neuen Friedhof machte Christa Mielke im Namen vieler Betroffener Luft. Aufgrund der vielen eng stehenden Bäume im hinteren Teil des Friedhofs sei es fast nicht möglich, dem herabfallenden Laub Herr zu werden. "Der Friedhof soll doch ansehnlich sein und nicht so zugelaubt wie momentan. So schnell kann man das Grab ja gar nicht von den Blättern befreien", ärgerte sich Christa Mielke. Seitdem der Friedhof angelegt und die Bäume gepflanzt wurden, sei nichts mehr gemacht worden. Seit langem renne man hier gegen eine Wand, es werde einfach nichts dagegen getan.


". . . konnte nur ein Mann machen"

Bürgermeister Gerhard Wunder beschwichtigte die Betroffenen. Der Friedhof sei von seinem Vorgänger Reinhold Renk geplant und angelegt worden. Bäume seien darin vorgesehen. Sollte es sich jedoch herausstellen, dass Gefahr von einem Baum ausgehe, werde selbstverständlich gehandelt. "Vor allen Dingen bei der Kreuzigungsgruppe besteht Handlungsbedarf. Ich habe das beim Friedhofsgang auch bemerkt", gab Wunder zu und versprach, dass man sich die Sache anschauen werde. Kopfschüttelnd meinte Christa Mielke zum Schluss, dass so eine Planung nur ein Mann hätte machen können.
Ein heikles Thema griff Winfried Beierlorzer auf, der Klarheit in Bezug auf das Aparthotel wollte. So ganz schlau sei man aus dem Zeitungsbericht nicht geworden. "Welche Funktion hat denn der Bob Neubeck nun im Hotel", wollte auch Evi Kolb wissen. Bürgermeister Wunder erklärte, dass es viele Verhandlungen und Diskussionen gegeben habe und die Parteien Stillschweigen darüber vereinbart hatten. "Der Knackpunkt war das Erbbaurecht, das 1987 durch einen Vertrag mit der Familie Neubeck geschlossen wurde." Diese durften die Bettenhäuser auf Gemeindegrund bauen, allerdings ausschließlich zur gewerblichen Nutzung für den Fremdenverkehr. Bis 2087 zahlt die Familie einen jährlichen Erbpachtzins an die Gemeinde. Wenn nun die Bettenhäuser zwangsversteigert worden wären, wäre dieser Zins weggefallen und die Gemeinde hätte keinen Einfluss auf die Nutzung gehabt. "Es war ein sogenannter Altvertrag, da hätten wir keine Chance gehabt. Wir hätten das Erbbaurecht zurückkaufen müssen und zwar zu einem enormen Preis von circa 800 000 Euro. Dies konnten wir abwenden, indem wir nach vielen Verhandlungen erreicht haben, das Erbbaurecht zum momentanen Gebot von etwa 400 000 Euro zurückkaufen zu können", so Wunder. Es sei ein sehr sensibles Thema und müsse noch im Gemeinderat beschlossen werden. Aber nur so könne gewährleistet werden, dass die touristischen Zwecke im Mittelpunkt stehen. Bob Neubeck sei nach wie vor der Pächter des gastronomischen Bereiches im Hotel und Ansprechpartner. "Wenn alles geklärt ist, geben wir eine Pressekonferenz", so Wunder.
Die unmögliche Halte- und Parksituation vor allem im Bereich der Raiffeisenbank Steinwiesen prangerte Lothar Höhn an. Es werde dort bis direkt zur Einmündung der Gasse in Richtung Rathaus wild durcheinander geparkt, von oben und unten. Es sei manchmal gerade für die Lkw kein Durchkommen. "Wenn man den Leuten sagt, so geht es nicht, bekommt man noch Schläge angedroht", regte sich Höhn auf. "Eigentlich ist dort absolutes Halteverbot", bestätigte der Bürgermeister. Aber solange niemand kontrolliert ... Die Situation wurde bereits vom Landratsamt begutachtet und von Straßenbauamt Maßnahmen genehmigt. Es ist angedacht, Zickzacklinien aufzumalen und ein Schild aufzustellen. Außerdem sollen die Kontrollen der Verkehrspolizei verstärkt werden.


"Kot wird zugedeckt"

