Organisten und Kantoren aus Nordhalben, Marktrodach, Kronach und Effelter trafen sich in der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Nordhalben zu einer Schulung.

An der Rieger-Orgel wirkte am Informationsaustausch der Basilika-Organist aus Vierzehnheiligen, Georg Hagel, mit. Lautmalend erläuterte er zunächst die möglichen Klangfarben der einzelnen Register und die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten im Zusammenspiel mit zwei Manualen und Pedal.

Die besonderen Reize des Schwellwerkes, des Schwebungsregisters "Vox coelestis" (Himmelsstimme), des Tremulanten und der Koppeln sowie der tausendfachen elektronischen Setzermöglichkeiten als Spielhilfen konnte Hagel den interessierten Zuhörern anschaulich vermitteln.

"Herzen der Gläubigen erreichen"

Der studierte A-Musiker und Regionalkantor für die Dekanate Lichtenfels, Coburg Kronach und Teuschnitz sprach aber auch sehr eindringlich über die Stellung eines Organisten im Gottesdienst. Dieser sei kein Künstler, der sich nach dem Konzert verbeugt und den Applaus in Empfang nimmt. Er sei vielmehr Verkünder des Glaubens.

Wenn der Organist beim liturgischen Orgelspiel aus den sehr gegensätzlichsten Beweggründen wie Freud und Leid oder Besinnung und Meditation nicht nur die Gemeinde beim Gesang begleitet, sondern die Herzen der Gläubigen erreicht und ihre Seele zum Gebet zu Gott erheben lässt, dann habe er den Verkündigungsauftrag erfüllt. Dann habe der Organist den Gottesdienst nicht nur umrahmt, sondern an der Orgel mitgestaltet, ähnlich wie der Priester am Altar. Dieser Aufgabe sollte sich jeder im Gottesdienst bewusst sein, erklärte Georg Hagel.

Erfahrungen ausgetauscht

Beim sich anschließenden gemeinsamen Abendessen wurden noch viele Erfahrungen ausgetauscht. Auch die Unzulänglichkeiten, die Organisten an verschiedenen Orgeln im Landkreis hinnehmen müssen, kamen zur Sprache. Vielfach werden vorgebrachte Mängel gegenüber den für die Renovierung und Instandsetzung der Instrumente Verantwortlichen beklagt, aber nicht gehört: Nur ausgebildete Orgelbaumeister sollten eigentlich mit der Stimmung oder Renovierung der "Königin der Instrumente", wie die Orgel ehrfürchtig genannt wird, betraut werden. Humorvolle Episoden aus Kirchenmusikerkreisen ließen einen informationsreichen Abend ausklingen.