"Wir müssen die nächsten Monate sehr eng zusammen rücken", sagte der Vorsitzende des Tierschutzvereins Kitzingen, Gerd Menche. Der Neubau des Tierheims steht bevor.
"Wir müssen die nächsten Wochen und Monate sehr eng zusammen rücken", sagte der Vorsitzende des Tierschutzvereins Kitzingen, Gerd Menche, in der Jahresversammlung am Freitagnachmittag. Eng zusammenrücken müssen die rund 200 Mitglieder des Vereins, da in den nächsten Wochen die Entscheidung fallen muss: Wo wird ein neues Tierheim gebaut.
Eigentlich haben sich die Mitglieder des Vereins dem Tierschutz verschrieben, betreiben das Tierheim in Kitzingen und hatten so gar nichts mit Verhandeln mit Behörden, Gesprächen mit Entscheidungsträgern und Planen Bauen eines neuen Tierheims zu tun. Doch überrollt seit gut zwei Jahren die Realität die Routine des Alltags. Denn da tauchten plötzlich Risse in den Wänden der Gebäude auf. Risse, deren Ursachen über 100 Jahre zurück liegen, als auf dem Gelände in der Kaltensondheimer Straße Kalksteine abgebaut wurden.
Das schnell eingeschaltete Bergamt wurde in seiner Analyse deutlich: Die Stollen sind schlecht verfüllt, für das Tierheim besteht Gefahr, es muss schnell gehandelt werden. Entweder die Stollen werden aufwändig verfüllt, oder das Tierheim muss weichen. Und beides wird teuer, sehr teuer. Doch wie soll ein kleiner Verein, der eigentlich ganz andere Aufgaben hat, das stemmen?
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Ein Architekt wurde eingeschaltet, Pläne erarbeitet, Kosten ermittelt, die mehr als ernüchternd waren: Verfüllen und Sanieren, was im laufenden Betrieb wohl schlecht möglich ist, kostet etwa das gleiche, wie ein Neubau an anderer Stelle: Rund 2,4 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.
"Ja, wir haben gut gewirtschaftet", sagte Menche am Freitag und deshalb kann der Verein auch eine Anschubfinanzierung von bis zu 200 000 Euro leisten. Ein Betrag, dem die Versammlung zustimmte. 300 000 Euro wird wohl der Landkreis dazu geben, es steht noch die Entscheidung des Kreistags aus, doch herrscht hier Zuversicht. Weitere Zuschusstöpfe werden angezapft, den nötigen Kredit sollen die Gemeinden des Landkreises mitfinanzieren, für die der Verein mit dem Tierheim die Unterbringung von Fundtieren übernimmt.
Und eine ganz zentrale Frage: Wo findet sich ein Standort für den Neubau, der groß genug ist, der akzeptiert wird und der an Ende auch finanzierbar ist. Hilfe hat sich der Verein dafür bei Harald Meyer geholt, der die Verbindung zu den Ämtern, den politischen Entscheidungsträgern, zu Grundeignern koordiniert, aber weder Sprecher noch Entscheider ist. Nach vielen Absagen stehen nun noch "dreieinhalb" Flächen im Landkreis in der Diskussion, abschließende Gespräche müssen allerdings noch geführt werden.
Viel Lob hatte Menche für Susanne Schmöger, Leiterin des Rechtsamts der Stadt Kitzingen dabei. In einer wichtigen Verhandlung mit dem Bergamt, das die Schließung des Tierheims für Mittel Juli 2019 quasi bereits ausgesprochen hatte, machte sie entscheidende Vorschläge: Ein offizielles Monitoring der Risse im Haus durch das Bauamt der Stadt mit regelmäßiger Dokumentierung für das Bergamt, ein Notfallplan für Unterbringung von Tieren und Mitarbeitern, so sich die Lage drastisch verschlechtert, und schnell und konsequent einen Neubau planen und bauen.