Maria Kochdumper hatte Beschwerden wegen des Hundekots vor allem im alten Friedhof. "Oft wird der Kot einfach mit den neuen kleinen Steinchen zugedeckt", regte sie sich auf. Bürgermeister Wunder sagte, dass man zwar zusätzliche Tütenspender aufgestellt habe, "aber es gibt immer noch unvernünftige Hundehalter, die entweder nichts wegmachen oder die vollen Tüten einfach irgendwohin werfen".
Für Winfried Beierlorzer gab die neue Ortsdurchfahrt und ihre Regenrinnen Anlass zur Sorge. Er meinte, dass nach einem Jahr die Regenrinnen zunehmend verschmutzen würden. "Es sollte eine Kehrmaschine eingesetzt werden. Man kann sich doch nicht nur auf die Anwohner verlassen", meinte er. Bürgermeister Wunder sagte, dass es eine Staatsstraße sei und einmal im Jahr vom Straßenbauamt gereinigt werde. Ansonsten gibt es eine Satzung, wo die Anwohner die Gehwege vor ihren Anwesen zu reinigen hätten. "Die Gulli macht der Bauhof sauber, aber den Gehsteig und die Rinnen nicht, andere Straßen im Ort machen ja auch die Anwohner sauber", gab Wunder zu bedenken. Wenn man eine Kehrmaschine anschaffen und sauber machen würde, wäre das ein erheblicher Kostenfaktor, den alle Bürger bezahlen müssten. Er versprach aber, die Sache rechtlich abzuklären, da die Ortsdurchfahrt doch wegen des starken Verkehrs gefährlich sei.


Extra Bus ohne Umwege?

Kathrin Gremer-Schneider fragte an, ob es nicht möglich sei, für die Kinder, die in der Mittelschule in Kronach die Ganztagesschule besuchen, einen extra Bus ohne Umwege einzusetzen. "Die Kinder haben um 15.35 Uhr schulfrei und kommen um 17 Uhr nach Hause. Warum, weil der Bus über Wallenfels und sämtliche Ortsteile fährt, bevor er nach Steinwiesen kommt", bemängelte sie. Gerhard Wunder erklärte, dass man einen Mittelschulbeitrag für jeden Schüler leiste. Enthalten sei jedoch nicht die Schülerbeförderung, die soll die Gemeinde selbst zahlen. "Ich bin der Meinung, dass es eine vernünftige Beförderung geben sollte, wenn wir schon Geld zahlen", sagte Wunder und versprach, die Sache weiterzugeben.


Aus dem Bericht des Bürgermeisters



Finanzen Das Haushaltsvolumen 2016 betrug 8 068 900 Euro, dies sind 11,82 Prozent weniger als im Vorjahr. Vom Freistaat Bayern wird Steinwiesen Stabilisierungshilfe in Höhe von 450 000 Euro erhalten. Die Schulden waren aufgrund der zahlreichen Investitionen gestiegen und betragen nun etwa 7 000 000 Euro. Die Einwohnerentwicklung hat sich etwas erholt, was sicher auch auf den Zuzug von Flüchtlingen zurückzuführen ist. Zum 1. Januar 2016 hatte Steinwiesen 3515 Einwohner.

Schulsituation Die Grundschule in Steinwiesen ist gesichert. Mit fünf Klassen und insgesamt 100 Schülern steht die Grundschule ganz gut da. Die neue Ganztagesbetreuung findet guten Anklang. Im Bereich der Mittelschule gibt es noch die 9. Klasse, die in Steinwiesen beschult wird. Im nächsten Jahr wird auch diese Klasse wegfallen. Es ist zu befürchten, dass die hohen Übertrittszahlen die Bildung einer fünften Klasse unmöglich machen.

Kindergärten Die Kinderbetreuung ist in der Großgemeinde Steinwiesen gesichert. In Steinwiesen gibt es 60 Regelplätze, sechs integrative Kinderplätze sowie 18 Krippenplätze. In Neufang 30 Plätze für Regelkinder und 18 für Krippenkinder.

Erlebnisbad Das Erlebnisbad ist die größte gemeindliche Einrichtung und gleichzeitig auch das Sorgenkind. Die Besucherzahlen gingen 2015 leider weiter nach unten und ein Defizit von 300 000 Euro ist oftmals schwer zu bewältigen. "Wir wollen aber alles tun, um das Erlebnisbad auf jeden Fall aufrecht zu erhalten", versprach Bürgermeister Wunder. Für die Vereine gibt es wieder die Möglichkeit, verbilligte Tickets zu Preis von 3 Euro zu erwerben.

Städtebauförderung Nachdem der Fördersatz bei 90 Prozent liegt, er kann eventuell sogar bis 100 Prozent steigen, werden für 2017 einige Projekte in Aussicht gestellt. Der Umbau des alten Rathauses, die energetische Sanierung der Kulturhalle und der Ausbau des Rad- und Fußweges vom Erlebnisbad bis zur Dorfmitte auf dem alten Bahndamm stehen hier ganz oben auf der Liste.

Kirchplatz Der Platz zwischen Kirche und Pfarrheim wird neu gestaltet und befindet sich in der Endphase der Fertigstellung. Von den 208 000 Euro förderfähigen Kosten muss der Markt Steinwiesen 83 200 Euro selbst tragen. Erstrahlen soll auch die Kapelle an der Kronacher Straße. Auch sie wird aus Eigenmitteln renoviert.

Aussichten Es gilt, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und die aufgestellte Prioritätenliste nach und nach abzuarbeiten. "Der Markt Steinwiesen hat sich auch im Jahr 2016 wieder ein Stück weiter nach vorne entwickelt", so Wunder. Zum Schluss dankte er allen ehrenamtlich tätigen Gemeindebürgern. sd