Das jüngste Hochwasser hat im Gebiet der Stadt Prichsenstadt seine Spuren hinterlassen. Im Ortsteil Bimbach zum Beispiel trat die Schwarzach über ihre Ufer, der See lief über. In Mitleidenschaft gezogen wurde dabei auch eine Fußgängerbrücke über den Bach.

Genau diese Brücke, nicht weit entfernt vom Schützenhaus unterhalb der Siedlung, schaute sich nun der Bauausschuss der Stadt Prichsenstadt an. Das Kuriose an der Brücke: "Es findet sich nichts in den Unterlagen", räumte Bürgermeister René Schlehr ein, der die Brücke vor dem Hochwasser auch nicht gekannt habe, wie er sagte. Die Brücke kennen vermutlich auch nur Einheimische, denn die Schwarzach ist links und rechts von Bäumen und Büschen umsäumt und die Brücke liegt in der Tat versteckt.

Als einigermaßen gesichert gilt, dass die Brücke ehemals ein Holzbrett war, wohl auch ein Geländer bekam. Dann wurde aus dem Fußgängersteg eine kleine Holzbrücke mit Stahlträgern. Das habe dann irgendwann wohl die Stadt gemacht, meinte Schlehr. Doch wem die Brücke eigentlich gehöre, sei unklar.

Fest steht aber, dass sich beim Hochwasser vieles dort angestaut hatte, dass Wasser in benachbarte Grundstücke gelaufen ist. Und: Die Brücke wurde dadurch auch aus der Halterung gerissen. Deshalb ist sie eigentlich gesperrt. Was aber einige Bewohner der Siedlung nicht daran hinderte, sie zu überschreiten, um auf der Schützenhausseite der Diskussion des Bauausschusses zu folgen, während andere Grundstücksbesitzer auf der Siedlungsseite blieben.

Bewohner machten dem Ausschuss klar, dass diese Brücke genutzt werde, gerade auch von Kindern. Denn beim Schützenhaus befindet sich auch der Spielplatz. Der Weg von der Siedlung über die Brücke und den Feldweg zum Spielplatz galt bislang als die sichere Variante, statt an der Hauptstraße entlangzulaufen.

Sperrung bleibt erstmals

Als die Fakten über die Brücke ausgetauscht waren und bevor es zu sehr ins Detail ging, zum Beispiel, ob die Brücke künftig höher gesetzt werde, um mehr Durchfluss zu bieten, beendete René Schlehr die Diskussion. Denn zuerst müssten sich das Wasserwirtschaftsamt einmal die Brücke anschauen sowie ein Fachmann. Erst dann, auch wenn Kosten bekannt sind, könne man über die Zukunft der Brücke nachdenken. Bis dahin, das betonte der Bürgermeister, bleibt die Brücke gesperrt und sollte auch nicht betreten werden.