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Steinbach am Wald
Gemeinderat

Kindergarten Buchbach erhält Ausweichräume

Die Kirchenstiftung renoviert die ehemaligen Kiga-Räume in der Dorfmitte. Glücklich ist der Steinbacher Gemeinderat darüber aber nicht.
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Die Schaffung von Ausweichräumen für den Kindergarten Buchbach ist geklärt. Foto: Heike Schülein
Die Schaffung von Ausweichräumen für den Kindergarten Buchbach ist geklärt. Foto: Heike Schülein

Wie in mehreren Sitzungen ausführlich diskutiert, braucht der Buchbacher Kindergarten mehr Platz, sonst droht der Verlust der Betriebserlaubnis ab August. Die Katholische Kirchenstiftung hatte sich nach Prüfung der Ausweichmöglichkeiten für die Renovierung der ehemaligen Kiga-Räume in der Pfarrstraße 8 entschieden. Die Eltern und das Kiga-Team konnten sich mit dieser Entscheidung, insbesondere aufgrund der großen räumlichen Entfernung zum Bestandsgebäude, nicht anfreunden. Der Beschluss über die Gewährung eines Zuschusses war daher vom Gremium vertagt worden. Inzwischen wurden mit dem Mehrgenerationenhaus sowie dem Pfarrhaus weitere Optionen geprüft.

Bürgermeister Thomas Löffler (CSU) informierte bei der Sitzung am Dienstagabend über zwei Gespräche mit der Fachberatung des Caritasverbands und dem Jugendamt sowie mit der Kirchenverwaltung. Nach umfassender Prüfung blieb es im Ergebnis bei der Nutzbarmachung der ehemaligen Kiga-Räume in der Dorfmitte.

Räte äußern Unmut

Über diese Entscheidung brachten die Gemeinderäte parteiübergreifend ihren Unmut zum Ausdruck. "Ich stimme nur zu, weil sonst die Betriebserlaubnis ausläuft", betonte beispielsweise Stefanie Neubauer (CSU). Auch mit der Verkehrssicherheit gelte es sich nunmehr zu befassen, da man die Kinder zum obigen Spielplatz hochkarren müsse.

"Ich habe bei dieser Entscheidung Magenschmerzen ohne Ende", schloss sich ihr Sibylla Broy (CSU) an. Man beschäftige sich seit vielen Monaten mit diesem Thema, um das Beste für die Kinder zu erreichen. Jetzt liege ein keine Alternativen zulassender Beschluss der Kirchenstiftung vor. Obwohl diese weiteren Gesprächsbedarf verwehre, solle man einem Zuschuss von 50 Prozent zustimmen. "Das hat für mich nichts mit Augenhöhe zu tun", erboste sie sich.

Alle Wortmelder forderten, umgehend in die Planungen einzusteigen, um zeitnah eine räumliche Entspannung zu erreichen. "Die Kirche hat ihre Hausaufgaben gemacht. Das Thema war bereits mehrmals, auch schon vor Weihnachten, im Gemeinderat und wurde verschoben. Der gleiche Gemeinderat fordert nun, gleich loszulegen", zeigte sich Kirchenpfleger Lorenz Büttner verärgert.

Die Aussage, nicht mehr gesprächsbereit gewesen zu sein, sei dreist. Man habe vorher ein ganzes Jahr lang Diskussionen geführt, in die man alle Beteiligten einbezogen habe, auch nachdem der Punkt erstmals verschoben worden war. "Wir haben uns intensive Gedanken gemacht und andere Möglichkeiten mit eruiert", betonte er. Man könne beispielsweise nicht einfach das Pfarrhaus als Kiga umbauen, da dieses einen anderen Verwendungszweck habe und die Leute Gespräche mit dem Pfarrer führen möchten. "Ich bin sehr gespannt, ob wir jetzt noch fertig werden", erzürnte er sich. Den Vorwurf einer "Verzögerung" wies Stefanie Neubauer (CSU) zurück, da ein rechtlicher Grundsatz vorliege.

