Eine große Veranstaltungshalle in Kitzingen, im Technologiepark conneKT – im Flugzeughangar – könnte sie entstehen. Konzepte dafür gibt es, aber auch offene Fragen.
Der Traum von einer großen Kitzinger Veranstaltungshalle ist doch nicht ausgeträumt: Im ehemaligen Flugzeughangar mit Tower, direkt an der Landebahn des Flugplatzes, könnte sie entstehen, als Teil des Technologieparks „conneKT“. Die Firma Blumquadrat GmbH, Entwickler der gut 75 Hektar der einstigen Harvey Barracks, plant eine Wiederinbetriebnahme – aber vorerst ohne konkreten Zeitpunkt.
Eine sehr große Investition
Für das markante Gebäude mit gut 1700 Quadratmetern Fläche und Nebenräumen gebe es schon einige Konzepte, erklärt Geschäftsführer Christoph Schlötterer auf Anfrage. Daneben gibt es aber auch etliche Fragezeichen, die ein Durchstarten der Planer hemmen. Vor allem brauche man ausreichend Nutzungen, um das Gebäude wirtschaftlich betreiben zu können, sagt Schlötterer: „Das ist eine sehr, sehr große Investition.“
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Um wieviel Geld es dabei mindestens geht, war schon im Oktober 2013 öffentlich geworden. Damals, als die inzwischen abgelehnte Mehrzweckhalle auf dem Deustergelände in der Diskussion stand, kamen im Kitzinger Stadtrat auch zwei Konkurrenz-Angebote in conneKT und im Innopark mit Zahlen auf den Tisch. conneKT-Eigentümer Markus Blum (Blumqudrat) sprach damals von bis zu drei Millionen Euro für einen Hangar-Umbau und die Sanierung der bis zu neun Meter hohen Halle.
Auf der Suche nach einem Betreiber
Ob die Summe, drei Jahre später, noch reichen würde, ist fraglich. Das Gebäude habe einen „großen Renovierungsbedarf“, betont Schlötterer. Alleine die Beleuchtung werde viel Geld verschlingen. Neben jeder Menge Kapital werde vor allem ein Betreiber benötigt, schließlich sei Blumquadrat lediglich Projektentwickler für conneKT.
Weil es Interessenten für die potenzielle Veranstaltungshalle gebe, kümmere sich das Unternehmen um den baulichen Erhalt. Am wichtigsten sei dabei das Dach. Unter dem könnten nach Schlötters Meinung bis zu 1000 Besucher Platz finden. Schon deshalb wirbt der Geschäftsführer für die Halle im Flugzeughangar: „Die hätte ein Alleinstellungsmerkmal in der Region“ und: „Das ist ein tolles Gebäude“.
„Stadthalle“ braucht bis zu 150 Events pro Jahr
Die höchste Hürde für Blumquadrat und einen Betreiber dürfte die Frage der Wirtschaftlichkeit sein: Dafür müssten in der Halle zwischen 80 und 150 Veranstaltungen pro Jahr gebucht werden, hatte Blum vor drei Jahren erklärt.
Ob die „Stadthalle Kitzingen“ – unter diesem Arbeitstitel hatte Blum 2013 für den Hangar geworben – so viele Events an sich ziehen kann, wird sich zeigen. Ein Uralt-Wunsch nach einer großen Halle, der mehrere Stadtratsgenerationen überdauert hat, könnte sich damit erfüllen. Allerdings hatte das Gremium sich Anfang 2014 von den beiden Hallen-Standorten im Innopark und in conneKT verabschiedet. Jeweils mit der gleichen Begründung: Kitzingen würde Millionen Euro in fremde Hallen investieren, ohne zumindest Miteigentum zu erwerben.
Liebe Kitzinger Zeitung,
das Wort "event" gibt es im Deutschen nicht. Meinen Sie, wir sind hier in England? Auch eine kleine Zeitung aus einer großen Kreisstadt sollte der deutschen Sprache mächtig sein.
Wenn Blumquadrat das unternehmerische Risiko eingehen will, dann sollten sie die Veranstaltungshalle einfach bauen und betreiben. Allerdings ist die Spannweite von 80 bis 150 Veranstaltungen pro Jahr so groß, daß man nicht von einem gewinnerzieldenden Unterfangen ausgehen sollte. Aber auch nicht, daß der Steuerzahler - hier in Form einer Kommune - die Verluste auszugleichen hat. Das geht nicht. Auch wenn offensichtlich eine Absicht dieses Artikels ist, die Bevölkerung für den Ausgleich von Verlusten "weichzuschreiben".