• Unwetter setzen Landkreis Kitzingen erheblich zu
  • Marktgemeinde Wiesentheid startet "dringenden Helfer-Aufruf" 
  • Freiwillige zum Befüllen von Sandsäcken gesucht
  • Starkregen führt vielerorts zu Überschwemmungen
  • Mehrere Gemeinden melden Hochwasser

Wie viele andere fränkische Regionen leidet auch der Landkreis Kitzingen stark unter den jüngsten heftigen Regenfällen. Der Starkregen sorgt an vielen Orten für Überschwemmungen, wie das Landratsamt Kitzingen am Freitagnachmittag (9. Juli 2021) berichtet. Etliche Kräfte von Feuerwehr, THW und Bauhof sind demnach im Dauereinsatz. Die Marktgemeinde Wiesentheid sucht unterdessen dringend nach Helfern zum Befüllen von Sandsäcken. Der Deutsche Wetterdienst meldet für Freitag indes weitere Unwetter.

Unwetter im Kreis Kitzingen: Starkregen sorgt vielerorts für Überschwemmungen

Die anhaltenden Regenfälle haben im Kreis Kitzingen vielerorts für Überflutungen und Hochwasser gesorgt. Als Einsatzschwerpunkt hat sich in der Region die Jahnstraße in Wiesentheid herauskristallisiert. "Hier ist die Feuerwehr mit hoher Mannstärke, dem THW und sogar überörtlicher Unterstützung aus dem Landkreis Würzburg im Einsatz", teilt das Landratsamt Kitzingen mit. Die Marktgemeinde Wiesentheid hat derweil einen "dringenden Helfer-Aufruf" gestartet. 

"Los geht's, Wiesentheid!", heißt es in einem entsprechenden Post auf der Facebook-Seite der Gemeinde. "Zum Befüllen von Sandsäcken werden dringend freiwillige Helfer an der Steigerwaldhalle Wiesentheid benötigt." Die Marktgemeinde appelliert: "Bitte mobilisieren Sie auch Familie, Freunde und Bekannte und unterstützen Sie die Bauhof-Mitarbeiter sowie die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren."

Laut dem Kitzinger Landratsamt wurde für Stadelschwarzach ebenfalls überörtliche Unterstützung aus dem Nachbarlandkreis Würzburg angefordert. Auch Dornheim, Nenzenheim und Geiselwind waren am Freitagvormittag Einsatzschwerpunkte. In diesen Ortschaften hat sich die Lage gegen Freitagmittag inzwischen etwas entspannt, heißt es vonseiten des Landratsamts. 

"Kampf gegen Wassermassen": Landrätin dankt Einsatzkräften

In Teilen des Landkreises wirkte sich der Starkregen auch auf den Verkehr aus. Viele Straßen waren komplett oder halbseitig gesperrt, berichtet das Landratsamt. Auch Kreisstraßen mussten komplett gesperrt werden, wie die KT40 Neuses a. Sand/Brünnau, die KT12 von Großlangheim nach Rödelsee, die KT24 von Wiesentheid nach Untersambach und die KT 19 von Iphofen nach Birklingen. Weitere Straßen waren stark beeinträchtigt. 

Landrätin Tamara Bischof hat sich derweil "bei der gesamten Blaulichtfamilie und den Bauhöfen für deren unermüdliche Arbeit" bedankt. "Unsere Feuerwehren, das THW und unsere Bauhöfe leisten Großartiges im Kampf gegen die Wassermassen", so Bischof.

Die Kreischefin betont: "Ich kann mich kaum erinnern, dass es in einem Sommer schon einmal so viele Einsätze wegen Starkregen gab. In einer solchen Situation ist es gut zu wissen, dass wir Bürger eine starke Blaulichtfamilie haben, auf die wir uns verlassen können." Dies sei für die Betroffenen, deren Keller oder Gebäude gerade unter Wasser stehen, eine wichtige Unterstützung. "Sie werden nicht allein gelassen", betont die Landrätin.

Landratsamt warnt vor starken Überschwemmungen

Wie das Landratsamt weiter mitteilt, sind auch die Beschäftigten des Kreisbauhofs vor Ort. Demnach kümmern sie sich um die Kreisstraßen, stehen aber auch den Gemeinden zur Seite - mit Mitarbeitern und nötigen Maschinen. Ebenfalls in Bereitschaft gesetzt wurden die Hausmeister der Landkreisschulen. Am Kreisbauhof werden zudem Sandsäcke befüllt. 

Das Landratsamt Kitzingen wendet sich ferner mit einem Hinweis zur Überschwemmungswarnung an die Bevölkerung: Laut Angaben des Landratsamts ist auf der offiziellen Seite des Hochwassernachrichtendienstes für den Landkreis Kitzingen keine Hochwasserwarnung ausgesprochen.

"Dennoch muss das Landratsamt insbesondere an den Gewässern mit dem Einzugsgebiet Steigerwald vor starken Überschwemmungen warnen, die noch höher liegen können als beim Hochwasser 2013", heißt es vonseiten des Amts. "Gemeinden am Main, die am Hochwassernachrichtendienst teilnehmen, müssen sich auf das Erreichen der Meldestufe 1 am Sonntag oder Montag einstellen."

Im Tierheim Haßberge führte der Starkregen zu einer Überschwemmung des kompletten Außenbereichs. Auch hier kämpfte die Feuerwehr mit Sandsäcken gegen die Wassermassen. Das Unwetter traf viele Orte in Franken schwer: Hier der Überblick von inFranken.de.