Die Investitionen der Gemeinde Willanzheim bewegen sich laut dem in der Ratssitzung einstimmig verabschiedeten Haushaltsplan auch heuer auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Mit 2,21 Millionen Euro erweist sich der Vermögenshaushalt zwar um eine Million Euro niedriger als im Vorjahr. Doch gilt es, das Millionenprojekt des Neubaus des Dorfgemeinschaftshauses mit Kindergarten in Hüttenheim zu finanzieren, und deswegen summiert sich der Gesamthaushalt auf 5,5 Millionen und liegt damit nur 800 000 Euro unter dem Vorjahreswert. "Das ist ein Haushalt ohne Luftnummern, den ich guten Gewissens dem Gemeinderat vorlegen konnte", sagte Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert.

Wenn die Gemeinde alle Positionen des Haushalts umsetzt, wird eine Kreditaufnahme nötig. Doch Günther Schell, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen, ist zuversichtlich, dass es nicht zu einer Kreditaufnahme kommt, hatte die Gemeinde doch im Vorjahr einen Sollüberschuss von 220 000 Euro erwirtschaftet. Diese Summe hilft, den Vermögenshaushalt auszugleichen.

Ob die Gemeinde einen sechsstelligen Betrag für die Erschließungsarbeiten des Baugebiets "Sommerried II" in Hüttenheim ausgeben wird, hängt davon ab, ob das Bebauungsplanverfahren rechtzeitig abgeschlossen werden kann. Den größten Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt bildet weiterhin die Einkommenssteuerbeteiligung mit 946 000 Euro, derweil kalkulierte der Kämmerer die Gewerbesteuereinnahmen wegen der Corona-Pandemie weiterhin vorsichtig mit 155 000 Euro.

Hebesätze konstant

Der Gemeinderat beließ die Hebesätze für die Grundsteuern (350 Prozentpunkte) und Gewerbesteuer (380 Prozentpunkte) auf dem bisherigen Niveau. Nach den zu Grunde gelegten Zahlen aus dem Jahr 2019 sinkt die abzuführende Kreisumlage etwas auf 608 000 Euro ab. Positiv stechen heuer die Schlüsselzuweisungen aus München heraus, die um 130 000 Euro anwachsen und heuer 624 000 Euro in den Gemeindesäckel bringen. Wie der Kämmerer aufzeigte, muss die Gemeinde hohe Ausgaben in den Bereichen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in Kauf nehmen, was dazu führt, dass Willanzheim heuer nicht die vorgeschriebene Mindestzuführung vom Verwaltungsgemeinschaft zum Vermögenshaushalt erreicht, um die ordentlichen Tilgungen von 259 000 Euro er erfüllen.

Nach dem Planwerk wird die Gemeinde ihren Schuldenstand heuer um 109 000 Euro absenken können, er wird zum Jahresende 1,07 Millionen Euro betragen. Wie Günther Schell erläuterte, sieht die mittelfristige Finanzplanung keine Neuverschuldung in den Folgejahren vor, dadurch können die Schulden in den kommenden Jahren deutlich abgebaut werden.