Das Licht wirkt von Minute zu Minute kälter, einen Schimmer bläulicher und irgendwie unwirklicher als man es von einer Frühlingssonne gewohnt ist. Dennoch strahlt der Himmelkörper so kräftig in die Rosenau hinab, dass die Menschen, die an Harald Lappe vorbeilaufen, keinen Blick auf die Sonnenfinsternis wagen wollen. Als er ihnen signalisiert, dass sie an seinem Teleskop mehr Glück haben, machen sie gerne einen Zwischenstopp.

"Ich dachte, man könnte etwas aus dem Augenwinkel sehen, aber da erkennt man nichts", meint eine Frau. Lappe hält dagegen: "Das kann man schon - aber es ist halt nicht gesund." Und nicht annähernd so beeindruckend wie durch das Teleskop des Hobby-Astronomen. Er erklärt, dass das Licht langsam fahler wirkt, weil der Mond immer mehr von der Sonnenscheibe verdeckt.

Lappe weiß wovon er spricht. Schon mit 14, 15 Jahren hat er sich mit der Beobachtung des Himmels befasst. "Damals konnte man einen Kometen mit dem bloßen Auge erkennen", erinnert er sich an sein erstes Erlebnis, das ihm die Astronomie schon zu Lehrlingszeiten schmackhaft gemacht hat. "Und irgendwann kauft man sich dann ein vernünftiges Teleskop", erzählt er weiter, dass ihn das Hobby dann gepackt hat. Nun kann er den Schaulustigen ein gestochen scharfes Bild der Sonnenfinsternis präsentieren, auf dem sogar die Mondberge und Sonnenflecken zu sehen sind.


Fotos von der Finsternis

Doch nicht nur das Teleskop von Lappe ist nach oben gerichtet, sondern auch die Kameras von Fotografen, die sich auf dem Platz in der Rosenau postiert haben. Ulf Krause lässt gerne einen Blick durch den Sucher werfen - natürlich nur, weil er die Kamera, wie Lappe sein Teleskop, mit einem starken Filter "sonnensicher" gemacht hat. Er freut sich, dass er schon gute Aufnahmen des himmlischen Schauspiels im Kasten hat, denn knapp zwei Stunden später ist es schon wieder vorbei.