Einen kompletten Wechsel auf den Bürgermeister-Posten brachte die erste Sitzung des Wiesentheider Gemeinderates in der neuen Amtsperiode. Zum Auftakt legte Klaus Köhler (Bürgerblock) der neue Bürgermeister den Amtseid ab, den ihm der dienstälteste Gemeinderat Otto Hünnerkopf abnahm. Mit Georg Stürmer (CSU), Harald Godron (Bündnis 90/Die Grünen) und Hans Müller (Bürgerblock) wurden außerdem drei neue Ratsmitglieder vereidigt.

Das Gremium wählte später zwei neue Stellvertreter. So bekleidet künftig Harald Rößner (Bürgerblock) das Amt des zweiten Bürgermeisters, Helma Schug (CSU) wurde zur weiteren Stellvertreterin gewählt. Zuvor hatten diese Ämter Wolfgang Stöcker und Heinrich Wörner inne, die beide nach wie vor dem Rat angehören. Ihnen dankte der neue Rathauschef später für ihre  Arbeit in dieser Funktion.

Rund 50 Zuhörer waren zum Start des neuen Gremiums in die Steigerwaldhalle gekommen. Dort wurden die gebildeten Fraktionen bekannt gegeben, die jeweiligen Referenten gewählt und einzelnen Ausschüsse besetzt. Zur Fraktion des Bürgerblocks gehören neben Bürgermeister Klaus Köhler die fünf Gemeinderäte, sowie Erwin Jäger (SPD), Harald Godron (Bündnis 90/Die Grünen) und Robert Kaiser (Feuerbach). Damit haben sich auch die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat geändert.

Die Freien stellen mit neun Sitzen künftig die Mehrheit. Die CSU (vier Sitze), die mit der Gruppierung "Pro Wiesentheid (vier Sitze) zusammenarbeitet, kommt auf acht Sitze. Zu "Pro Wiesentheid" gehören die jeweiligen Vertreter von Christliche Wählergemeinschaft (CWG), der Jungen Liste WOW sowie der Bürgervereinigung Geesdorf und der Wählergemeinschaft Reupelsdorf.

Referenten gewählt

Die Mehrheitsverhältnisse kamen bei der Wahl zu den einzelnen Referenten ins Spiel. Während die Ressorts Jugend (Andreas Laudenbach/WOW), Rechnungsprüfung (Hans Müller/Bürgerblock) Senioren (Georg Stürmer/CSU), sowie Brand- und Katastrophenschutz (Erwin Jäger/SPD) problemlos durchgingen, gab es beim Posten des Umweltreferenten keine Einigung. Der Bürgerblock hatte dazu Harald Godron vorgeschlagen, die CSU votierte für Otto Hünnerkopf. Beide begründeten ihr Interesse. Für die Sitzung hatte sich Michael Rückel (Bürgerblock) entschuldigt. Bürgermeister Köhler sah, dass es bei einer Abstimmung auf eine 8:8-Pattsituation heraus laufen werde. Nach einer kurzen Unterbrechung wurde abgestimmt, keiner der beiden Kandidaten bekam eine Mehrheit. So steht die Wahl zum  Umweltreferent nun in der nächsten Sitzung erneut an.

Die Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse wurden wie folgt festgelegt: Hauptverwaltung-, Finanz-, und Wirtschaftsausschuss,sowie Bauausschuss: Bürgermeister Klaus Köhler; Kultur-, Sport- und Sozialausschuss: Wolfgang Stöcker (CWG); Umweltausschuss: Harald Godron (Bündnis 90/Die Grünen).

A 15 für den Bürgermeister

Bürgermeister Köhler wird nach Besoldungsgruppe A 15 in Höhe von 6771 Euro monatlich bezahlt, plus Aufwandsentschädigung von 798 Euro. Zweiter Bürgermeister Harald Rößner erhält 350  Euro pro Monat, die dritte Bürgermeisterin Helma Schug 250 Euro. Die Ratsmitglieder erhalten für die Teilnahme an den Ratssitzungen monatlich 100 Euro. Die jeweiligen Referenten erhalten 40 Euro im Monat, Fraktions- und Ausschussvorsitzende je 20 Euro. Dazu kommen Aufwandspauschalen für auswärtige Räte von jeweils 30 Euro.

Bürgermeister Klaus Köhler sagte gegen Ende des Abends, er sei angetreten, um Brücken zu bauen, die Hände zu reichen. Köhler will "Bürgermeister aller Bürger von Wiesentheid sein, auch derer, die mich nicht gewählt haben." Er bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit im Vorfeld der ersten Sitzung, er sehe darin ein Signal. Köhler bat um etwas Zeit, was seine Arbeit betreffe. Diese werde er benötigen, um sich in das Amt einzuarbeiten. 

Zum Abschluss sprachen die beiden Geistlichen, Pfarrer Martin Fromm und Dekan Peter Göttke, einen Segen für das neu gewählte Gremium.