"Kein Wunschkonzert"

Verständnis für die getroffene Entscheidung zeigten Manfred Fehn und Zweite Bürgermeisterin Monika Barnickel (beide CSU). Fehn hätte sich zwar als Gemeinderat eine andere Lösung gewünscht, aber die Kirchenverwaltung sei eben auch nicht auf Rosen gebettet. "Das Leben ist kein Wunschkonzert. Wir müssen froh sein, überhaupt eine Ausweichmöglichkeit gefunden zu haben", betonte Barnickel. Wolle man noch zum Ziel kommen, müsse man heute den Zuschuss bewilligen.

Dem Bürgermeister war es wichtig, dem Kirchenvorstand für sein ehrenamtliches Engagement zu danken. Dieser hatte bereits ein Schimmel-Gutachten ohne Befund für die ehemaligen Kiga-Räume in Auftrag gegeben. Das offizielle Ergebnis trifft am Donnerstag ein. Hinsichtlich der angesprochenen Verkehrssicherheit stelle man selbstverständlich den Kiga-Bus zur Verfügung, damit die Kinder von einer Einrichtung zur anderen kommen.

Löffler gab auch einen Überblick über die Gesamtsituation der Kindergärten. Für Buchbach werde man jetzt in großen Schritten die Planungen vorantreiben, um den Förderbescheid zu erwirken. Das Ausweichquartier könne hoffentlich mit Beginn des neuen Kiga-Jahres bezogen werden; der Umbau werde wohl 2022 starten. Die große Unbekannte sei hier das Förderprogramm - mit zwei noch zu eruierenden Bausteinen: eine FAG-Förderung mit 30 Prozent sowie ein Sonderinvestitionsprogramm mit 35 Prozent auf Teilbereiche.

Auch Steinbach überfüllt

Für den ebenfalls überfüllten Steinbacher Kiga werde man dem Gremium die bereits mit allen Beteiligten abgestimmten Pläne in der April-Sitzung vorstellen. Man hoffe, 2021 den Erweiterungsbau bewerkstelligen und 2022 die Sanierung des Bestandsgebäudes angehen zu können. Vorbehaltlich der Zustimmung der Kirche werde man die Regelgruppe zeitnah im Steinbacher Pfarrhaus unterbringen und den Förderantrag in etwa einem Monat zur Regierung schicken. Sobald eine konkrete Aussage über die Förderung des rund 1,9 Millionen-Euro-Projekts vorliege, steige man in die Planungen ein. Handlungsbedarf gebe es auch im Windheimer Kiga, jedoch nicht aus Platzgründen, sondern aufgrund der nicht den baulichen Vorschriften entsprechenden Deckenhöhe. Diese Problematik sei nicht so dringlich, müsse aber ebenfalls angegangen werden.

Für die Renovierung der ehemaligen Kiga-Räume in der Pfarrstraße 8 lag eine Kostenschätzung der Müller Architekten über 80 000 Euro vor. Einstimmig erfolgte der Beschluss, auf Basis dieser Kostenschätzungen einen Zuschuss von 50 Prozent, maximal 40 000 Euro, zu gewähren. Zudem bewilligt wurde ein Zuschuss von 50 Prozent auf die Planungskosten, die mit knapp 10 000 Euro zu Buche schlagen werden.

Zur Schaffung weiterer Baurechte in Buchbach beschloss die Gemeinde die Aufstellung des Bebauungsplans "Aubachtal" auf der Flur-Nr. 145 (Rothenkirchener Straße) mit einer Größe von 4684 m². Dabei werden vier Baurechte geschaffen. Von den vier Grundstücken befindet sich eines weiterhin in Privatbesitz. Die anderen drei Bauparzellen wurden von der Gemeinde gekauft und können von Bauinteressenten erworben werden. Nächster Schritt ist nun die öffentliche Auslegung.