Victoria Schirmer ist eigentlich ein Paradoxon, wenn sie an der Schulorgel sitzt, in die Tasten greift und vor allem auf die Pedale tritt. Dass sie schöne Melodien aus diesem Instrument zaubern kann, ist rein technisch eigentlich nicht möglich. Ihre Beine sind schlicht zu kurz. Doch die heutige Viertklässlerin und die Musikpädagogin Katharina Pfretzschner wollten sich mit dieser gängigen Meinung nicht abspeisen lassen.

"Die Schwierigkeit an der Orgel ist, dass sie mit Händen und Füßen gespielt wird", erklärt Katharina Pfretzschner, warum der Orgelunterricht üblicherweise erst im Alter von etwa zwölf Jahren aufgenommen werden kann. "Wenn ein jüngeres Kind Orgel lernen will, sind die Fußtasten zu weit entfernt."

Und würde man den Sitz tiefer stellen, wäre die Handtastatur für das Kind nicht mehr vernünftig bedienbar.