Das Hochwasser im März demolierte die Gundelsdorfer Fußgängerbrücke über die Haßlach. Sie wurde irreparabel zerstört. Der Kronacher Stadtrat stellte nun die erste Weiche für einen Ersatzneubau. Der soll die Wünsche der Bürger vor Ort mit denen einer langfristigen städtischen Planung zusammenführen.

Drei Alternativen standen im Gremium zur Debatte. Ein Ersatzneubau der Fußgängerbrücke am alten Standort, eine Fußgängerbrücke an einem neuen Standort flussabwärts oder ein Ersatzneubau der bestehenden Straßenbrücke mit einem begleitenden Gehweg.

Höhere Kosten - größerer Nutzen

Die dritte Variante kristallisierte sich trotz der auf den ersten Blick höheren Kosten von etwa 1,1 bis 1,2 Millionen Euro (Eigenanteil der Stadt: geschätzte 400 000 Euro) als Favorit heraus. Wie Stadtwerke-Leiter Jochen Löffler erklärte, sei eine Fußgängerbrücke, deren rund 250 000 Euro Kosten die Stadt alleine tragen müsste, günstiger. Allerdings würde der Stadt früher oder später die Sanierung der alten, sehr beengten Pkw-Brücke vor die Füße fallen. Die wurde zwar 2017 hergerichtet, aber nur auf ein Niveau das ihren Bestand vorerst einmal sicherte.

Löffler stellte weiter fest: "Durch eine große Lösung würde eine Verbesserung der Verkehrsführung und die Entschärfung eines Gefahrenpunktes erreicht werden." Deshalb sei die teurere Brücke mit einem "Mehrwert" versehen, der die Mehrkosten auf lange Sicht rechtfertige.

Rennstrecke oder Gewinn?

Peter Witton und Elisabeth Hoffmann (beide Grüne) hatten die Befürchtung, dass ein Ausbau eine Rennstrecke zwischen Haig und Gundelsdorf zur Folge haben könnte. Deshalb stimmte Hoffmann letztlich auch als einzige gegen diese Variante.

Tino Vetter (FW) konnte diese Befürchtung "nicht nachvollziehen". Ralf Völkl (SPD) sah in der bevorzugten Ausbauvariante eine Lösung, die "deutliche Vorteile" bringen würde. Jonas Geissler (CSU) hielt die kurzfristigen Mehrkosten für hinnehmbar, "wenn wir dafür eine Brücke bekommen, die den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte gewachsen ist". Und sein Parteikollege Markus Wich sah in dieser Brückenvariante gar "einen Qualitätssprung" für den Stadtteil.

Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) unterstrich für das weitere Vorgehen, dass die Gundelsdorfer Bürger eng in die weitere Vorgehensweise eingebunden werden sollen.