Ende des vergangenen Schuljahrs wurde die Siegmund-Loewe-Realschule mit dem Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" (kurz: SOR - SMC) ausgezeichnet. Die Realschule setzt damit ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung sowie für Toleranz und Respekt.

Die angesagte Band "Fristlos" nahm die ihr hierfür angetragene Patenschaft gerne an. Nun geht es darum, das Projekt und die Patenschaft mit konkreten Ideen zu füllen. Eine dieser Ideen wird am Samstag umgesetzt - in Form eines erstmals gemeinsam abgehaltenen Konzerts. Ab 19.30 Uhr gestalten verschiedene Bands und Ensembles der Realschule ein buntes Bühnenprogramm, bevor es dann ab 21 Uhr heißt: "Fristlos" live on Stage!


Großes Herz für Schwächere

Die Initiative für die Bewerbung der Schule um den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" war - was dem Schulleiter Uwe Schönfeld sehr wichtig war - damals von den Schülern selbst ausgegangen. "Das ist nichts, das die Schulleitung der Schülerschaft vorgeben kann", ist der Direktor überzeugt, dessen Schule seit jeher ein großes Herz und viel Engagement für Schwächere der Gesellschaft zeigt. So laufen bereits einige soziale Aktionen und Projekte wie Solibrot, der soziale Tag und der Sponsorenlauf. Weitere sollen hinzukommen. Mit der Auszeichnung "SOR - SMC" wird dieser Titel nun auch öffentlich dargestellt.


Ein Versprechen

Nachdem die Schülerinnen und Schüler die erforderlichen Unterschrifteneingesammelt hatten, überlegten sie sich einen Paten. Dabei kamen sie auf die Band "Fristlos". "Wir haben die Patenschaft sehr gerne angenommen",bekundet Andreas Fehn, Gitarrist der Band, gleichermaßen erfreut wie stolz über die angetragene Patenschaft. Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit seien Themen, ist die Band überzeugt, die alle etwas angehe. Bereits bei der Auszeichnung hatte die pädagogische Mitarbeiterin vom Bezirksjugendring Oberfranken, Sabine Gerstner, betont, dass der Titel keine Auszeichnung für etwas Geleistetes sei, sondern ein durch die Unterschriften gegebenes Versprechen für die Zukunft und Gegenwart. Dieses setzt man nun am kommenden Samstag mit dem Konzert um, wofür die RS II wie auch "Fristlos" auf viele Besucher hoffen. Dabei handelt es sich um keine Schulveranstaltung. Vielmehr sind alle Musikfans herzlich dazu eingeladen.

Das Konzert beginnt bereits um 19.30 Uhr. Bis zum Auftritt von Fristlos ab circa 21 Uhr gestaltet die RS II das Bühnenprogramm. Bis 20.30 Uhr ist der Eintritt frei, anschließend kostet er lediglich 6 Euro! Die RS II möchte damit gemeinsam mit ihrem Paten "Fristlos" ein Zeichen gegen den Rassismus setzen. Spenden gehen an die "Geschenk mit Herz"-Aktion, die benachteiligte, arme Kinder vor allem in Deutschland an Weihnachten mit Geschenken erfreut. Die Siegmund-Loewe-Schule unterstützt diese Weihnachtspäckchen- Aktion der internationalen Hilfsorganisation "humedica" schon seit vielen Jahren, indem sie Jahr für Jahr viele Geschenke in liebevoll zurechtgemachte Schuhkartons verpackt.

"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage": Der Bezirksjugendring Oberfranken ist seit März 2014 oberfränkische Regionalkoordinierungsstelle des bundesweit größten Schulnetzwerkes "SOR -SMC". Die Projektidee kommt aus Belgien (1988). Seit 1995 gibt es dieses Projekt auch in Deutschland. 2000 wurde der Projektname erweitert durch"Schule mit Courage", da man vom allgemeinen, engen "Rasse-Begriff" wegwollte. "Courage" steht für den Kampf gegen alle Formen von Diskriminierung.Bei "SOR - SMC" geht es darum, sich gegen jede Art von Diskriminierung und Gewalt zu wenden. Da sich das Projekt immer weiter ausbreitet, wurden erstmals in Bayern von der Bundeskoordination neben der Landeskoordination auch regionale Ansprechpartner benannt, die das Netzwerk künftig vor Ort betreuen. Um den Titel zu erhalten, müssen sich mindestens 70 Prozent der gesamten Schulfamilie mit ihrer Unterschrift dazu verpflichten, sich für ein tolerantes und achtsames Zusammenleben an ihrer Schule einzusetzen. Darüber hinaus muss mindestens einmal im Jahr ein Projekt zum Thema "Toleranz" ander Schule stattfinden. Werden diesen Verpflichtungen zugestimmt, wird ein Schulpate gesucht, der das Projekt an der Schule unterstützt. Mittlerweile besteht das Netzwerk bundesweit aus fast 2500 Schulen. Bayernweit gibt es über 500 Schulen und in Oberfranken tragen bereits 69 Schulen den stolzen Titel.