Einstimmig hatte der Stadtrat Mainbernheim Mitte Februar 2019 den Haushalt für das vergangene Jahr beschlossen. Dieser war mit einem Volumen von rund 7,12 Millionen Euro geplant, das Rechnungsergebnis brachte aber die Summe von 14,76 Millionen Euro. Wie es zu dieser Mehrung von rund 7,64 Millionen Euro kam, wurde jetzt in der jüngsten Stadtratssitzung erläutert.

Bei der Vorlage der Jahresrechnung für 2019 hatte sich die Haushaltssumme fast verdoppelt. Doch eine wundersame Mehrung war dies nicht, für die hohen positiven Abweichungen zwischen Haushaltsplan und Jahresergebnis findet sich eine logische Erklärung.

Schließlich hatte es auch bei der örtlichen Prüfung der Jahresrechnung 2019 keine Beanstandungen gegeben. "Es wurde wirtschaftlich und sparsam gehandelt", lautete das Fazit von Norbert Ebner, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Doch damit allein hatten sieben zusätzliche Millionen nicht erwirtschaftet werden können.

Im Haushaltsplan 2019 war im Verwaltungshaushalt ein Steueraufkommen von insgesamt rund 2,65 Millionen Euro veranschlagt worden. Durch nicht vorhersehbare und einmalige Steuermehreinnahmen von insgesamt 1,74 Millionen Euro hat sich das Steueraufkommen auf knapp 4,4 Millionen Euro erhöht. Die Steuermehreinnahmen führten zu einem höheren Überschuss im Verwaltungshaushalt, der dem Vermögenshaushalt zugeführt wurde.

Des Weiteren wurde im Haushaltsjahr 2019 das Baugebiet "Langwasen", das über ein Sonderkonto beim Erschließungsträger KFB abgewickelt wurde, abgerechnet. Hierbei wurden 3,28 Millionen Euro in die Jahresrechnung übernommen, was zu einer erheblichen Steigerung des Haushaltsvolumens geführt hat. Nicht zuletzt wirkte sich die Übernahme des im Haushaltsjahr 2018 erzielten Soll-Überschusses in Höhe von rund 2,39 Millionen Euro in das Haushaltsjahr 2019 auf die Höhe des Gesamthaushalts aus, wenngleich es sich laut Kämmerei hier lediglich um einen buchungstechnischen Vorgang handelt.

Erfreuliche Entwicklungen

Die Stadtratsmitglieder Norbert Ebner, Michael Hutterer, Sascha Niedermeyer und Marc Poser sind die Prüfung vor allem vom betriebswirtschaftlichen Hintergrund angegangen. Meist seien die Ansätze im Haushalt unterschritten worden, berichtete Ebner. Bei der Einkommenssteuer sah er erfreuliche Entwicklungen nach oben. Ebenso gut sei die Entwicklung bei der Reduzierung der Wasserverluste. Zufrieden könne man mit den Erträgen durch die Photovoltaikanlagen sein.

Bei Wasserrohrbrüchen habe sich gezeigt, dass die Behebung mit eigenen Leuten und "kleinen Fremdfirmen" wirtschaftlicher sei. Zur Umstellung auf LED-Lampen hatte der Rechnungsausschuss festgestellt: "Es rechnet sich."

Dank sprach der Rechnungsprüfungsausschuss den Mitarbeiter des Bauhofes aus, die wirtschaftlich und sparsam gearbeitet und zu wesentlichen Kosteneinsparungen beigetragen hätten. Des Weiteren ging der Dank an die Verwaltung der Stadt, insbesondere an Kämmerer Dieter Brunner.

Geringere Schlüsselzuweisung

Bürgermeister Peter Kraus erklärte dem Gremium, dass aufgrund der hohen Steuerkraft im Jahr 2019 die Stadt im Haushaltsjahr 2021 nur 30 000 Euro an Schlüsselzuweisungen erhält. 2020 seien diese noch mit 705 800 Euro zu Buche geschlagen haben. Gleichzeitig werde sich die Kreisumlage erhöhen. Nachdem laut Mitteilung des Statistischen Landesamtes wegen Corona auch von einer geringeren Beteiligung an der Einkommensteuer auszugehen ist, stehen der Stadt im Haushaltsjahr 2021 voraussichtlich 1,6 Millionen Euro weniger zur Verfügung. 2022 werde es dann wieder besser ausschauen.