Konzentriert bis zum Ende

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Trainer Claus Hoh erlebte in Gnodstadt die Höhen und Tiefen des Fußballs.
Foto: Hans Will

Als erste Mannschaft hauptsächlich gegen Reserven spielen zu müssen, ist für einigermaßen ambitionierte Kicker kein wirkliches Ziel sondern eher Strafarbeit.

In der B-Klasse antreten zu müssen, wo sich mehrheitlich zweite Mannschaften tummeln, gilt für ambitionierte Vereine auf längere Sicht nicht gerade als erstrebenswert. „Man spielt halt in der untersten Liga“, sagt Claus Hoh. Deshalb lautet die Vorgabe für einen Absteiger: So schnell als möglich wieder raus aus dieser Spielklasse. Den TSV Gnodstadt erwischte es vor einem Jahr, obwohl dies nicht nötig gewesen wäre. Weil trotz vorhandenen Potenzials am Ende Tore und Punkte fehlten, mussten die Gnodstädter runter in die B-Klasse, obwohl sie wenige Jahre zuvor sogar zweimal versucht hatten, in der Kreisklasse Fuß zu fassen.

Das Ziel stand deshalb von Anfang fest: „Wir wollten unbedingt wieder aufsteigen. Wir haben eine intensive Vorbereitung absolviert und unsere Spielweise nicht verändert. Von Woche zu Woche lief es besser“, stellt Hoh fest. In einer mit Ausnahme von Riedenheim ausschließlich mit Reserven besetzten B-Klasse forderten die Gnodstädter von sich selbst, den Platz als Sieger zu verlassen. Auch personell veränderte sich das Team nach dem Abstieg kaum. Mit Patrick Hofmann und Sebastian Jakob kamen sogar zwei talentierte Jugendspieler hinzu. Auch der Zugang von Maximilian Langer in der Winterpause wirkte sich positiv auf die Leistung der Mannschaft aus. „Wir konnten größtenteils mit der gleichen ersten Elf spielen, da wir nur wenige Veränderungen auf den Positionen hatten“, nennt Hoh eine weitere Zutat zum Erfolg.

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Mit 91 Toren in 24 Spielen marschierte Gnodstadt ungeschlagen zur Meisterschaft. Im gesamten Herrenbereich des Fußballkreises Würzburg gelang in der vergangenen Saison nur zwei Vereinen dieses Kunststück: Lindleinsmühle und Gnodstadt. „Bei uns ist nach vorne eigentlich immer etwas gegangen. Wir haben über links, rechts und im Zentrum mit drei Stürmern gespielt“, erklärt Hoh. Die interne Torschützenwertung gewann Bastian Mämecke mit 17 Toren knapp vor Sebastian Jakob (16) und Sebastian Näck (15). Im zweistelligen Bereich landete auch Florian Ott mit zwölf Treffern. Zwei Drittel aller Gnodstädter Tore, die sich auf 18 Spieler verteilten, erzielte das Quartett. Von einem Sportgerichtsurteil profitierte Gnodstadt bei seinen 21 Siegen nur einmal, als Fuchsstadts Reserve die Begegnung abgesagt hatte.

Im erfolgreichen Rundenverlauf erhöhten sich die Ansprüche ob der Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz. „Wir wollten schließlich Meister werden. Mit dem zweiten Platz wären wir nicht mehr zufrieden gewesen“, erklärt Hoh und stellt fest: „Wir haben jedes Spiel und jeden Gegner ernst genommen, obwohl wir bereits einen größeren Abstand hatten.“ Nur einmal, und das zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt der Saison im April, musste Gnodstadt um seinen Vorsprung bangen. „Wir hatten personell einen Engpass. Zum Glück war der Gegner zu diesem Zeitpunkt schwächer besetzt als wir“, sagt Hoh erleichtert und sah einen weiteren Sieg.

Nach einem 3:1 im drittletzten Spiel bei Verfolger Hopferstadt II waren die Gnodstädter nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Zuvor hatte nur noch ein letzter Punkt zur Meisterschaft gefehlt, da Hopferstadt als Dritter noch ein Spiel mehr absolvieren musste als Gnodstadt. Vor dem direkten Duell betrug der Abstand zwar bereits elf Punkte, doch hätte der Konkurrent auf acht Zähler verkürzen und selbst noch neun holen können. Ihren unglücklichen Abstieg korrigierten die Gnodstädter auf souveräne Art und Weise. Mit dem Wiederaufstieg endete zugleich die Zusammenarbeit mit Claus Hoh, der zuvor Großlangheim und die U 19-Junioren Bayern Kitzingens trainierte: „In diesen vier Jahren habe ich einiges an Erfahrung gesammelt“, erklärt der Biebelrieder.

Dessen Nachfolger steht schon länger fest. Michael Rieger übernimmt die Gnodstädter. Der 66-Jährige arbeitet erfolgsorientiert, ist ehrgeizig und fordert auch von seinen Spielern einen entsprechenden Einsatz. Nach seinen vorherigen Stationen in Gülchsheim, bei Bayern Kitzingen und in Volkach trainierte er zuletzt die Frauen des ETSV Würzburg. Hoh bleibt dem Verein mit besten Wünschen verbunden: „Es war eine klasse Zeit in Gnodstadt. Das Potenzial für eine einstellige Platzierung in der A-Klasse ist meiner Meinung nach vorhanden.“