Karl Roth tritt seit Jahren mit riesigem Engagement für den Nordwald-Markt ein. Doch jetzt will der 74-Jährige, dem auch das Gebäude gehört, die Geschäftsführung in die Hände der 44-jährigen Mitarbeiterin Dagmar Domhardt legen. Die Gesellschafterversammlung hat dafür bereits grünes Licht gegeben.

Karl Roth hat den Nordwaldmarkt vor drei Jahren mit einer Reihe von engagierten Nordhalbenern gegründet und aufgebaut. Der Start war schwierig, das neue Projekt schien zu scheitern. Doch Roth hat es in den vergangenen zwei Jahren als Geschäftsführer geschafft, dass der Markt wieder schwarze Zahlen schreibt. Als Ziel hat er sich gesetzt: "Ich mache das so lange, bis der Laden läuft!" Ein guter Zeitpunkt also, nun das Kommando über ein Schiff, das in ruhiges Fahrwasser gekommen ist, in jüngere Hände zu legen.
Mit Dagmar Domhardt hat er eine engagierte Nachfolgerin gefunden, die von Anfang an im Nordwaldmarkt in allen Abteilungen mitgearbeitet hat, zuerst auf 400-Euro-Basis. Die gelernte Industriekauffrau, die vorher für die Staatsforsten Nordhalben tätig war, bringt alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Führung des Markts mit.


Keine Gebühren mehr

Auch die Struktur des Nordwald-Markts wird geändert. Die Unternehmer-Gesellschaft (UG) wird in eine Verwaltungs-UG umfirmiert. Das hat vor allem finanzielle Gründe, denn bisher musste man nach dem Wechsel eines jeden Anteilseigners Gebühren für Notar und Registergericht zahlen. Da kam immerhin eine vierstellige Summe zusammen. Das fällt künftig weg, denn aus den Kommanditisten werden nun stille Teilhaber. Die können von der Verwaltungs-UG geführt werden, ohne dass bei jedem Wechsel Notar und Registergericht bemüht werden müssen.

Karl Roth setzt sich sich seit Jahren dafür ein, dass die Leute - nicht nur für den Einkauf - die kurzen Wege nutzen. Der Erfolg ist daran sichtbar, dass selbst in der ruhigen Mittagszeit unaufhörlich Kunden in den Nordwald-Markt strömen. Karl Roth sinniert: "Jetzt kommen die Leute langsam dahinter, dass sie ihre gesamte Infrastruktur kaputt machen, weil sie nicht zu Hause einkaufen. Da sägt man den Ast ab, worauf man sitzt, denn ein solches Einkaufsverhalten wirkt sich auch auf Arbeitsplätze und Gewerbesteuer aus!"


Viele regionale Produkte

Karl Roth hat das Gebäude, in dem der Nordwald-Markt untergebracht ist, nach dem Auszug des vorherigen Betreibers von einem Immobilien-Investor aus Würzburg gekauft - für einen Bruchteil der vorherigen Jahresmiete. In Eigeninitiative wurde das Gebäude innen und außen mit warmen Farbtönen verziert: Der Nordwald-Markt ist ein richtiger Blickfang. Eine gemütliche Sitzecke lädt zum Verweilen ein und ist zu einem Rentner-Treff geworden.

"Wir sind inzwischen sogar Ausbildungsbetrieb, weil eine Beschäftigte den Ausbildungsschein hat", freut sich Dagmar Domhardt. Die beiden Lehrlinge haben sehr gut abgeschnitten. Im Lauf der Zeit wurde die Produktpalette erweitert und der Nachfrage der Kundschaft angepasst. Es gibt nicht nur Dinge des täglichen Bedarfs, sondern inzwischen auch freiverkäufliche Arzneimittel, weil eine weitere Mitarbeiterin die entsprechende IHK-Prüfung abgelegt hat.

"Wir achten sehr darauf, dass wir hier so viel wie möglich regionale Produkte, die zertifiziert sind, verkaufen, betont Dagmar Domhardt. "Und wir nehmen uns Zeit für die Kundschaft. Wir reden mit den Leuten und begleiten sie auf Wunsch beim Einkauf. Wir wollen den Charme eines Dorfladens ausstrahlen", beschreibt sie das Erfolgsrezept.

Seit der Inbetriebnahme vor drei Jahren wurden verschiedene Produktlinien integriert. "Der Verkauf von preisgünstigen Uhren und Schmuck läuft sehr gut", berichtet die neue Geschäftsführerin. Und auch die Annahmestelle der Reinigung wird sehr rege von den Nordhalbenern und Lobensteinern gut nachgefragt.