Im Landkreis Kronach gibt es seit gestern einen Campus Innovationskultur (CIK). Mit der Einrichtung sollen zum einen Bürger unterstützt werden, die den Schritt in die Selbstständigkeit beziehungsweise in eine Unternehmensgründung wagen. Zum anderen will man auch gründungswillige Bürger von außen in die Region holen. Am Mittwochvormittag fiel in den Räumen des Innovationszentrum (IZK) offiziell der Startschuss.


Viele fleißige Bürger


Worum geht es? Wie der Geschäftsführer Thomas Kneitz erklärte, sei der Campus als "ein Gründungskonzept für ländliche Räume" zu sehen. Der Landkreis sei industriell stark geprägt und könne viele fleißige Bürger vorweisen. Allerdings sei die Zahl der Existenzgründungen stark zurückgegangen.

Es geht beim Projekt CIK darum, Gründungswillige zu unterstützen, dadurch Arbeitsplätze zu schaffen und somit insgesamt die Region zu stärken.

Thomas Kneitz, der für diese Aufgabe einen lukrativen Job im Ausland ausschlug, machte in seinen Ausführungen auch deutlich, wodurch sich der Campus gegenüber anderen Beratungszentren für Existenzgründer auszeichnet. Beim CIK gehe es um ein individuelles Coaching für den Gründungswilligen. "Wir holen die Leute dort ab, wo sie gerade stehen!".

92 Prozent aller Unternehmensgründungen in Deutschland gingen schief. Mit CIK wolle man versuchen, diese Quote auf unter 30 zu bringen. "Wir wollen verhindern, dass jemand in die falsche Richtung läuft", so Kneitz. Bei Loewe stünden Räume mit einem Gigabit-Zugang zur Verfügung, hinzu kämen ein Netzwerk von Unternehmen, Kontakte zur Hochschulen und eine individuelle Begleitung während der Gründungsphase und darüber hinaus.


Offen für alle


Thomas Kneitz, der auf eine 36-jährige Berufs- und Führungserfahrung zurückblicken kann, sprach davon, dass der Campus auch Unternehmensgründungen mit initiieren wolle. Man werde Kontakt zur Firmen und Kommunen aufnehmen, um auszuloten, wo ein neuer Bedarf besteht. "Diese Wünsche werden zur einer Plattform für Existenzwillige gebündelt."

Der CIK sei offen für alle, erklärte Kneitz. "Es gibt keine Alters-, Wohnort- und Themenbeschränkung." Wichtig sei, dass am Ende ein Nutzen für den Landkreis herauskommt, beispielsweise in Form von Arbeitsplätzen und Dienstleistungen.

Finanziert wird d er Campus für die nächsten fünf Jahre durch die Staatsregierung mit einer Million Euro, durch den Landkreis mit 500 000 Euro und durch vier Unternehmer. Wer diese sind, wollte der Sprecher des Innovationszentrum (IZK), Hans Rebhan nicht verraten.

Rebhan wies darauf hin, dass mit dem CIK die dritte Stufe im Entwicklungsprogramm des Innovationszentrums verwirklicht wurde. Er erinnerte an das Jahr 2011, als der Grundstein für das IZK zur Stärkung der Region gelegt wurde.


Schon 52 Firmen integriert


Bei der Stufe eins handelte es sich um die Vernetzung und den Austausch von Unternehmern, bei der Stufe zwei ging es um die Etablierung des Studiengangs "Zukunftsdesign". Rebhan freute sich, dass mittlerweile 52 Firmen integriert sind. Aktuell nähmen 38 junge Menschen am Studiengang "Zukunftsdesign" teil.

Rebhan bedankte sich bei MdL Jürgen Baumgärtner, der sich für das CIK in München stark gemacht hatte, und beim Landkreis sowie den unterstützenden Unternehmen.


In der Region verankert


"Ich bin begeistert, wie dieses Projekt bereits in der Region verankert ist", freute sich Jürgen Baumgärtner. Er freute sich, dass der Beschluss im Kreistag einstimmig gefasst wurde. "Selbst die Zauderer der SPD haben eingewilligt!"

Hans Rebhan wies darauf hin, dass demnächst auch ein Verein gegründet werden soll, der die Trägerschaft des CIK übernehmen soll. Jetzt, so Thomas Kneitz abschließend, gehe es darum, dass das Projekt nach außen getragen wird. Alle, die sich mit dem Gedanken einer Existenzgründung tragen, sollten wissen, dass es Menschen gibt, die sie individuell beraten und sie auf ihrem Weg in die Existenzgründung begleiten. Kosten entstehen für den Gründungswilligen vorerst keine.